Thema & Programm
Für die Schule ist es in den letzten Jahrzehnten anspruchsvoller geworden, ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag zu erfüllen. Schüler:innen bringen heute unterschiedlichste Voraussetzungen in die Schule mit. Sie kommen aus verschiedenen Bevölkerungsschichten und Herkunftskulturen, haben unterschiedliche familiäre Erziehungserfahrungen gemacht und bringen ungleiche Lernvoraussetzungen mit, denen die Schule durch inklusiven Unterricht und individualisierte Lernsettings gerecht werden muss.
Eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus erweist sich unter diesen Bedingungen von Diversität und Heterogenität als besonders wichtig. Internationale Studien zeigen, dass der Einfluss der Familie auf die schulischen Leistungen ihrer Kinder sehr groß ist und durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ein wesentlicher Beitrag zum psychischen Wohlbefinden und zum Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen geleistet werden kann (Neuenschwander et al., 2005; Neuenschwander, 2009; Sacher, Berger & Guerrini, 2019; Toferer, Lang, Salchegger, 2023).
Allerdings stehen der Kooperation zwischen Schule und Elternhaus in der Praxis häufig Hindernisse im Wege, wie zum Beispiel unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung und Bildung und Zeitmangel von Eltern und Lehrkräften durch berufliche und private Belastungen. Viele Lehrpersonen berichten, dass sie den Umgang mit Eltern als schwierig und psychisch belastend empfinden. Bereits Lehramtsstudierende haben oft sehr viel Respekt vor Elterngesprächen und spüren Unsicherheit im Hinblick auf den künftigen Umgang mit Eltern. Umgekehrt wird von Elternseite vielfach über Lehrpersonen geklagt, mit denen eine Kooperation nicht oder nur eingeschränkt möglich ist (Gartmeier et al., 2022; Neuenschwander, 2009; Sacher, Berger & Guerrini, 2019).
Das geplante Symposium spannt durch Vorträge und Plenumgsphasen mit Diskussion einen Rahmen für eine tragfähige Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus. Es zeigt auf, wie die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus konstruktiv und mit Feinfühligkeit geschehen kann und regt zur Auseinandersetzung und Reflexion darüber an, wie vertrauensbildende Maßnahmen und eine förderliche Gesprächskultur etabliert und schwierige Situationen in der Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen und Eltern vermieden bzw. bewältigt werden können. Das Symposium richtet sich an Lehrpersonen und angehende Lehrpersonen, an Schulleitungen und Personen in der Lehramtsausbildung sowie an Vertreterinnen und Vertreter von Elternverbänden.