ALPENWEIBER - Sammlung Ruth Spielmann

Umfang: ca. 1 Kassette
Nachlassnummer: 287
Standort: Depot 7
Erwerb: 2020, Schenkung von Ursula Beiler
Kontakt: Ursula Schneider

Der Bestand ist im Österreichischen Bibliothekenverbund Nachlässe & Handschriften erfasst.

 
Der Kultur- und Wissenschafts-Verein "Alpenweiber. Verein zur Erforschung und Förderung frauengemäßer Lebensbedingungen", gegr. 1993, hatte seinen Sitz in Reutte und war - bedingt durch eine der Aktivistinnen - dem Frauenforschungslehrstuhl am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck verbunden.
Bereits vor der Vereinsgründung wurden 1991 und 1992 im Rahmen der "Kulturzeit Reutte" Seminarwochen durchgeführt.

1995 waren im Verein aktiv: Ursula Beiler (Bildhauerin), Angelika Lungenschmid-Stimpfl (Kunsthistorikerin), Gabriele Mirhoff (Matriarchatsforscherin und Ritualkundige), Verena Oberhöller (Studentin), Doris Schober (Studentin, Bauchtänzerin), Ruth Spielmann (Frauenforscherin), Rosemarie Sternagl (Bildhauerin, Kunsthistorikerin), Claudia von Werlhof (Frauenforscherin), Ingrid Wild (Trommlerin).

Zur Selbstdefinition:
Rosemarie Sternagl: Geflochtene Fülle (1995)„Als ‚Alpenweiber‘ bezeichnen sich Frauen, die im Alpenraum leben und wieder anknüpfen wollen an der Stärke und Eigenmächtigkeit, an der Kultur und dem Wissen von Frauen in vorpatriarchaler Zeit. Wir wollen nicht dabei stehenbleiben, unsere Verluste zu beklagen und für unwiederbringlich zu erklären. Daraus würde nämlich folgen, daß wir gezwungen wären, uns mit dem gegenwärtigen Zustand im Patriarchat abzufinden und höchstens an einer ‚Verbesserung‘ innerhalb des Patriarchats zu arbeiten. Dies halten wir für einen weder möglichen noch erstrebenswerten Weg. […] Wir vertrauen stattdessen uns selbst und darauf, daß wir unsere Kräfte ohne Bevormundung und Programm von außen, für, mit und unter uns selbst am besten wiedererstarken lassen und gebrauchen können.“ (Ruth Spielmann, Claudia von Werlhof: Über die Alpenweiber, in: Tirols Werden als Vergehen, 1995, Sig. 287-01-10, Bl. 3)
„Dieser Verein bezweckt die Förderung frauen-, kinder-, tier- und naturfreundlicher Forschung und Praxis unter besonderer Berücksichtigung der bäuerlichen und alpinen Lebensverhältnisse […]“ (In: Likus dBerg, 2002, 34. Sig. 287-01-13)

Ruth Spielmann (05.03.1954-05.12.2014), verh. Ruth Spielmann-Leitl, studierte Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck und arbeitete als Redakteurin und Journalistin bei der Tiroler Tageszeitung und bei den Außerferner Nachrichten. Von 1998 bis 2002 leitete sie die Informations-Veranstaltungen im Naturpark Tiroler Lech. Ab 2003 war sie im Gesundheitsbereich beratend tätig. Ruth Spielmann war Vorstandsmitglied von Pro Vita Alpina und Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins "Alpenweiber". Sie engagierte sich künstlerisch (Performances) sowie im Umwelt- und  Frauenbereich. (Biographie zusammengestellt nach Informationen von Ursula Beiler.)

 

Vereinsunterlagen

M01 Brief an Vereinsmitfrauen, 1995 (Beilage war wohl Konzept/Programm/Dokumentation, Sig. 287-01-10)

M02 Korrespondenz mit der BH Reutte und Anzeige des Vereinsvorstandes, 1996, 3 Bl.
Brief der BH Reutte, 2000, 1 Bl.,

Texte

M03 Elisabeth von Samsonow: Ein enger Kranz von Bergen / Eingeengte Herzkranzgefäße. Vortragsmanuskript, 14 Bl., gefaxt von Barbara Psenner an Ursula Beiler, o.D.

M04 Rosemarie Sternagl: Dolomitensagen. comp., 3 Bl., 2001

Projekte

Alpenweiber in BeWEGung, 1993

M05 Alpenweiber in BeWEGung. Dokumentation einer Tagung. Hg. v. Ruth Spielmann. Cauco: Notizie della Calanca 1994. à Bibliothek

Alpenweiber-Tagung 1994: Frauen hinterm Mond

M06 Frauen hinterm Mond. Alpenweiber Tagung 1994. Ein Bericht aus dem Wissenschaftsladen Innsbruck, Nr. 13/14, [1994/95] -> Bibliothek

Tiroler Landesausstellung 1995, Beitrag „Tirols Werden als Vergehen“

Skulpturen: Ursula Beiler, Performance: Doris Schober (1995)M07 Ursula Beiler: Konzept für einen Beitrag zur Tiroler Landesausstellung 1995. comp., 1 Bl., 1994

M08 Ursula Beiler: Beitrag des Vereins Alpenweiber zur Landesausstellung: Was ist den Frauen abhandengekommen?, comp. u. handschr., 5 Bl.; doppelt, m. geringfügigen Änderungen
Beiliegend Ursula Beiler: Tiergöttinnen: Sternfrau, Vogelgöttin, Bärin, Kuh, Wölfin, Wildsau (comp., 4 Bl.)
Beiliegend: Einladung zur Veranstaltung im Stift Stams, 1995, 1 Bl.

M09 Angelika Lungenschmid-Stimpfl: Die Frauen um Meinhard II. Manuskript, comp. u. handschr., 16 Bl., Endlospapier

M10 „Tirols Werden als Vergehen“, Alpenweiber 1995, Stift Stams, ausführliches Konzept/Programm/Dokumentation des Beitrags, comp., 32 Bl.
Beiliegend: Fotodokumentation, Ausdrucke, comp. u. handschr., 5 Bl.

Internationaler Kongress „Frauen sehen/säen Zukunft – Alternativen zur Globalisierung“, 1999

M11 Manifest zum Antikriegstag 1999, unterzeichnet von Frauen aus Österreich, Italien, Deutschland, der Schweiz, Rußland und Kanada im Rahmen des internationalen Kongresses „Frauen sehen/säen Zukunft – Alternativen zur Globalisierung“, comp., 6 Bl.
Beiliegend: Claudia von Werlhof: Zivilbevölkerung, zivile Objekte, Kollateralschäden. (vorgetragen beim?) Europäischen Tribunal zum Nato-Krieg gegen Jugoslawien, Berlin, 2.-3.6.2000, comp., 3 Bl.

 

M12 Likus n Lech. Internationales Kunst und Umweltsymposion Weissenbach Lechtal Ausserfern. Kunstfluss. Broschüre, 2000 -> Bibliothek

M13 Likus dBerg. Lech. Internationales Kunst und Umweltsymposion Weissenbach Lechtal Ausserfern. Natur in der Wahrnehmung. Broschüre, 2002

Korrespondenz

M14 Gabriele Mirhoff an Ursula Beiler, 1 St., 1996; m. Ankündigung Matriarchatsreise Schottland


 

 

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