Christina Biasi

Zwischen Heimat und Arktis

Christina Biasi

Mitarbeiter:innenporträt von Christina Biasi

(24.07.2026)

Wenn Christina Biasi über ihre wissenschaftliche Laufbahn und ihr Leben spricht, zeigt sich schnell eine Konstante: die Begeisterung für Naturwissenschaften. Schon als Kind sammelte sie Schmetterlinge und richtete sich sogar ein kleines Chemielabor ein. „Physik, Chemie und Biologie haben mich eigentlich immer fasziniert“, erzählt sie. Dass sie heute Professorin für Ökologie an der Universität Innsbruck ist und zu den Auswirkungen des Klimawandels auf arktische Ökosysteme forscht, war dennoch nicht von Anfang an geplant. „Eigentlich wollte ich Lehrerin werden“, erzählt Biasi.

Der Weg in den Norden

Biasi studierte deshalb zuerst Biologie und Erdwissenschaften auf Lehramt in Innsbruck. Aufgrund fehlender Lehrstellen entschied sie sich schließlich aber für eine Forschungskarriere in der Ökologie und promovierte in Wien. Dort beschäftigte sie sich erstmals mit der Arktis und den Folgen des Klimawandels auf Permafrostböden sowie Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe. „Ich habe dort schnell festgestellt, dass mich dieses Thema begeistert“, sagt sie.

Nach der Dissertation führte sie ihr Forschungsschwerpunkt an die Universität Ostfinnland in Kuopio, Finnland. Eigentlich hatte Biasi nur wenige Jahre im Ausland bleiben wollen. „Aus den ursprünglich geplanten drei Jahren wurden letztlich 20“, erzählt sie und lacht. Ein wichtiger Teil ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit spielte sich in der russischen Arktis ab. Weil dort damals kaum Englisch gesprochen wurde, lernte Biasi Russisch. „Mir war klar: Wenn ich dort arbeiten möchte, muss ich die Sprache lernen“, erzählt sie. Die Arbeit in Russland sei wissenschaftlich besonders wertvoll, weil aus dieser Region vergleichsweise wenige ökologische Daten verfügbar sind. „Russland ist in der ökologischen Forschung praktisch ein blinder Fleck.“

Wieder daheim

Vor vier Jahren kehrte Biasi schließlich im Rahmen eines Lise-Meitner-Stipendiums nach Innsbruck zurück. „Der Wunsch, wieder nach Hause zu kommen, war sehr groß. Ich habe die Berge, die Heimat und natürlich auch meine Familie vermisst.“ Im vergangenen November wurde schließlich ihr sechsjähriges ERC-Synergy-Grant-Projekt bewilligt und ihre Professur eingerichtet.

Und hier schließt sich der Kreis: Die Hauptversuchsfläche liegt im finnischen Lappland, weitere Standorte befinden sich in weiterer Folge in Kanada und Alaska. Im Mittelpunkt steht die Frage, was passiert, wenn Permafrostböden – vor allem Permafrost-Moore – auftauen und wie sich dadurch Treibhausgasemissionen verändern.

Ausgleich mit Kamera und Schläger

Wenn sie nicht forscht, verbringt Christina Biasi ihre Zeit am liebsten mit ihrer Familie, allen voran mit ihrer Tochter Antonia. Sie spielt Tennis beim TC Kufstein, geht mit dem neuesten Familienmitglied – einem Australian Shepherd – spazieren oder greift zur Kamera. Besonders gerne fotografiert sie Menschen und Landschaften. „Angefangen habe ich noch analog, inklusive Dunkelkammer und Filmentwicklung“, erzählt sie. Die künstlerische Ader habe sie von ihrer Mutter geerbt, die ist Malerin. Ansonsten bleibt die Wissenschaft ihr wichtigster Begleiter. „Für mich ist das der schönste Beruf überhaupt und ich würde ihn niemals gegen einen anderen eintauschen.“

Autorin: Barbara Kluibenschädl

StartseiteAlle Porträts

Steckbrief

Mitarbeiter:innenporträt Christina Biasi

Name

Christina Biasi

Funktion

Bodenökologin

An der Uni seit

2021

Wohnort

Kufstein

Herkunft

Kufstein

Nach oben scrollen