Ringvorlesung „Recht für morgen: Impulse für Nachhaltigkeit und Digitalisierung" – Rückblick

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Die Rechts­wis­sen­schaft­liche Fakultät der Univer­sität Inns­bruck widmet sich seit dem Winter­se­mester 2025/2026 in ihrer Ring­vor­le­sung „Recht für morgen: Impulse für Nach­hal­tig­keit und Digi­ta­li­sie­rung" einer zentralen Zukunfts­frage: Wie kann das Recht den Heraus­for­de­rungen tech­no­lo­gi­schen Forts­chritts und ökolo­gi­scher Krisen begeg­nen? Die Vortrags­reihe bringt renom­mierte Exper­tinnen und Experten aus Wissen­schaft und Praxis zusammen und beleuchtet aus verschie­denen recht­li­chen Perspek­ti­ven, wie Digi­ta­li­sie­rung und Nach­hal­tig­keit recht­lich gestaltet werden können.

Wintersemester 2025/2026

Den Auftakt machte am 21. Oktober 2025 Univ.-Ass.in Dr.in Sophie Schwertner (Universität Salzburg) mit einem Vortrag über faire Arbeitsbedingungen in der digitalen Arbeitswelt. Ausgehend von den Herausforderungen der Plattformökonomie und der neuen EU-Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit (RL 2024/2831) untersuchte sie, ob Kollektivverträge auch für freie Dienstnehmer:innen Geltung erlangen können. Das Thema war im Herbst 2025 angesichts der damals aktuellen arbeitsrechtspolitischen Entwicklungen von besonderer Relevanz und hat mit dem Inkrafttreten der entsprechenden Novelle zum Arbeitsverfassungsgesetz am 1. Jänner 2026 zusätzliche praktische Bedeutung erlangt: Seither können in Österreich Kollektivverträge auch für dienstnehmerähnliche freie Dienstnehmer:innen iSd § 4 Abs 4 ASVG abgeschlossen werden. Dadurch soll insbesondere Plattformarbeitern ein verbesserter kollektiver arbeitsrechtlicher Schutz ermöglicht und ihre soziale sowie wirtschaftliche Absicherung gestärkt werden.

Am 26. November 2025 beleuchtete Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Greif (Institut für Legal Gender Studies, JKU Linz) die Schnittstelle von KI, Fairness und Antidiskriminierungsrecht. Sie zeigte, wie Algorithmen bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten nicht nur abbilden, sondern systematisch verstärken können, und analysierte, welche Schutzinstrumente das geltende Recht – vom Antidiskriminierungsrecht über die DSGVO bis zum AI Act – bereitstellt; zugleich machte sie auf die nach wie vor bestehenden Lücken zwischen diesen Regelungsebenen aufmerksam.

Das Wintersemester schloss am 14. Januar 2026 mit einem Beitrag von Prof. Diana-Urania Galetta (Universität Mailand-Statale) über gute Verwaltung in digitalen Zeiten. Die Vortragende untersuchte aus Sicht des italienischen und europäischen Verwaltungsrechts, welche Anforderungen das Prinzip der guten Verwaltung an staatliches Handeln im digitalen Zeitalter stellt.

Sommersemester 2026

Am 18. Mai 2026 widmete sich Dr. Christian Sillaber (Universität Bern) in seinem Vortrag „Geld im digitalen Wandel“ den rechtlichen Rahmenbedingungen digitaler Währungen und Zahlungssysteme. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Regulierungsansätze der rasanten technologischen Entwicklung im Finanzsektor gerecht werden können.

Am 9. Juni 2026 sprach Prof. Giorgio Monti (Universität Tilburg) über das Verhältnis von Demokratie, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsrecht. Er zeigte auf, wie Nachhaltigkeits- und Demokratieaspekte zunehmend in die wettbewerbsrechtliche Beurteilung einfließen und diskutierte anhand aktueller Entwicklungen im Kartellrecht und der Fusionskontrolle die Möglichkeiten und Grenzen einer stärkeren Ausrichtung des Wettbewerbsrechts auf gesellschaftliche Gemeinwohlziele.

Den Abschluss des Sommersemesters bildete am 22. Juni 2026 ein Vortrag von Dr. Rahim Rastegar, LL.M. (Harvard) (Rastegar Law) über die Umsetzung der EU-Verbandsklagen-Richtlinie in Österreich. Er stellte die wesentlichen Neuerungen der Verbandsklagen-Richtlinie-Umsetzungs-Novelle (VRUN) vor, erläuterte die Rolle qualifizierter Einrichtungen als neue Klägergruppe und diskutierte anhand erster Erfahrungen die praktischen Auswirkungen des neuen Systems kollektiven Rechtsschutzes.

Die Ringvorlesung wird im Wintersemester 2026/2027 fortgesetzt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Veranstaltungen zu besuchen. Weitere Informationen und aktuelle Termine finden Sie hier

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