Kommende Veranstaltungen
23. April 2026, 19 Uhr
Justmans Überlebensgeschichte und das Ötztal als Zufluchtsort
Zwei Spuren der Überlebensgeschichte von Leokadia Justman führen ins Ötztal. Rosi und Eugen Ginzel, ein jüdisches Ehepaar aus Köln, überlebten den Holocaust in Höhlen im hintersten Ötztal. 1946 wurden sie in Innsbruck die Trauzeugen von Leokadia und ihrem Ehemann Józef Wiśnicki. Jerzy Rybarczyk, der in Polen die Dokumente für Justman und andere jüdische Flüchtlinge gefälscht hatte, kam nach seiner Gestapo-Haft in Polen selbst nach Imst und heiratete die Ötztalerin Maria Raich. Der Abend lässt in dramatische Lebensgeschichten eintauchen, in denen die Ötztaler Bergwelt als Ort der prekären Zuflucht erscheint.
Ort: Turmmuseum Oetz, Schulweg 2, Oetz
Keine Anmeldung erforderlich
24. April 2026, 17 bis 23 Uhr
Lange Nacht der Forschung
Forschende des „Justman-Projekts“ begleiten Sie auf abenteuerlichen Spurensuchen. Wie konnten jüdische Flüchtlinge die NS-Zeit im hintersten Ötztal überleben? Wie organisierten sich Widerstandsgruppen in Innsbruck? Wie kann es sein, dass Maksymilian Stanisławski laut amtlichen Dokumenten zweimal starb?
Zeitzeugengespräche, Ausweise, Fotos, Gefangenenlisten, Online-Datenbanken, Landkarten und Handschriften machen die Nähe der NS-Zeit und ihre Bedeutung für die Gegenwart erlebbar.
Ort: Justman-Werkstatt, Karl-Rahner-Platz 1, Innsbruck
Keine Anmeldung erforderlich
29. April 2026, 18 Uhr
Was ist richtig? Wege des Widerstands
Musiktheaterprojekt über die Pazifistin Irene Harand und den General Wilhelm Zehner, die im Widerstand gegen Hitler auf unterschiedliche Weise kämpfen.
Ort: Großer Saal, Landhaus 1 (Erdgeschoss)
Anmeldung bis zum 27. April 2026: Anmeldung zur Veranstaltung
06. Mai 2026, 20:00 Uhr
Leokadia Justman: Die Gedichte, musikalische Lesung
Leokadia Justman schrieb 1944 im Innsbrucker Polizeigefängnis und nach ihrem Ausbruch bis zum Kriegsende 15 Gedichte in deutscher Sprache: in dieser musikalischen Lesung werden sie erstmals öffentlich vorgetragen.
Ort: Treibhaus, Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck
07. Mai 2026, 19 Uhr
Buchpräsentation: „Mich kriegt ihr nicht!“ in Bludenz
Józef Wiśnicki wurde 1916 in Częstochowa (Tschenstochau) als Jude geboren. Als im September 1939 das Deutsche Reich und die UDSSR Polen überfielen, verteidigte er sein Land zunächst als Soldat. Als Überlebenskünstler entkam er den NS-Verfolgern immer wieder. Er sprang aus dem ins Todeslager Treblinka fahrenden Zug. Im April 1943 kam er mit gefälschten Papieren, als polnischer Christ getarnt, nach Vorarlberg. Er arbeitete bei der Gärtnerei Schaub (heute Schallert) wo er auch mit Vorarlberger Gegnern des Nationalsozialismus bekannt wurde. Die Gestapo hatte ihn im Visier. Er wurde mehrfach verhaftet und zuletzt ins KZ Reichenau überstellt, aus dem er im Mai 1945 befreit wurde. Ein gutes Jahr später heiratete er in Innsbruck Leokadia Justman.
Ort: Remise, Raiffeisenplatz 1, 6700 Bludenz
20. Mai 2026, 19 Uhr
„Damals hieß ich Rita“ Zeitzeuginnengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Rozette Kats
Rozette Kats wurde am 27. Mai 1942 in Amsterdam in eine jüdische Familie geboren, kam zu ihrem Schutz jedoch in Obhut eines niederländischen Ehepaares, das sie fortan Rita nannte. Ihre Eltern und ihr Bruder wurden in Auschwitz ermordet, wovon Rozette erst 1948 kurz vor ihrem sechsten Geburtstag erfuhr.
Seit den 1990er Jahren tritt Rozette Kats als Holocaust Überlebende in niederländischen und deutschen Schulen auf. Am 27. Januar 2023, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, sprach sie in der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages. Am 20. Mai 2026 ist sie erstmals in Österreich zu Gast.
Ort: Festsaal, Landhaus 1 (1. Stock)
Anmeldung bis zum 18. Mai 2026: Anmeldung zur Veranstaltung
22. Mai 2026
Leokadia Justman: Hitlers Exekutive in der Wahrnehmung einer Verfolgten
Vortrag von Dominik Markl im Rahmen des IV. Hartheimer Forschungskolloquiums: Im Einsatz für den „Volkskörper" - Die Polizei im Nationalsozialismus.
Ort: Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim Schlossstraße 1, A-4072 Alkoven
Anmeldung bis zum 06. Mai 2026: Link zur Veranstaltungsseite
28. Mai 2026, 19 Uhr
Mich kriegt ihr nicht!
Buchvorstellung zu Józef Wiśnickis Überlebensbericht mit Niko Hofinger und Dominik Markl
Ort: Großer Saal, Landhaus 1 (Erdgeschoss)
Anmeldung bis zum 26. Mai 2026: Anmeldung zur Veranstaltung
11. Juni 2026, 19 Uhr
Die polnische Widerstandsgruppe in Innsbruck
Ort: Festsaal, Landhaus 1 (1. Stock)
Anmeldung bis zum 9. Juni 2026: Anmeldung zur Veranstaltung
Geschichte einer Jüdin: Es gab schlimme Täter, aber auch einige Gerechte
Artikel in der FAZ
„Leokadia und die Gerechten“ (F.A.S. Printausgabe vom 19.01.2025 von Stephan Löwenstein)
Ringvorlesung: Widerstand und Verfolgung junger Menschen in totalitären Systemen
Wintersemester 2024/2025
Ringvorlesung
„Widerstand und Verfolgung junger Menschen in totalitären Systemen“
Aufzeichnung der einzelnen Vorträge zum Nachschauen sowie Programmübersicht
Ticker: Heute vor 80 Jahren
Vergangene Veranstaltungen
16. April 2026, 19.30 Uhr
„Nie mehr still“ Buchpräsentation mit Sandra Pioro
Sandra Pioro hat die Überlebensgeschichte ihres Vaters aufgearbeitet, der die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald überlebte und gegen Ende des Krieges im Lager Reichenau in Innsbruck lebte, wo er möglicherweise auch Leokadia Justman traf.
Ort: Wagner’sche Universitätsbuchhandlung, Museumstraße 4, Innsbruck
Anmeldung erforderlich! (möglich auf der Website der Wagner'schen)
14. Juni 2024
Antrittsvorlesung Univ.-Prof. Dr. Dominik Markl SJ
„Geschichtsschreibung als Überlebensmedium: Von der Hebräischen Bibel zu Leokadia Justman“
08. März 2024
Erster Justman-Workshop
Startveranstaltung für alle Mitwirkenden am Forschungsprojekt
08. März 2024 – Erster Justman Workshop
Der Erste Justman Workshop diente der Vernetzung und dem Austausch der am Projekt beteiligten Forscher:innen aus Zeitgeschichte, Vergleichender Literaturwissenschaft, Slawistik, Anglistik, Germanistik, Ethnologie, Digital Humanities, Traumastudien und Theologie – im Rahmen des Forschungszentrums „Synagoge und Kirchen“. Zugleich erlaubte das Treffen eine inhaltliche Sondage für die Erste Justman Konferenz, geplant für 27.–28. März 2025. Wilhelm Guggenberger hob als Dekan der Theologischen Fakultät die Bedeutung der Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten hervor, mit den Citizen Scientists, insbesondere von der Landespolizeidirektion Tirol und dem Bildungszentrum der Sicherheitsakademie Absam, sowie mit der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg und allen Sponsoren des Projekts. Jeffrey, Justin und Brandon Wisnicki – der Sohn und die beiden Enkel von Leokadia Justman – bekundeten ihre Freude über den Projektbeginn über Videobotschaften aus den USA. Die interdisziplinäre Diskussion wurde durch einen Imbiss abgerundet, den die studentischen Mitarbeiter:innen des Projekts organisierten.
Einblicke
18. Jänner 2024 – Zeitzeugeninterview Martin Thaler
Leokadia Justman erwähnt in ihren Erinnerungen den dreijährigen Martin. Leokadia und Jakob lebten als Untermieter bei Martins Mutter Anna Lechner. Als Jakob Justman in der Wohnung von Anna Lechner im Schlachthofblock verhaftet wurde, war der kleine Martin anwesend. Martin Thaler schilderte seine Erinnerungen im Rahmen eines Zeitzeugeninterviews am 18. Jänner 2024. Ein Team des Büros für Öffentlichkeitsarbeit der Universität Innsbruck zeichnete das Interview mit dem heute 83-jährigen Mann auf Video auf, auch an den originalen Schauplätzen der Erzählung.


















