Kommende Veranstaltungen

21. Mai 2026, 17 Uhr
Stadtgeschichte Mobil: Józef Wisnicki

Das außergewöhnliche Leben des Józef Wisnicki begann am 2. Oktober 1916 in Czestochova in Polen und endete beinahe 100 Jahre später am 24. April 2016 in Florida. Seine Lebenserinnerungen werden am 7. Mai 2026 beim Zeitgeschichtetag in der Remise präsentiert. Als katholischer Arbeiter getarnt, arbeitete er während des Zweiten Weltkriegs in der Gärtnerei Schaub, heute Gärtnerei Schallert. Dort wird im Rahmen der Initiative „Stadtgeschichte mobil“ eine Kleinausstellung mit seiner Biografie präsentiert.

Ort: Gärtnerei Schallert, Bludenz

Der Eintritt ist frei

Link zur Veranstaltungsseite

22. Mai 2026
Leokadia Justman: Hitlers Exekutive in der Wahrnehmung einer Verfolgten

Vortrag von Dominik Markl im Rahmen des IV. Hartheimer Forschungskolloquiums: Im Einsatz für den „Volkskörper" - Die Polizei im Nationalsozialismus.

Ort: Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim Schlossstraße 1, A-4072 Alkoven

Anmeldung bis zum 06. Mai 2026: Link zur Veranstaltungsseite

28. Mai 2026, 19 Uhr
Mich kriegt ihr nicht!

Józef Wiśnicki aus Częstochowa sprang aus dem Zug nach Treblinka und entrann so dem sicheren Tod. Mit gefälschten Papieren kam er als polnischer Arbeiter ins Deutsche Reich – nach Bludenz. Ab April 1943 arbeitete er in der Gärtnerei Schaub. Die letzten Kriegsmona te überlebte er im Polizeigefängnis Bregenz und im Innsbrucker KZ Reichenau. 1946 heiratete er Leokadia Justman in Innsbruck. Seine 1997 in New York verfass ten Erinnerungen erscheinen nun erstmals in deutscher Übersetzung und mit historischen Anmerkungen. Dieser Abend gibt Einblick in die historische Spurensuche.

Ort: Großer Saal, Landhaus 1 (Erdgeschoss)

Anmeldung bis zum 26. Mai 2026: Anmeldung zur Veranstaltung

11. Juni 2026, 19 Uhr
Die polnische Widerstandsgruppe in Innsbruck

Marian und Stefan Kudera aus dem schlesischen Mysłowice studierten Medizin und Pharmazie in Inns bruck. 1943 gründeten sie eine Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime, zu der polnische Zwangsarbeiter Innen und InnsbruckerInnen gehörten. Nach dem Verrat der Gruppe an die Gestapo im Februar 1944 wurden die Brüder Kudera in der Herrengasse brutal gefoltert und am 19. Juli im KZ Dachau ermordet. Auch die Grup pe um Leokadia Justman kam in Verbindung mit der Widerstandsgruppe, insbesondere Adam Kamiński und Zdzisław Wojtala. An diesem Abend sprechen Forschen de des Justman-Projekts erstmals in der Öffentlichkeit mit Nachkommen von Überlebenden der polnischen Widerstandsgruppe in Innsbruck.

Ort: Festsaal, Landhaus 1 (1. Stock)

Anmeldung bis zum 9. Juni 2026: Anmeldung zur Veranstaltung

15. September 2026, 18:30-20:30 Uhr
Józef Wiśnicki & Leokadia Justman: Zwei jüdische Überlebensgeschichten aus Vorarlberg und Tirol zum 80. Hochzeitstag

Buchvorstellung und Gespräch mit den Herausgebern Dominik Markl und Niko Hofinger. Moderation: Irene Aue-Ben-David

Ort: Jewish Museum Hohenems
Villa Heimann-Rosenthal
Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems

Eintritt: keine Anmeldung erforderlich, Kosten: 11€/8€

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22. Oktober 2026, 19 Uhr
Österreicher als Massenmörder in Polen

Aus Österreich stammende Nationalsozialisten waren ab 1942 an der Ermordung von mehr als eineinhalb Millionen Menschen im „Generalgouvernement“ im besetzten Polen maßgeblich beteiligt, vor allem in den Vernichtungslagern Bełżec, Sobibór und Treblinka. Der ehemalige Gauleiter von Wien, Odilo Globocnik, leitete die „Aktion Reinhardt“ von Lublin aus. Irmfried Eberl aus Bregenz – er hatte in Innsbruck Medizin studiert – war erster Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka. Er wurde von Franz Stangl abgelöst, der aus Altmünster am Traunsee stammte und seine Kompetenz im Massen mord in Sobibór unter Beweis gestellt hatte. Am Podium kommen Experten zu diesen Verbrechern ins Gespräch: Michael Gehler, Peter Pirker, Johannes Sachslehner und Anders Otte Stensager. Moderiert wird der Abend von Ingrid Böhler.

Ort: Landhaus

Anmeldung bis zum 20. Oktober: Anmeldung zur Veranstaltung

26. Oktober 2026
Nationalfeiertag

Das Landhaus öffnet sich seiner Geschichte. Führungen durch die Ausstellung und das Gebäude mit Niko Hofinger und Dominik Markl.


Geschichte einer Jüdin: Es gab schlimme Täter, aber auch einige Gerechte

Artikel in der FAZ
„Leokadia und die Gerechten“ (F.A.S. Printausgabe vom 19.01.2025 von Stephan Löwenstein)

Ringvorlesung: Widerstand und Verfolgung junger Menschen in totalitären Systemen

Wintersemester 2024/2025
Ringvorlesung

„Widerstand und Verfolgung junger Menschen in totalitären Systemen“

Aufzeichnung der einzelnen Vorträge zum Nachschauen sowie Programmübersicht

Ticker: Heute vor 80 Jahren


Vergangene Veranstaltungen

20. Mai 2026, 19 Uhr
„Damals hieß ich Rita“ Zeitzeuginnengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Rozette Kats

Rozette Kats wurde am 27. Mai 1942 in Amsterdam in eine jüdische Familie geboren, kam zu ihrem Schutz jedoch in Obhut eines niederländischen Ehepaares, das sie fortan Rita nannte. Ihre Eltern und ihr Bruder wurden in Auschwitz ermordet, wovon Rozette erst 1948 kurz vor ihrem sechsten Geburtstag erfuhr.

Seit den 1990er Jahren tritt Rozette Kats als Holocaust Überlebende in niederländischen und deutschen Schulen auf. Am 27. Januar 2023, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, sprach sie in der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages. Am 20. Mai 2026 ist sie erstmals in Österreich zu Gast.

Ort: Festsaal, Landhaus 1 (1. Stock)

Anmeldung bis zum 18. Mai 2026: Anmeldung zur Veranstaltung

07. Mai 2026, 19 Uhr
Buchpräsentation: „Mich kriegt ihr nicht!“ in Bludenz

Józef Wiśnicki wurde 1916 in Częstochowa (Tschenstochau) als Jude geboren. Als im September 1939 das Deutsche Reich und die UDSSR Polen überfielen, verteidigte er sein Land zunächst als Soldat. Als Überlebenskünstler entkam er den NS-Verfolgern immer wieder. Er sprang aus dem ins Todeslager Treblinka fahrenden Zug. Im April 1943 kam er mit gefälschten Papieren, als polnischer Christ getarnt, nach Vorarlberg. Er arbeitete bei der Gärtnerei Schaub (heute Schallert) wo er auch mit Vorarlberger Gegnern des Nationalsozialismus bekannt wurde. Die Gestapo hatte ihn im Visier. Er wurde mehrfach verhaftet und zuletzt ins KZ Reichenau überstellt, aus dem er im Mai 1945 befreit wurde. Ein gutes Jahr später heiratete er in Innsbruck Leokadia Justman.

Ort: Remise, Raiffeisenplatz 1, 6700 Bludenz

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06. Mai 2026, 20:00 Uhr
Leokadia Justman: Die Gedichte, musikalische Lesung

Leokadia Justman schrieb 1944 im Innsbrucker Polizeigefängnis und nach ihrem Ausbruch bis zum Kriegsende 15 Gedichte in deutscher Sprache: in dieser musikalischen Lesung werden sie erstmals öffentlich vorgetragen.

Ort: Treibhaus, Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck

Link zur Veranstaltungsseite

29. April 2026, 18 Uhr
Was ist richtig? Wege des Widerstands

Musiktheaterprojekt über die Pazifistin Irene Harand und den General Wilhelm Zehner, die im Widerstand gegen Hitler auf unterschiedliche Weise kämpfen.

Ort: Großer Saal, Landhaus 1 (Erdgeschoss)

Anmeldung bis zum 27. April 2026: Anmeldung zur Veranstaltung

24. April 2026, 17 bis 23 Uhr
Lange Nacht der Forschung

Forschende des „Justman-Projekts“ begleiten Sie auf abenteuerlichen Spurensuchen. Wie konnten jüdische Flüchtlinge die NS-Zeit im hintersten Ötztal überleben? Wie organisierten sich Widerstandsgruppen in Innsbruck? Wie kann es sein, dass Maksymilian Stanisławski laut amtlichen Dokumenten zweimal starb?

Zeitzeugengespräche, Ausweise, Fotos, Gefangenenlisten, Online-Datenbanken, Landkarten und Handschriften machen die Nähe der NS-Zeit und ihre Bedeutung für die Gegenwart erlebbar.

Ort: Justman-Werkstatt, Karl-Rahner-Platz 1, Innsbruck

Keine Anmeldung erforderlich

Link zur Veranstaltungsseite der Langen Nacht der Forschung

23. April 2026, 19 Uhr
Justmans Überlebensgeschichte und das Ötztal als Zufluchtsort

Zwei Spuren der Überlebensgeschichte von Leokadia Justman führen ins Ötztal. Rosi und Eugen Ginzel, ein jüdisches Ehepaar aus Köln, überlebten den Holocaust in Höhlen im hintersten Ötztal. 1946 wurden sie in Innsbruck die Trauzeugen von Leokadia und ihrem Ehemann Józef Wiśnicki. Jerzy Rybarczyk, der in Polen die Dokumente für Justman und andere jüdische Flüchtlinge gefälscht hatte, kam nach seiner Gestapo-Haft in Polen selbst nach Imst und heiratete die Ötztalerin Maria Raich. Der Abend lässt in dramatische Lebensgeschichten eintauchen, in denen die Ötztaler Bergwelt als Ort der prekären Zuflucht erscheint. 

Ort: Turmmuseum Oetz, Schulweg 2, Oetz 

Keine Anmeldung erforderlich

Link zur Veranstaltungsseite der Ötztaler Museen

16. April 2026, 19.30 Uhr
„Nie mehr still“ Buchpräsentation mit Sandra Pioro

Sandra Pioro hat die Überlebensgeschichte ihres Vaters aufgearbeitet, der die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald überlebte und gegen Ende des Krieges im Lager Reichenau in Innsbruck lebte, wo er möglicherweise auch Leokadia Justman traf.

Ort: Wagner’sche Universitätsbuchhandlung, Museumstraße 4, Innsbruck

Anmeldung erforderlich! (möglich auf der Website der Wagner'schen)

Link zur Veranstaltungsseite der Wagner'schen

14. Juni 2024
Antrittsvorlesung Univ.-Prof. Dr. Dominik Markl SJ

„Geschichtsschreibung als Überlebensmedium: Von der Hebräischen Bibel zu Leokadia Justman“

Aufzeichnung der Antrittsvorlesung zum Nachschauen

08. März 2024
Erster Justman-Workshop

Startveranstaltung für alle Mitwirkenden am Forschungsprojekt


08. März 2024 Erster Justman Workshop

Der Erste Justman Workshop diente der Vernetzung und dem Austausch der am Projekt beteiligten Forscher:innen aus Zeitgeschichte, Vergleichender Literaturwissenschaft, Slawistik, Anglistik, Germanistik, Ethnologie, Digital Humanities, Traumastudien und Theologie – im Rahmen des Forschungszentrums „Synagoge  und Kirchen“. Zugleich erlaubte das Treffen eine inhaltliche Sondage für die Erste Justman Konferenz, geplant für 27.–28. März 2025. Wilhelm  Guggenberger hob als Dekan der Theologischen Fakultät die Bedeutung der Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten hervor, mit den Citizen Scientists, insbesondere von der Landespolizeidirektion Tirol und dem Bildungszentrum der Sicherheitsakademie Absam, sowie mit der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg und allen  Sponsoren des Projekts. Jeffrey, Justin und Brandon Wisnicki – der Sohn und die beiden Enkel von Leokadia Justman – bekundeten ihre Freude über den Projektbeginn über Videobotschaften aus den USA. Die interdisziplinäre Diskussion wurde durch einen Imbiss abgerundet, den die studentischen Mitarbeiter:innen des Projekts organisierten.

Stehend präsentiert Niko Hofinger dem anwesenden Auditorium den Start ins Projektgeschehen
Das anwesende Plenum beim Ersten Justman Workshop im Dekanatssitzungssaal der Theologie

Einblicke

18. Jänner 2024 – Zeitzeugeninterview Martin Thaler

Leokadia Justman erwähnt in ihren Erinnerungen den dreijährigen Martin. Leokadia und Jakob lebten als Untermieter bei Martins Mutter Anna Lechner. Als Jakob Justman in der Wohnung von Anna Lechner im Schlachthofblock verhaftet wurde, war der kleine Martin anwesend. Martin Thaler schilderte seine Erinnerungen im Rahmen eines Zeitzeugeninterviews am 18. Jänner 2024. Ein Team des Büros für Öffentlichkeitsarbeit der Universität Innsbruck zeichnete das Interview mit dem heute 83-jährigen Mann auf Video auf, auch an den originalen Schauplätzen der Erzählung.

Zeitzeuge Martin Thaler
Zeitzeuge Martin Thaler Westfriedhof
Zeitzeuge Martin Thaler Ampasser Wald
Eindruck aus dem Feld mit Zeitzeuge Martin Thaler
Zeitzeuge Martin Thaler Schlachthof

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