Einladung zu den Habilitationsvorträgen von
Assoz. Prof. Dr. Paul Scheibelhofer
und
Ass.- Prof. Dr. Christoph H. Schwarz
Dienstag, den 6. Oktober 2026
18:15 Uhr
Hörsaal 4 GEIWI-Turm (Hörsaaltrakt im Erdgeschoß), Innrain 52d, 6020 Innsbruck
Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bis zum 22. September 2026 per Mail an dekanat-biwi@uibk.ac.at gebeten.
Habilitationsvorträge
von
Assoz. Prof. Dr. Paul Scheibelhofer
Über die Herstellung fremder Männlichkeit in pädagogischen Beziehungen. Eine differenzkritisch-relationale Perspektive
und
Ass.- Prof. Dr. Christoph H. Schwarz
Politische Sozialisation in der Migration zwischen autoritären Regimen und etablierten Demokratien: Diaspora Politics nach dem ‚Arabischen Frühling‘
Programm
Grußworte von Rektorin
Univ.-Prof.in Dr.in Veronika Sexl
Vorstellung von Assoz.-Prof. Dr. Paul Scheibelhofer und Ass.-Prof. Dr. Christoph H. Schwarz
durch den Dekan der Fakultät für Bildungswissenschaften
Univ.-Prof. Dr. Alfred Berger
Habilitationsvorträge
Im Anschluss sind Sie herzlich zu einem Buffet eingeladen.
Assoz.-Prof. Dr. Paul Scheibelhofer

Paul Scheibelhofer studierte Soziologie an der Universität Wien und promovierte 2014 in Gender Studies an der Central European University, Budapest. Neben Forschungs- und Lehrtätigkeiten an verschiedenen österreichischen Universitäten leitete er von 2011 bis 2016 die Sexualpädagogik des Landes Niederösterreichs. In seiner Forschung befasst sich Paul Scheibelhofer mit unterschiedlichen Fragen von Männlichkeit, etwa im Zusammenhang mit Jugend, Migration, Gewalt oder Vaterschaft und Care. Außerdem beschäftigt er sich mit der Geschichte und Aktualität sexueller Bildung. Seit 2016 ist Paul Scheibelhofer am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck tätig, wo er 2026 im Fach Erziehungswissenschaft habilitierte. Seit 1. Mai 2026 ist Paul Scheibelhofer assoziierter Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlechterforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck.
Habilitationsvortrag:
Über die Herstellung fremder Männlichkeit in pädagogischen Beziehungen. Eine differenzkritisch-relationale Perspektive
Der Habilitationsvortrag entwickelt eine erziehungswissenschaftliche Perspektive auf die Herstellung fremder Männlichkeit in pädagogischen Beziehungen. Im Zentrum steht die Frage, wie Männlichkeit im Fluchtkontext als Position in intersektionellen Macht- und Differenzverhältnissen hervorgebracht und pädagogisch bearbeitet wird. Auf Basis empirischer Fallstudien zeigt der Vortrag, wie männliche Geflüchtete in öffentlichen Diskursen als gefährlich‑fremde Subjekte konstruiert werden und wie sich diese Zuschreibungen in pädagogischen Beziehungen wiederfinden und diese strukturieren. Die Perspektive, die dabei entwickelt wird, verschiebt den Fokus von Fragen nach der „richtigen Behandlung der Fremden“ zur Analyse der Prozesse, durch die Fremdheit und Geschlecht in pädagogischen Beziehungen hergestellt, ausgehandelt und unterwandert werden. Der Vortrag zeigt die Ambivalenzen pädagogischer Beziehungen zwischen Sorge, Normalisierung und Disziplinierung auf und entwirft eine differenzkritisch‑relationale erziehungswissenschaftliche Perspektive, die diese Verflechtungen reflektiert.
Ass.-Prof. Dr. Christoph H. Schwarz

Christoph H. Schwarz studierte Soziologie, Pädagogik (M.A.), Spanisch, Politik und Wirtschaft (LA Gym) und arbeitete an einer Gesamtschule, bevor er an der Universität Frankfurt promovierte. Nach Stationen als Post-Doc und Visiting Researcher an Universitäten in Deutschland, Frankreich und den USA arbeitet er seit 2022 als Assistenzprofessor am Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Fakultät für Bildungswissenschaften, wo er sich 2025 habilitierte. Im Rahmen des Lehr- und Forschungsbereichs „Konflikt – Trauma – Gewalt“ forscht er zu Fragen politischer Sozialisation in (Post)Migrationsgesellschaften, politischer Gewalt, (transnationaler) Repression, Gender, informellen Bildungsprozessen in sozialen Bewegungen, Jugend, intergenerationalen Beziehungen und kollektiver Erinnerung.
Habilitationsvortrag:
Politische Sozialisation in der Migration zwischen autoritären Regimen und etablierten Demokratien: Diaspora Politics nach dem ‚Arabischen Frühling‘
Der Habilitationsvortrag widmet sich der Frage, wie Migrationserfahrungen politische Sozialisationsprozesse prägen. Anhand des Fallbeispiels einer europaweiten Bewegung, die sich 2017 innerhalb der marokkanischen Diaspora zur Unterstützung der Hirak-Proteste im Rif (Nordmarokko) formierte, werden transnationale Dimensionen politischer Sozialisation aufgezeigt, die in der Forschung bislang nur wenig Beachtung gefunden haben. Ihre Kontextualisierung in der moralischen Ökonomie des ‚Arabischen Frühlings‘, wie auch der langen Geschichte post-kolonialer Migrationsprozesse aus Südwestasien/Nordafrika allgemein, macht deutlich, dass diese Aspekte auch über diesen empirischen Fall hinaus von hoher Relevanz sind.
Dazu verbindet der Vortrag Perspektiven der Migrations-, Bewegungs- und Sozialisationsforschung und zeigt auf, wie politische Erfahrungen aus (familialen) Herkunfts- und Residenzkontexten zusammenwirken. Dabei werden zugleich soziale Bewegungen als Orte transformatorischer Bildung erschlossen. Auf der Grundlage ethnographischer Feldforschung und biographischer Interviews in mehreren europäischen Ländern wird somit gezeigt, welche Effekte die Mobilität zwischen autoritären Regimen und Ländern der EU für die Entwicklung politischer Orientierungen, Politikverständnisse und Formen politischen Engagements gewinnen kann.
Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bis zum 22. September 2026 per Mail an dekanat-biwi@uibk.ac.at gebeten.
Universität Innsbruck
Fakultät für Bildungswissenschaften
Christoph Tauber
Innrain 52
6020 Innsbruck
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