Über das PROMS

Für die Erfassung der musikalischen Kompetenz wird in den meisten Forschungen auf Information über das Ausmaß der musikalischen Ausbildung einer Person zurückgegriffen. Dieser Ansatz ist allerdings problematisch, da es einerseits Personen ohne musikalische Ausbildung jedoch mit hohen musikalischen Fähigkeiten („musical sleepers“) und andererseits auch Personen mit musikalischer Ausbildung und gering ausgeprägten musikalischen Fähigkeiten gibt. Um diesen Limitationen entgegenzuwirken, entwickelten Law und Zentner (2012) eine neue Testbatterie (Profile of Music Perception Skills, PROMS), welche die musikalische Wahrnehmungsfähigkeit über verschiedene Dimensionen misst: Tonal (Melodie, Tonlage), qualitativ (Klangfarbe, Stimmung), temporal (Rhythmus, Rhythmus-zu-Melodie, Akzentuierung, Tempo) und dynamisch (Lautstärke).

Das PROMS hat zufriedenstellende psychometrische Eigenschaften für den Gesamtscore (Interne Konsistenz und Test-Retests r > .85) und akzeptable Koeffizienten für die einzelnen Subtests (.56 bis .85). Konvergenzvalidität wurde mit den entsprechenden Dimensionen der Advanced Measures of Music Audiation, dem Musical Aptitude Profile (Melodie, Rhythmus, Tempo) von Edwin E. Gordon, dem Musical Ear Test (Rhythmus) und instrumentellen Klangproben (Timbre). Kriteriumsvalidität konnte durch Zusammenhänge zwischen Testleistung und externen Indikatoren für musikalische Fähigkeiten gezeigt werden (r = .38 bis . 62, p < .05 bis p < .01). Die Abwesenheit von Korrelationen zwischen dem Testscore und einer nicht-musikalischen auditiven Differenzierungsaufgabe spricht für die diskriminante Validität der Testbatterie (r = -.05, ns). Zusammenhänge zwischen den einzelnen Subskalen können auf die zwei höherrangigen Faktoren der sequentiellen und sensorischen Musikverarbeitung zurückgeführt werden.

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 Law, L.N.C., & Zentner, M. (2012). Assessing Musical Abilities Objectively: Construction and Validation of the Profile of Music Perception Skills. PLoS ONE, 7(12): e52508. doi:10.1371/journal.pone.0052508

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