Universität Innsbruck
4. Christoph Probst Lecture 2023

Marie Paneth, Anna Freud und
die Kinder von Windermere

Kunsttherapie und Kinderanalyse nach Theresienstadt

Referentin: Iris Därmann

  Mittwoch, 08. März 2023

  18:00 Uhr s.t.

  AULA, 1. Stock, Innrain 52 (Hauptgebäude)

  Um Anmeldung bis spätestens 03. März 2023.

Mit der 2020 etablierten Christoph Probst Lecture will die Universität Innsbruck alljährlich an ihren kurzzeitigen Medizin-Studenten Christoph Probst erinnern. Er wurde in Innsbruck festgenommen und am 22. Februar 1943 in München-Stadelheim als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gemeinsam mit den Geschwistern Scholl durch das NS-Regime hingerichtet. Das Ziel der Christoph Probst Lecture ist es, im Rahmen von Vorträgen renommierter Fachleute, die Ideale der „Weißen Rose“ – Freiheit, Demokratie und Zivilcourage – zu reflektieren und weiterzutragen.


Begrüßung

Univ.-Prof. Dr. Veronika Sexl
Rektorin der Universität Innsbruck


Moderation

Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow
Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Innsbruck


Abstract

Marie Paneth, Anna Freud und die Kinder von Windermere
Kunsttherapie und Kinderanalyse nach Theresienstadt

Die Massentötung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen war der Kernbestand des deutschen Verbrechens gegen die Menschheit. „Etwa ein Viertel aller ermordeten Juden Europas waren Kinder. […] Von fast einer Millionen jüdischer Kinder im Alter bis zu 14 Jahren gab es am Kriegsende noch etwa 5.000“ (Kenkmann/Kohlhaas 2010, S. 139). Wie kann die Shoah from the children‘s point of view zugänglich gemacht werden? Im Vortrag geht es darum zu zeigen, in welcher Weise Marie Paneth, die Pionierin der Kunsttherapie, und Anna Freud, die Pionierin der Kinderanalyse, 1945 den Blick auf die bis heute kaum beachtete Verfolgungs-, Erfahrungs-, Gefühls- und Bildgeschichte jüdischer Kinder mit ihren je eigenen Praktiken gemeinsamen Überlebens und einer radikalen Form von Geschwisterlichkeit richteten.

Iris Därmann

Portraitbild Iris Därman

Iris Därmann ist Professorin für Kulturtheorie und Kulturwissenschaftliche Ästhetik am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie studierte Philosophie, Soziologie und Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum, wo sie 1993 mit einer Arbeit zu »Tod und Bild« als Doktorandin im DFG-Graduiertenkolleg »Phänomenologie und Hermeneutik« promoviert wurde. 2003 habilitierte sie sich in den Fächern Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität Lüneburg mit der Arbeit »Fremde Monde der Vernunft«. 2005/2006 war sie Senior Fellow am IFK, Wien, 2006 Gastdozentin an der Leibnizpreis-Forschungsstelle »Kulturtheorie und Politische Theorie des Imaginären« der Universität Konstanz, von 2007 bis 2008 ebendort Fellow im Exzellenzcluster »Kulturelle Grundlagen von Integration«. Von 2009 bis 2011 war sie Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Forschung, 2012/13 Fellow am IKKM an der Bauhaus-Universität Weimar. Von 2012/13 bis 2017 war sie Sprecherin der Forschergruppe »Oikonomia/Ökonomie« im Exzellenzcluster Topoi sowie Teilprojektleiterin im SFB »Transformationen der Antike«. Von 2012 bis 2014 war sie Mitglied der Forschergruppe »Piktogramme« des Exzellenzclusters Bild Wissen Gestaltung. Seit 2016 ist sie Mitglied des Beirats der Aby-Warburg-Stiftung. Im Sommersemester 2017 war sie Fellow am Käte Hamburger Kolleg »re:work. Work and Human Life Cycle in Global History«. Sie ist Caroline von Humboldt Professorin 2017 und war von 2018 bis 2022 Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Dresden. Gemeinsam mit Andreas Gehrlach und Thomas Macho ist sie seit 2019 Herausgeberin der Reihe »Undisziplinierte Bücher“ im de Gruyter Verlag. Seit 2020 ist sie Mitglied der BUA-Forschergruppe »The Laws of Social Cohesion (LSC) – Zur Bedeutung des Rechts für die demokratische Gestaltung sozialen Zusammenhalts« und seit Herbst 2022 beteiligte Wissenschaftlerin am Graduiertenkolleg »Traumata und kollektive Gewalt: Artikulation, Aushandlung und Anerkennung« an der Internationalen Psychoanalytischen Universität in Berlin und dem Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrum an der Ruhr-Universität Bochum. 2022 wurde sie mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

Monographien

  • Sadismus mit und ohne Sade, erscheint Berlin: Matthes & Seitz 2023.
  • Widerstände. Gewaltenteilung in statu nascendi, Berlin: Matthes & Seitz 2021.
  • Undienlichkeit. Gewaltgeschichte und politische Philosophie, Berlin: Matthes & Seitz 2020 (2. Aufl. 2021).
  • Tierisch beste Freunde. Über Tiere und ihre Menschen (mit Hilal Sezgin, Clemens Wischermann), Berlin: Matthes & Seitz 2017 (Reihe Fröhliche Wissenschaft).
  • Kulturtheorien, Hamburg: Junius 2011 (3. Aufl. 2017).
  • Theorien der Gabe, Hamburg: Junius 2010 (2. Aufl. 2016).
  • Figuren des Politischen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2009 (2. Aufl. 2018).
  • Fremde Monde der Vernunft. Die ethnologische Provokation der Philosophie (Habil.), München: Fink 2005.
  • Tod und Bild. Eine phänomenologische Mediengeschichte (Diss.), München: Fink 1995.
Universität Innsbruck
Büro für Öffentlichkeitsarbeit

Josef-Moeller-Haus, Innrain 52
6020 Innsbruck

Um Anmeldung bis spätestens 03. März 2023 wird gebeten.


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