Implizites Wissen in der Schauspielkunde

Das Ziel des Projekts Tacit Knowing in Acting ist eine Auslegung der epistemologischen Eigenschaften von skill transfer in der Ausbildung von Schauspielern. Das Projekt ist daher keine soziologische oder psychologische Studie über das Theater, sondern eine philosophische Untersuchung gemeinsam mit Theatermachern. Konkret erforscht das Projekt die Bildung von Fertigkeiten in der Schauspielkunde am renommierten Max Reinhardt Seminar der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst auf der Basis einer Dokumentation des Unterrichts von Professor Artak Grigorjan. Im Rahmen des Projekts wird die Beziehung zwischen Prof. Grigorjan und seinen Studenten als eine Variation der Meister-Lehrling Beziehung betrachtet. Das Projekt strebt an, eine neue Diskussion der Schauspielkunst als eine Art Berufswissen zu lancieren, die wiederum zur Grundlage für künftige Diskussionen professioneller Kompetenz im Theater an sich dienen könnte. Das Projekt setzt eine Reihe von Untersuchungen über praktisches Wissen fort, die Tore Nordenstam und Kjell S. Johannessen vom Institut für Philosophie der Universität Bergen in Norwegen begonnen haben und Bo Göranzon und Ingela Josefson in ihren Untersuchungen über Berufswissen und Fertigkeit in Stockholm weitergeführt haben. Schwedische Forschungen im Bereich Fertigkeiten und Technik wurde seit der Gründung des so genannten Dialog Seminars von Prof. Göranzon 1985 in engster Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität Stockholm (KTH) und dem königlichen dramatischen Theater durchgeführt. Das Projekt geht vom systematischen Überblick über die objektive Umgebung des Schauspielkunde-Unterrichts am Reinhardt Seminar aus: die Räumlichkeiten, die Institutsstruktur, die Länge der Proben usw. Wie auch in der schwedischen Forschung über Fertigkeiten und Geschick im Berufsleben sind die Hauptmethoden dieser Untersuchung teilnehmende Beobachtung und Dialog. Das bedeutet, dass die Projektantin Prof. Grigorjans Unterricht zwei Jahre lang beobachten wird. Die Beobachtung dient dem Zweck, einen Dialog mit Prof. Grigorjan und seinen Studenten über Fertigkeiten und Geschick in der Schauspielkunde zu entwickeln. Der Dialog wird sich über Interviews gestalten: Problemzentrierte Interviews, erzählende Interviews und Diskussionen in der Gruppe. Am Ende des Projekts werden die „Gegenstände der Untersuchung“ selber eine ganze Reihe von kritisch erläuterten Beispielen produziert haben, die „paradigmatisch“ für Schauspieler werden können. Diese werden in einer Monographie zusammengefasst.

(dieses Projekt wird gefördert vom FWF)

Projektmitarbeiter

 
Projektleiter:

Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Allan S. Janik
Philosophisches Institut der Universität Innsbruck
Honorarprofessor für Philosophie der Universität Wien

O. Univ.-Prof. Mag. Artak GRIGORJAN, Max-Reinhardt-Seminar der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Karin Gasser

 

 

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