Das Gedicht

 

Sie sehn den Wuchs, das Schwebende im Licht.
Wer aber ahnt die Kraft gekrümmter Wurzel:
dies furchtbar Horchende, das sich ins Dunkel krallt,
es zu verwandeln? 

Sie brauchen Schauder, doch von fern.
Zu nah wär’ Wissen ihnen tödlich.
Und barmherzig verhüllt das Gleichnis.

Wort und Bild:
sie stehn als Wächter vor den stummen Pforten
des strengeren Reichs;
fast Rune schon, geheimnisvoller Schlaf,
der unter seiner Schönheit zartem Lid
den Abgrund birgt. 

(aus: Der Regenbaum, 1951.
Mit freundlicher Genehmigung des Otto Müller Verlags.)