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Forschungsfeld Wirtschafts- und SozialgeschichteProjekte 2: Hunger und Globalisierung
Hunger und Globalisierung
Im Juni 2005 hat die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) aus Mitteln des Jubiläumsfonds die Finanzierung eines Projekts unseres Teams zum Thema "Globalisierung des Hungers? Globale Ungleichheit in historischer Perspektive" bewilligt, das nun vom Oktober 2005 bis zum September 2007 von Andreas Exenberger bearbeitet wurde. Aus Mitteln des Tiroler Wissenschaftsfonds (TWF) konnte das Projekt im Jahr 2008 verlängert werden. Es schließt dabei an frühere Forschungsarbeiten von Josef Nussbaumer an (siehe Katastrophengeschichte) und geht durch den Vergleich der beiden Globalisierungswellen im 19. und im 20. Jahrhundert auch allgemeiner der Frage nach, in welcher Weise Globalisierungstendenzen Ungleichheiten fördern oder mildern. In einer ersten Annäherung an diese Frage wurde eine besonders gravierende und unmittelbar lebensbedrohende Form der Ungleichheit, der Hunger, analysiert. Denn so sehr Globalisierierung einerseits durch Verbilligung und Beschleunigung des Transports Nahrungsmittel besser und schneller verfügbar macht, so sehr trägt sie auf der anderen Seite dazu bei, lokale Produktion (und damit Existenzsicherung) durch die Konkurrenz vom Weltmarkt zu verdrängen. Das Thema gewinnt gerade dadurch besondere Aktualität, dass die Vereinten Nationen sich im Rahmen der im Jahr 2000 verabschiedenten "Millenniumsentwicklungsziele" als oberstes Ziel (wieder einmal) die Bekämpfung des Hungers auf ihre Fahnen geschrieben haben. Im September 2005 wurde hier eine (wenig ermutigende) Zwischenbilanz vorgelegt, die sich im Gefolge der Nahrungsmittelkrise des Jahres 2008 weiter verschlechtert hat. Die Analyse von anderen Arten der Ungleichheit und insbesondere der Armut sollen dann in einer zweiten Annäherung noch ein breiteres Bild zur Einordnung der Erkenntnisse liefern. Eine weitere, systematische und zugleich illustrative Annäherung an dieses Thema liegt mittlerweile in 2. Auflage vor: Unser kleines Dorf. Eine Welt mit 100 Menschen (Kufstein, IMT Verlag, unserkleinesdorf.com). Aber auch die Hungerforschung wird in nächster Zukunft weiter fortgesetzt, stellen sich doch nach einer Analyse der globalen Problemlagen unverändert wichtige Fragen nach den innergesellschaftlichen Hemm- und Förderfaktoren für Hungerbekämpfung. Als wichtiger Nebeneffekt dieses Projektes ist schließlich die erfolgreiche Habilitation von Dr. Andreas Exenberger im November 2009 mit dem Thema "Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Globalisierung unter besonderer Berücksichtigung der Hungerproblematik" zu verbuchen. Gegenstand der Habilitationsschrift waren insbesondere die Arbeiten zum Hungerproblem und weitere, konzeptionelle Arbeiten zum Thema Globalisierung.
Weitere Informationen und ausgewählte Publikationen:
Stand: Februar 2010 |
