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Forschungsfeld Wirtschafts- und SozialgeschichteProjekte 3: Weltordung und Extreme (und Hegemonie und Massentod)
Politische Ökonomie der GewaltDieses mehrteilige Projekt erforscht in enger Kooperation mit Partner/innen in der ehemaligen Forschungsplattform "Weltordnung – Religion – Gewalt" (die seit 2010 in der neuen Forschungsplattform "Politik – Reilgion – Kunst" fortbesteht) die Zusammenhänge zwischen verschiedene Formen der Weltordnung und der Gewalt. In jüngster Zeit hat sich dabei der Fokus der Bemühungen vor allem auf Afrika gerichtet, was auch in einem aktuellen Buchprojekt des Clusters "Weltordnung und Extreme" besagter Forschungsplattform zum Ausdruck kommt. Das ursprüngliche Projekt "Hegemonie und Massentod" wurde 2004 gestartet und seither in unregelmäßigen Abständen weiterentwickelt. Dabei beschäftigt sich unser Team mit dem Zusammenhang zwischen einer bestimmten Form der Weltordnung (der "Hegemonie") und einer bestimmten Form der Gewalt (dem "Massentod", also dem millionenfachen Sterben von Menschen, aus welchen Gründen auch immer). Kern der Thematik ist die Frage, ob hegemoniale Herrschaft eher dazu beiträgt, die Gewalt im internationalen System einzudämmen oder ob sie sie vielmehr erst voll entfesselt. Angesichts einer Welt, die im 21. Jahrhundert offenbar von einer relativ hegemonialen Macht dominiert wird, für die sich aber immer deutlicher Herausforderer zeigen, ist eine Antwort auf diese Frage offenbar sehr wichtig. Der enge Zusammenhang dieser Frage mit ökonomischen Entwicklungen wird dabei spätestens auf den zweiten Blick offensichtlich. Das zweite Projekt "Anatomie der Gewalt" entwickelte sich seit Ende 2005 aus einem Dissertationsvorhaben zu einer interdisziplinären Kooperation, die auch zu einem inzwischen mehrfach überarbeiteten FWF-Antrag geführt hat. Dabei geht es anhand von zwei Fallstudien darum, die anhaltende Gewalt in zwei afrikanischen Regionen (dem "Horn" von Afrika und dem "Herz" von Afrika) zu erklären und damit Wege zu eröffnen, sie in Zukunft zu entschärfen. Wenngleich dabei einerseits ethnisch-religiöse Erwägungen und andererseits ökonomische Begründungen im Vordergrund stehen, so zeigt sich doch in beiden Fällen ein vielschichtiges und mehrdismensionales Gewaltsystem als wesentliche, die Jahrhunderte überdauernde Triebfeder der Konflikte. Der jüngste Projektanlauf fokussiert nun stärker auf die noch komplexere Region "Horn von Afrika" (Äthiopien, Eritrea, Somalia und ihre Nachbarstaaten). Daneben werden weitere Projekte verfolgt, z.B. zu Themen wie Menschen- und Körper(teil)handel, Sklaverei oder Katastrophen, die ebenfalls das Spannungsverhältnis von "Ordnung" mit verschiednenen Formen der Gewalt oder mit Extremerfahrungen thematisieren. Besonders hervorzuheben sind dabei aktuelle Arbeiten zur Reproduktionsmedizin (Projekt "Money for Life") Weitere Informationen:
Stand: Februar 2010 |
