spacer
DE | EN

 

 

 

Idee

Ziele

Umsetzung

Auswahlkriterien

Gattungen (Terminologie)

Für Herausgeber:



Idee

Das Projekt DILIMAG möchte einer Entwicklung Rechnung tragen, die auf dem Gebiet der Literatur eine immer größere Rolle spielt, nämlich das Auftreten von völlig neuen Formen der Literaturvermittlung, die über das Internet entstanden sind und aufgrund der besonderen Eigenschaften des Netzes und der digitalen Medien nicht über die herkömmlichen Beschreibungsverfahren und Analysemethoden erfasst werden können.


Ziele

Das Projekt konzentriert sich auf digitale, d.h. reine Netzpublikationen, die über keine Printvarianten verfügen, da diese in ganz besonderer Weise drohen, in der Unübersichtlichkeit und Kurzlebigkeit des Netzes verloren zu gehen. Um eine langfristige Verfügbarkeit der Netzpublikationen zu ermöglichen und damit eine wissenschaftlich fundierte Basis zu schaffen, aufgrund derer das literarische Leben im Netz von seinen frühen Entstehungsjahren an erfasst, beschrieben und zugänglich gemacht werden kann, verfolgt das Projekt im Wesentlichen drei sich gegenseitig bedingende Ziele:

  • Im wissenschaftlichen Bereich: die Analyse und Kommentierung der verschiedenen Präsentationsformen digitaler Literaturmagazine.

  • Im dokumentarischen Bereich: eine möglichst umfassende Erhebung der seit der Öffnung des WWW ausschließlich im Internet erschienenen bzw. erscheinenden deutschsprachigen Literaturmagazine.

  • Im technologischen Bereich: die systematische Archivierung der untersuchten Quellen in einem digitalen Repositorium. Damit wird die langfristige Verfügbarkeit der Online-Literaturmagazine garantiert und ein Beitrag zur Bewahrung dieses bedrohten Kulturerbes geleistet.

    Wir brauchen Ihre Mitarbeit!!

 

 

Umsetzung


Bei der technischen Realisierung greifen wir auf den WebCurator zurueck. Dabei handelt es sich um ein umfassende Anwendung, die vom Internationalen Internet Preservation Konsortium in Auftrag gegeben wurde und als Open Source Software vorliegt. Die gesammelten Internetseiten werden schließlich in einem METS Objekt abgebildet und im digitalen Repositorium der Universität Innsbruck gespeichert.

Da Netzpublikationen sich dynamisch verhalten und sich also ständig verändern, sucht das Projekt den Wissensaustausch mit Usern und den Anschluss an thematisch verwandte Archivprojekte. Wir bitten Herausgeber von literarischen Online-Portalen, Betreuer von Linksammlungen und Archivprojekten zum Thema um Kontaktaufnahme.

 

Sie können sich hier in die Mailingliste aufnehmen lassen:

E-Mail IconAnmeldung zur Mailing List

 

 

Auswahlkriterien


Publikationen im Netz unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen medientechnischen Bedingungen grundsätzlich von Publikationen in Printform. Internetpublikationen sind - anders als Periodika in Printform - weder an zeitliche und geographische Räume noch an Medienformate gebunden: Sie können neben Schrift- und Bilddokumenten auch Audio- und Filmdateien transportieren, unabhängig von ihrem Produktionsort an jedem vernetzten Rechner der Welt ohne Zeitverzögerung gelesen werden, sie können jederzeit aktualisiert werden und aufgrund des vergleichsweise geringen finanziellen, technischen und logistischen Aufwandes auch von einer einzigen Person produziert und veröffentlicht werden bzw. umgekehrt eine unbegrenzte Zahl von Autoren mitwirken lassen und die Rolle des Herausgebers auf die eines "Webmasters" reduzieren. Diese hier nur verkürzt dargestellten Charakteristika von digitalen Literatur-"Magazinen" machen es erforderlich, dass wir uns in diesem Projekt von den herkömmlichen Definitionen der "Zeitschrift", des "Journals" und "Magazins" verabschieden müssen. Dies bedeutet,
- dass erstens prinzipielle Offenheit angestrebt wird – nicht zuletzt auch deshalb, weil heute noch in keiner Weise abzusehen ist, was in Zukunft von Bedeutung sein wird. Es würde dem Forschungsanliegen dieses Projekts zuwiderlaufen, wenn wir uns jetzt schon zu Beginn auf bestimmte Formen festlegen würden. Es ist jedoch ein erklärtes Ziel dieses Projekts, die Ergebnisse und damit auch die detaillierte Darstellung der vollzogenen Auswahlkriterien abschließend zu dokumentieren.
- Da jedoch auch für den Anfang nicht völlig auf einschränkende Kriterien verzichtet werden kann, um die Machbarkeit im Rahmen eines zeitlich und finanziell begrenzten Projektes zu garantieren, wird Periodizität als unabdingbares Kriterium für die Auswahl gelten. Gattungen wie Autorenhomepages oder zeitlich limitierte Schreibprojekte, die von vornherein auf Abschluss angelegt sind, bleiben damit ausgeklammert. Ein weiteres einschränkendes Kriterium für die Auswahl wird auch die Frage nach der öffentlichen Präsenz der jeweiligen Website sein. Diese kann gegeben sein entweder durch eine
- "Lebensdauer" von mindestens einem halben Jahr, in der die Website periodisch mit neuen Inhalten auftritt, oder durch deren
- "Wirkung", die sich anhand von Verweisen und Zitaten in anderen Publikationsorganen nachweisen lässt.

Wie bereits im Projekttitel deutlich gemacht, werden ausschließlich "reine Online-Magazine" berücksichtigt, um das Projekt von dem Bereich der traditionellen Zeitschriftenforschung abzugrenzen, die sich auf Printformate bezieht. D.h. Online-Varianten von in Printform veröffentlichten Magazinen scheiden aus, wenn die Inhalte der beiden Versionen sich nicht wesentlich voneinander unterscheiden. Die Differenzierung zwischen born online und original in Printform erscheinenden Publikationsorganen ist deshalb von grundsätzlicher Bedeutung für dieses Projekt, weil es hier darum geht, einen Bereich des gegenwärtigen Literaturbetriebes zu beschreiben, zu analysieren und zu dokumentieren, der genuin im Internet entstanden ist und aufgrund der dem Netz und den digitalen Medien inhärenten "Vergänglichkeit" droht, für die Nachwelt unwiederbringlich verloren zu gehen. Hybride Formen wie Online-Magazine, die Ausgaben im PDF-Format, als Print on Demand oder in Printform anbieten, werden ebenfalls aufgenommen, da es sich auch hier um ursprünglich im Internet verankerte digitale Quellen handelt, die Teil des dort entstandenen literarischen Lebens sind. Formate wie PDF und PoD garantieren außerdem noch nicht per se langfristige Verfügbarkeit, sondern sie bieten den Nutzern lediglich die Möglichkeit eines identischen Printausdrucks an und verlangen deshalb nach einer Sicherung der digitalen Originalquelle. Printvarianten von Online-Magazinen erscheinen häufig erst nach einer gewissen Laufzeit im Internet und es wäre kaum sinnvoll, im nachhinein eine Website aus dem Archivierungsprogramm auszuschließen, nur weil eine zusätzliche Variante in Printform erscheint, die zudem erfahrungsgemäß häufig in inhaltlich reduzierter Form und in kleiner Auflage angeboten wird. Hier wird also ganz pragmatisch nach dem Prinzip im Zweifelsfall dafür entschieden.

 

 

Für Herausgeber

 

FAQ

 

1. Womit erkläre ich mich mit dieser Erklärung einverstanden?
Sie erklären sich damit einverstanden, dass „Dilimag“ eine Kopie und/oder laufend Kopien Ihres Periodikums anfertigt und diese in einem digitalen Repositorium speichert. Sie sind weiters damit einverstanden, dass "Dilimag" die nötigen Vorkehrungen unternimmt, um Ihr Periodikum langfristig archivieren und - bei Vorliegen der entsprechenden Erklärung - einem uneingeschränkten oder eingeschränkten Benutzerkreis für Forschungs- und Bildungszwecke zugänglich machen zu können. Um eventuelle kommerzielle oder andere Interessen bzw. Rechte zu schützen, kann das Ausmaß des öffentlichen Zugangs zu den archivierten Inhalten mit den Betreibern von "Dilimag" abgesprochen werden.

 

2. Wird ein Entgelt vereinbart?
Nein, die Einräumung der in der Einverständniserklärung angeführten Befugnisse an "Dilimag" erfolgt unentgeltlich.

 

3. Verfolgt "Dilimag" mit der Archivierung und dem allfälligen Zugang über Internet einen wirtschaftlichen oder kommerziellen Zweck?
Nein, die Betreiber von "Dilimag" stellen klar, dass sie keinerlei mittelbaren oder unmittelbaren wirtschaftlichen oder kommerziellen Zweck verfolgen.

 

4. Wer kann - bei Einschränkung des Benutzerkreises für Forschungs- und Bildungszwecke - auf das Periodikum zugreifen?
Inhaber einer Zugangsberechtigung für das DILIMAG-Archiv. Der Zugangsaccount muss beim IZA namentlich beantragt werden.

 

5. Gebe ich mit dieser Einverständniserklärung Urheberrechte an „Dilimag“ weiter?
Nein, Sie bzw. die in Ihrem Periodikum vertretenen AutorInnen verfügen weiterhin über die bestehenden Urheber- und Nutzungsrechte: „Dilimag“ wird lediglich bewilligt, die in der Einverständniserklärung eingeräumten Rechte auszuüben.

 

6. Welche Gründe sprechen dafür, den Zugang für Forschungs- und Bildungszwecke zu den im Repositorium abgelegten Inhalten zu erlauben?
Wenn Sie eine entsprechende Vereinbarung mit den AutorInnen getroffen haben, die es Ihnen erlaubt, diese Entscheidung zu treffen. Um Missverständnisse zu vermeiden, empfehlen wir HerausgeberInnen, die AutorInnen über das Archivierungsprojekt zu informieren und - falls erforderlich - Zustimmungen einzuholen.

 

7. Welche Gründe sprechen dagegen, den Zugang für Forschungs- und Bildungszwecke zu den im Repositorium abgelegten Inhalten zu erlauben?
Wenn Sie nicht mit der Zustimmung der AutorInnen hierfür rechnen können bzw. Sie ausdrücklich nicht berechtigt sind, derartige Befugnisse "Dilimag" einzuräumen.

 

8. Wie geht „Dilimag“ vor, wenn ich mich für die Aufnahme in das Langzeitarchivierungsprogramm, aber gegen die Zurverfügungstellung im Internet entscheide?
In diesem Fall verfahren wir genau so wie mit allen anderen Periodika mit Ausnahme des öffentlichen Zugriffsrechts, d.h. der langfristige Erhalt des Periodikums wird gesichert. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, dass in Zukunft die betreffenden Inhalte nach Ablauf des Urheberrechts der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Da wir aber den freien Zugang zu Wissensquellen grundsätzlich für ein dringliches und erstrebenswertes Desiderat halten, hoffen wir, dass sich mit der Zeit immer mehr HerausgeberInnen und AutorInnen der Verwirklichung dieses Ziels anschließen.

 

9. Welche Strategien gibt es für den Fall, dass ein/e Autor/in gegen die Archivierung Einspruch erhebt bzw. verlangt, dass der betreffende Text nicht über das Archiv der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden darf?
Wir archivieren grundsätzlich eine kopierte Fassung, die – soweit technisch möglich – das Original möglichst getreu widerspiegelt. Zensur- bzw. Auswahlmaßnahmen würden gegen dieses Prinzip verstoßen. Wir verfügen über eine technische Lösung, die es ermöglicht, einzelne Seiten zu „verdecken“ oder zu entfernen. Maßnahmen dieser Art sollen über eine Absprache zwischen HerausgeberInnen, AutorInnen und „Dilimag“ erfolgen. Wir wollen nichts und niemanden „zwangsarchivieren“ und das harmonische Verhältnis zu den HerausgeberInnen und AutorInnen ist unser ureigenstes Anliegen. Wir weisen jedoch an dieser Stelle auch auf die verschiedenen Großarchivierungsmaßnahmen hin, wie sie beispielsweise ebenfalls im Sinne der Bewahrung kulturellen Erbes durch das Internet Archive durchgeführt werden, da vielleicht manchen AutorInnen, die mit der „natürlichen“ Lebensdauer eines Dokuments im Netz rechnen, nicht bewusst ist, dass diese Lebensdauer bereits künstlich verlängert wird.

 

10. Warum hat „Dilimag“ diesem Periodikum Archivierungsmaßnahmen angeboten?
Weil wir dieses Periodikum für ein wertvolles Kulturgut erachten, das auch für spätere Generationen erhalten werden soll, um einerseits der Forschung die Möglichkeit zu bieten, verschiedene Entwicklungen und Trends in literarischen, metaliterarischen sowie medienhistorischen und -ästhetischen Diskursen zu rekonstruieren und andererseits auch einer allgemein an Literatur interessierten Öffentlichkeit den Zugang zu historischen Quellen zu gewährleisten.
Wir wissen heute nicht, was für künftige Generationen von Bedeutung sein wird. Doch wir gehen davon aus, dass auch in Zukunft Interesse daran bestehen wird, historische Quellen einzusehen, die für einen gewissen Zeitabschnitt von Bedeutung waren. Um die „Bedeutung“ nicht mit einem subjektiven Parameter festzulegen arbeiten wir mit möglichst objektiven und offenen Auswahlkriterien.

 

11. Welche negativen Auswirkungen könnte die Archivierung und das öffentliche Zurverfügungstellen des Periodikums durch „Dilimag“ auf den kommerziellen oder ideellen Erfolg meines Periodikums haben?
Wir gehen davon aus, dass HerausgeberInnen und AutorInnen die Befürchtung hegen, dass BesucherInnen nicht mehr auf die originale Website zugreifen, sondern auf die Kopie im Archiv. Wir werden entsprechende Vorkehrungen treffen, um diese potentiell mögliche Gefahr zu minimieren, u.a. indem wir an deutlicher Stelle auf die originale und aktive URL verweisen. Mit den HerausgeberInnen von kommerziell betriebenen Periodika werden jeweils die Richtlinien für den öffentlichen Zugang so vereinbart, dass keine kommerziellen Schäden für den Herausgeber entstehen. Wir möchten an dieser Stelle auch auf die Erfahrungen von Pandora hinweisen, dem digitalen Archiv der „National Library of Australia“, das mittlerweile seit über 10 Jahren besteht. In einer 2006 durchgeführten Umfrage mit HerausgeberInnen von Online-Magazinen zeigte sich deutlich, dass sich aus der Sicht der HerausgeberInnen durch die Archivierung weder kommerzielle noch sonstige Nachteile ergeben haben (vgl. Edgar Crook: Assessing the impact of Archiving on the Archived. In: RLG DigiNews: Issue index: Aug 15, 2006. Wir werden dem Beispiel „Pandora“ folgend ebenfalls nach Abschluss der dreijährigen Projektphase die HerausgeberInnen nach ihren Erfahrungen mit dem Archivierungsprojekt befragen und unsere Vorgangsweise den Ergebnissen anpassen. Außerdem werden wir jederzeit auf allfällige Einwände und Wünsche so gut wie möglich reagieren.

 

12. Welche positiven Auswirkungen könnten die Archivierung und das öffentliche Zurverfügungstellen durch „Dilimag“ für die HerausgeberInnen und/oder den Erfolg des Periodikums haben?
Ein kostenloses Backup, das bei unvorhergesehenen Schäden sehr nützlich sein könnte; eine Erhöhung des Bekanntheitsgrades, da BesucherInnen der Datenbank und des Archivs eventuell auch auf bis dahin unbekannte Websites zugreifen. Eine langfristige Sicherung des Copyrights der HerausgeberInnen und AutorInnen, die über die „Lebensdauer“ des Periodikums im Netz hinausgeht, da im Archiv dauerhaft auf die Urheberrechte verwiesen wird und die Kontakte zu den HerausgeberInnen aktualisiert werden.

 

13. Wenn ich diese Einverständniserklärung abschicke, bedeutet das, dass das betreffende Periodikum automatisch in die Datenbank und in das Repositorium aufgenommen wird?
Nein, denn die Datenbank und das Repositorium werden aufgrund bestimmter Auswahlkriterien erstellt. Das bedeutet, dass nicht jede mittels dieser Einverständniserklärung getätigte Anmeldung automatisch eine Aufnahme in unsere Datenbank und in unser Repositorium bedeutet.

 

14. Wie erfahre ich, ob das Periodikum in das Archivierungsprogramm aufgenommen wird?
Sie werden von uns benachrichtigt.
15. Was ist der Unterschied zwischen der „Datenbank“ und dem „Repositorium“?
Die Datenbank speichert die Metadaten, das Repositorium speichert das Objekt selber.
Die Datenbank dient primär dazu, die verschiedenen Formen literarischer Periodika im Netz zu erfassen und zu dokumentieren.
Das Repositorium dient ausschließlich dazu, den Erhalt der elektronischen Quellen langfristig zu garantieren. Bevor die BenutzerInnen zu der archivierten Fassung gelangen, werden sie darüber informiert, dass es sich hierbei nicht um die originale Fassung, sondern um eine Kopie des Originals handelt. Außerdem wird - wenn noch vorhanden - auf die aktive Adresse im Netz verwiesen.
Da wir uns erst in der Aufbau- und Testphase befinden, werden wir auch diese Seite den laufenden Anforderungen entsprechend anpassen und korrigieren.

Für Hinweise und weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte jederzeit an: dilimag@uibk.ac.at

 

Einverständniserklärung

Wenn Sie HerausgeberIn eines online erscheinenden Literaturperiodikums sind und wollen, dass dieses Periodikum langfristig archiviert und in die Reihe der von "Dilimag" betreuten Datenbank zur Erfassung von digitalen Literaturmagazine aufgenommen wird, füllen Sie bitte die Einverständniserklärung aus. Bitte informieren Sie sich auch in "FAQ" und "Auswahlkriterien" über unsere Vorgangsweise.

PDF IconEinverständniserklärung-PDF * Bitte verwenden Sie die aktuellste Acrobat Reader Version.

E-Mail IconEinverständniserklärung-Online * Manche Browser-Einstellungen verhindern das Senden des Formulars. Benutzen Sie bitte in diesem Fall das PDF-Formular.