logo-klein.jpg     Forschungsförderung 2015

 

Auch 2015 hat die Alpine Forschungsstelle Obergurgl mit Unterstützung des Rektorats wieder eine Forschungsförderung ausgeschrieben. Die eingehenden Projekte wurden von internen und externen GutachterInnen evaluiert und gereiht. Aus diesem Prozess sind folgende Projekte als Sieger hervorgegangen:

 

  • „Bodenpilze und Collembolen an frühesten Sukzessionsstadien des Gletschervorfeldes als Grundlage zur Erforschung trophischer Interaktionen von Pionieren“, eingereicht von Frau Univ.-Prof. Mag. Dr. Ursula Peintner

Das Schmelzen der Gletscher ist in vielen Alpenregionen das wohl deutlichste Zeichen für die aktuellen großklimatischen Veränderungen. Es ermöglicht aber auch die Untersuchung einer fundamentalen ökologischen Fragestellung: Wie entsteht ein Ökosystem? Im Gletschervorfeld des Rotmoosferners nahe Obergurgl gehen WissenschaftlerInnen schon seit über einem Jahrzehnt der Frage nach, wie und in welcher Abfolge die eisfrei werdenden Flächen von Tieren und Pflanzen wiederbesiedelt werden. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse haben in Wissenschaftskreisen große Beachtung erfahren, wie etwa die Entdeckung, dass – im Gegensatz zu allen bis dahin gängigen Theorien zur Besiedelung von Lebensräumen – die ersten Besiedler eisfrei werdender Areale nicht Pflanzen sondern räuberische Spinnen und Insekten sind. Weiterführende Untersuchungen  identifizierten dann Collembolen – winzige Insekten, die auch schon direkt auf dem Gletscher vorkommen –  als eine wichtige Nahrungsquelle dieser Gletschervorfeldkolonisatoren. Nur wovon ernähren sich nun diese Collembolen ihrerseits? Hinweise, dass Collembolen häufig mykophag, also „pilzfressend“ sind, gibt es aus mehreren Lebensräumen. Ob dies auch im Gletschervorfeld des Rotmoosferners nahe Obergurgl der Fall ist, soll in diesem Projekt durch Ursula Peintner und Michaela Hittorf geklärt werden. Das Projekt stellt einen weiteren wichtigen Schritt zur vollständigen Entschlüsselung der Nahrungsbeziehungen in Gletschervorfeldern  dar, könnte aber auch entscheidende Hinweise bei der Erforschung von Nahrungsnetzen in anderen neu entstehenden Ökosystemen liefern.

 

  • „Biological ice nucleators for artificial snow production“, eingereicht von Herrn Assoz.-Prof. Dr. Martin Tollinger

Künstliche Schneeproduktion ist in vielen touristisch genutzten Alpinregionen mittlerweile eine dem Wettbewerb geschuldete Notwendigkeit. Allerdings gelten für diesen Prozess nicht in allen Ländern die gleichen Sicherheits- und Umweltbestimmungen, gerade wenn es um den Einsatz von Kristallisationskeimen geht.  Eines der am Weitesten verbreiteten Produkte setzt dafür ein Bakterium ein, das so genannte „ice nucleation proteins“ enthält. Dieses Bakterium greift allerdings Pilze an und kann potentiell allergische Reaktionen hervorrufen. Da trotz der Abtötung der Bakterien vor deren Verwendung eine Gefährdung für Mensch und Umwelt über Zellmembranen und andere Bakterienteile nicht absolut ausgeschlossen werden kann, ist dieses Produkt in Österreich verboten, in anderen Ländern allerdings erlaubt.  Prof. Tollinger und sein Team arbeiten in diesem Projekt daher daran, die für die Kristallisation entscheidenden Strukturen des ice nucleating proteins zu identifizieren und synthetisch zu reproduzieren, um zukünftig die Sicherheit solcher Produkte deutlich erhöhen zu können.

 

Die Alpine Forschungsstelle Obergurgl hofft, durch die Förderung dieser beiden Projekte einen Beitrag zur Generierung von wissenschaftlich und gesellschaftlich relevanten Erkenntnissen zu liefern und den Forschungsstandort Obergurgl weiter zu stärken.

 

Am 09. Oktober 2015 wurde die offizielle Verleihung der Forschungsförderung durch Frau Dr. Sara Matt-Leubner, der Leiterin der  Stabsstelle für Wirtschaftskooperationen und Beteiligungen, im Salon des Rektors durchgeführt.

 

 

 Forschungsförderung 2015 GB

Gruppenbild bei der Preisverleihung, v.l.n.r.: Brigitta Erschbamer (Leiterin Alpine Forschungsstelle Obergurgl), Nikolaus Schallhart (Koordinator AFO), Michaela Hittorf, Rüdiger Kaufmann (Stellvertretender Leiter AFO), Ursula Peintner, Martin Tollinger, Sarah Matt-Leubner

(Foto: Stefan Hohenwarter; Büro für Öffentlichkeitsarbeit und Kulturservice, Universität Innsbruck)

 

 


 

 

Forschungsförderung 2012

Im Herbst 2012 schrieb die Alpine Forschungsstelle Obergurgl gemeinsam mit dem Rektorat und dem Vizerektorat für Forschung wieder eine Förderung zur Start- und Anbahnungsfinanzierung von intra- und interdisziplinären Forschungsprojekten aus. Nach einem Evaluierungsverfahren der Einreichungen durch externe Begutachter und weiteren internen Beratungen wurden schließlich die folgenden zwei Projekte aus  sechs Anträgen für die Forschungsförderung ausgewählt:

  1. "Plant-herbivory interactions on Alpine glacier forelands", eingereicht von Frau Dr. Corinna Wallinger:

    Dieses Projekt ergänzt die an der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl schon lange etablierte Sukzessionsforschung um einen wichtigen Aspekt, nämlich die Nahrungswahl der ersten herbivoren Kolonisatoren. Dabei werden erstmalig molekularbiologische Methoden eingesetzt um die konsumierten Pflanzen im Darm der im Gletschervorfeld lebenden Insekten anhand ihrer DNA zu identifizieren.

  2. "Bedload mobility at steep slopes", eingereicht von Herrn Ass.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Bernhard Gems:

    Der vorliegende Projektantrag befasst sich mit Geschiebetransportprozessen in alpinen Gebirgsbächen. Ausgehend von einer Messkampagne an der Gurgler Ache im hinteren Ötztal werden die für alpine Gebirgsbäche typischen Strukturen und Ausprägungen der Gewässersohle in einem physikalischen Modellversuch nachgebildet. Anhand systematischer Versuche werden die relevanten Prozesse zur Genese und die Stabilität von Deckschichtstrukturen sowie der Transport von Geschiebe über diese Strukturen untersucht. 

 

 Förderungsvergabe 2012 

Am 13. Dezenber fand schleißlich die offizielle Vergabe der Forschungsförderung an die beiden PreisträgerInnen statt. Dabei ließ es sich Frau Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Sabine Schindler nicht nehmen, den  Fördernehmer/Innen persönlich zu gratulieren.

 

Bild links: Rüdiger Kaufmann, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter AFO; Corinna Wallinger, Institut für Ökologie; Vizerektorin Sabine Schindler; Bernhard Gems, Institut für Infrastruktur; Brigitta Erschbamer, wissen-schaftliche Leiterin AFO (v.l.n.r.)

 

 


 

  

Forschungsförderung 2010

Im Frühjahr 2010 hatte die Alpine Forschungsstelle Obergurgl gemeinsam mit dem Vizerektorat für Forschung erneut eine Förderung zur Start- und Anbahnungsfinanzierung von interdisziplinären Forschungsprojekten ausgeschrieben. Am 7. Juli 2010 erhielten zwei der insgesamt acht AntragstellerInnen die Förderzusagen überreicht.

Die geförderten Projekte 2010 sind:

  1. GLAC.- L.I.F.E: Dr. Birgit Sattler vom Institut für Ökologie beschäftigt sich in ihrem Projekt mit dem mikrobakteriellen Ökosystem des Rotmoosferners, das sie mittels einer laserbasierten Messmethode untersucht. Dabei kooperiert Sattler mit den Instituten für Experimentalphysik und  Meteorologie und Geophysik der Uni Innsbruck sowie dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

  2. ALPO: Ao. Univ.-Prof. Dr. Jean Nicolas Haas vom Institut für Botanik untersucht in seinem Projekt „Alpine Land Use at Obergurgl (ALPO)“ gemeinsam mit WissenschaftlerInnen der Institute für Germanistik, Ökologie und Botanik und einem Archäologen die Landraumnutzung und Besiedelung der Gegend Putzach in Obergurgl.

AFO Forschungsförderung

Vizerektor Tilmann Märk, Alexander Zanesco, Archäologe, Birgit Sattler vom Institut für Ökologie
sowie Brigitta Erschbamer und Eva-Maria Koch von
der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl.
(Foto: Susanne Röck)

Ziel des neu initiierten Forschungsförderungsprogramms ist die Ausweitung, Intensivierung und Schwerpunktsetzung der wissenschaftlichen Forschung an der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl. Gefördert wurden interfakultäre Projekte, die an der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl durchgeführt werden oder einen starken Bezug zu Obergurgl oder dem Inneren Ötztal aufweisen. Die Fördersumme wurde auf zwei Projekte aufgeteilt, die als Pilotstudien für die Einwerbung von Drittmitteln und die Entwicklung neuer Forschungsansätze und – kooperationen konzipiert sind. Nach zahlreichen neuen Schritten, um die Aktivitäten der Alpinen Forschungsstelle Obergurgl auszubauen soll auch die Förderung interdisziplinärer Forschung in und um Obergurgl eine weitere Initiative in diese Richtung setzen.

Die beiden Projekte, die im Rahmen eines internationalen Verfahrens geprüft und ausgewählt wurden, decken den ganzen Höhengradienten ab und beschäftigen sich mit  hochaktuellen Themen wie Klimawandel und Landnutzung.

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