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Jubiläum der Theologischen Fakultät

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Veröffentlichung:
Kategoriekommentar
Abstrakt:
Publiziert in:Originalbeitrag für den Leseraum
Datum:2007-11-08

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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Am Sonntag, 4. November feierte die Theologische Fakultät auf den Tag genau unter dem Motto: “150 Jahre weltweiter Präsenz” ihre Wiedererrichtung vor 150 Jahren. Unter Anwesenheit des Landeshauptmanns DDr. Herwing van Staa, der Bürgermeisterin Hilde Zach, der Universitätsräte Helmut Fröhlich und Peter Gröbner, des Rektors Karlheinz Töchterle, des Provinzials der Gesellschaft Jesu, Severin Leitner, feierte der Ehrendoktor der Universität Innsbruck, Bischof Reinhold Stecher, den Festgottesdienst in der Jesuitenkirche. An die 400 Fakultätsangehörige und Vertreter der kirchlichen Öffentlichkeit erlebten eine fulminante Feier bei der sich auch das Vokalensemble der Universität Innsbruck mit der Orgelsolomesse von W.A. Mozart präsentierte.

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In seiner Grußbotschaft erinnerte Rektor Töchterle daran, dass die Theologische Fakultät “zum weltweiten Aushängeschild der Innsbrucker Universität und auch der Stadt Innsbruck geworden ist. Die Handbücher von Noldin, Hurter und Lercher sind weltweit in Seminaren zum Standardlehrmaterial geworden, die Innsbrucker Absolventen lehren an zahlreichen Fakultäten weltweit, leiten Diözesen und Pfarreien. Selbst im Himmel ist die Fakultät mit einigen Seligen gut vertreten. Der Segen Gottes nahm die Innsbrucker Fakultät aus der Dramatik der Geschichte nicht heraus. Immer wieder in Frage gestellt, wurde sie - als einzige unter den deutschsprachigen theologischen Fakultäten - im Jahre 1938 zum zweiten Mal aufgehoben. Denn die Gesinnung der Innsbrucker Jesuiten stand im deutlichen Gegensatz zur neuen Heilslehre; es gereicht der Fakultät zur Ehre, dass sie in einem der letzten Akte vor der Aufhebung noch das Ehrendoktorat an den „Löwen von Münster“, den mutigen Kritiker der Nationalsozialisten, Erzbischof Clemens Maria Graf von Galen aus Münster verliehen hat. Als kirchliche Fakultät überlebte sie durch das Canisianum im Schweizer Exil. Nach dem zweiten Weltkrieg durch einen einstimmigen Beschluss des akademischen Senats gleich im Juni 1945 wiedererrichtet, arbeitete die Fakultät an einer gediegenen theologischen Kultur weiter, sorgte gerade durch die Gebrüder Rahner, durch Andreas Jungmann, Emerich Coreth, Herlinde Pissarek-Hudelist oder Raymund Schwager für Maßstäbe theologischen Denkens - und dies weltweit.” Der Rektor unterstrich die Bedeutung der Theologischen Fakultät gerade in der heutigen Zeit: “Damit die Universität weiterhin ein Forum bleibt, auf dem die Maßstäbe des Humanum für das menschliche Leben und Zusammenleben geprägt werden, braucht es eben eine gegenwarts- und zukunftsbezogene Wertreflexion. ‘Religion ist das Thema der Zukunft’ - dieser Slogan steht auf der Werbebroschüre der Fakultät.” Deswegen verband er mit der Gratulation zum Jubiläum den Wunsch, dass die Fakultät “mutig die anfallenden Aufgaben aufgreift, Position bezieht und um die Gestalt der Universität von morgen mit streitet. Zu dieser Aufgabe ist sie ja durch ihre Vergangenheit bestens legitimiert. An ihrer Kompetenz für diese interdisziplinäre Arbeit zweifle ich nicht”- beendete der Rektor sein Grußwort.

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In einem Interview zum Jubiläum in der Kirchenzeitung erinnerte der Dekan Jozef Niewiadomski an die besondere Situation der Fakultät gerade im Hinblick auf die Rekrutierung der ausländischen Studierenden. "Die meisten von ihnen kommen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie sind Stipendiaten, für die oft kleine Pfarren in Tirol und Vorarlberg aufkommen", so Dekan Prof. Jozef Niewiadomski in der Kirchenzeitung "Tiroler Sonntag". Tirol habe in den 150 Jahren im theologischen Bereich enorm viel Hilfe geleistet. Die Absolventen aus dem Ausland, die in ihre Länder zurückgekehrt sind, hätten ihrerseits Universitäten aufgebaut. Zur Bedeutung der Theologischen Fakultät an einer staatlichen Universität hält Dekan Niewiadomski folgendes fest: “Gute Theologie ist der beste Garant gegen einen gewaltbereiten Fundamentalismus.” Um das friedensstiftende Potenzial der Religionen zu untersuchen, betreibe die Katholisch-Theologische Fakultät deshalb auch interdisziplinäre Forschung u. a. zum Thema: Religion und Gewalt. "Der gegenwärtige Kulturbruch bedeutet nicht, dass wir einem a-religiösen Zeitalter entgegengehen. Wir brauchen an den öffentlichen Universitäten Orte, an denen Religion rational diskutiert wird", betonte Prof. Niewiadomski. Auf die Berufsmöglichkeiten mit einem Theologie- oder Philosophiestudium (an der Katholisch-Theologischen Fakultät) angesprochen, zeigte der Dekan ein gesellschaftliches Dilemma auf. Einerseits würde das Studium als Berufsvorbereitung angesehen, gleichzeitig sei bekannt, dass das Gebrauchswissen schnell altere. Das bedeute, dass ein akademisches Studium zuerst der Persönlichkeitsbildung dienen müsse. Die beruflich notwendigen Fertigkeiten könnten schnell in Kursen vertieft werden. Niewiadomski: "Wir haben noch zu wenig Menschen, die aus Begeisterung Theologie studieren, um dann z. B. in eine Bank zu gehen und innerhalb kurzer Zeit eine Leitungsposition einnehmen. In Amerika ist das üblich.”

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