CAVE.LIFE
Eis- und Gletscherhöhlen als glaziales Refugium von Mikroorganismen und deren non-invasive Erforschung
(Nr. 147)
Beteiligt:
In dem Projekt CAVE.LIFE werden Eis- und Gletscherhöhlen als glaziales Refugium für mikrobielles Lebensformen untersucht. Jene Gemeinschaften verfügen über eine Adaptierung an extreme Bedingungen wie beispielsweise Nährstoffknappheit, geringes bis völlig reduziertes Lichtangebot, tiefe Temperaturen oder geringe Verfügbarkeit an Wasser. Bislang gibt es über diese mikrobiellen Nahrungsnetze in den Kompartimenten von (Eis)höhlensystemen wie Luft, Eis, Schmelzwasser und Sediment kaum Kenntnis. Zudem sind jene Höhlen oder Teile davon oft touristisch als Schauhöhlen genutzt, was zu einer Verfälschung der ursprünglichen Fauna und Flora führt. Gemeinsam mit Schüler/innen soll eine Bestandsaufnahme des ökologischen Potenzials durchgeführt werden in Hinsicht auf Biomasse und Metabolismus. Weiterführende Experimente schätzen das Ausmaß und die Konsequenzen des anthropogenen Einflusses ab.
Eishöhlen werden zu ultra-oligotrophen Habitaten gezählt, wodurch der Bedarf an der non-invasiven Untersuchung nach Biosignaturen gegeben ist. Mittels einem Laserverfahren, welches photoaktive Pigmente oder Nuklein- oder Aminosäuren im Eis nachweisen kann, soll über einen navigierbaren, autonomen Rover eine hochauflösende Untersuchung und Detektion verschiedener Lebensspuren auch von schwer zugänglichen Stellen der Höhlen möglich sein. Gemeinsam mit Schüler/innen der HS Zirl und dem BRG in der Au soll anhand eines Modulsystems eine biologische Charakterisierung dieser Höhlen entstehen sowie ein fahrbares Lasersystem entwickelt werden. Diese Untersuchungen sollen Aufschluss geben über weit verbreitete, jedoch weitestgehend vernachlässigte Lebensräume, welche überaus sensibel auf Temperaturschwankungen reagieren.