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ALIPRANDI, Hieronymus

 

1. ALIPRANDI, Hieronymus (Gerolamo)
Allebrandi, Alibrandi

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Stuckateur (Rasmo, S. 64)

3. BIOGRAPHIE

* um 1650, Laino/Como
nach 11.02.1690

Stammt aus einer Intelveser Stuckateur-Familie aus Laino/Como, die im 17./18. Jahrhundert vor allem in Wien tätig war.
Sohn eines Giacomo Aliprandi. Hieronymus Aliprandi war 1682 für den Fürstbischof Alberti in Trient tätig.

1690 schuf er zusammen mit Agostino Silva und Giacomo Scotti Stuckarbeiten in der Cappella dell’Assunzione in der Wallfahrtskirche von Oropa. Weingartner schrieb ihm und Andrea Pelli die Stuckstatuen in der Chiesa del Calvario in
Bozen zu (irrtümlicherweise auch die sich dort befindlichen Holzskulpturen), (Saur, S. 412).

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Sohn des Intelveser Stuckateurs Giacomo Aliprandi. In Trient um 1682 tätig für den Fürstbischof Alberti.
Später arbeitet er mit Agostino Silva, Giacomo Scotti sowie Andrea Pelli zusammen.
In Bozen zählen die Delai zu seinen Auftraggebern, eine Stadtbaumeisterfamilie aus der Lombardei (Scaria d'Intelvi).

 

5. WERKE

(SÜDTIROL)

5.1 Innenausstattung der Grabeskirche am Kalvarienberg – Virgl, Bozen
Der Kreuzkuppelbau wurde 1683 bis 1685 von Andreas und Peter Delai errichtet. Zur Innenausstattung ihrer Bauten beriefen
die Delai meist lombardische Stuckateure, zu denen auch Gerolamo Aliprandi zählt (Rasmo, S. 64). Die Grabeskirche enthält Stuckdekorationen von Carlo Stefano Consiglio, Andrea Pelli und Hieronimus Aliprandi (Naredi-Rainer, Madersbacher, S. 27).
Im 18. Jahrhundert erfuhr die Kunst der Stuckatur in Bozen eine starke Verbreitung. Schon im 17. Jahrhundert wurde die Anwesenheit der Stuckateure Gerolamo Aliprandi und Andrea Pelli verzeichnet, die im ausgehenden Jahrhundert in der Grabeskirche von Bozen tätig waren.

5.2 Stuckaturen im Palais Menz, Bozen: die vier Evangelisten
Vielleicht waren sie auch die Meister der Stuckaturen im Palais Menz, die Hieronymus Otto von Rafenstein zwischen 1666
und 1680 in Auftrag gegeben hatte. Laut Weingartner, der schriftliche Quellen dazu anführte, entwarf der aus Laino im Valle d´Intelvi stammende Aliprandi die sechs Statuen in Nischen (die vier Evangelisten und die Propheten David und Salomon),
die er dann mit seinem Mitarbeiter Andrea Pelli ausgeführt haben soll. (Eine Stadt und ihre Kunst– Bozen 1700 1800, S. 144)
In den Nischen der Annexe stehen in Lebensgröße die „vier Evangelisten“ von Gerolamo Aliprandi, in den beiden muschel-bekrönten Nischen am Aufgang zum Chor die von Andrea Pelli gearbeiteten König David (mit der Harfe) und Kaiser Konstantin (mit dem rechten Fuß auf einem Torso), der über seine Mutter Helena die Auffindung des Kreuzes Christi veranlasste und über Christi Grab den ersten Kultbau errichtet hatte (Spada Pintarelli, S. 57)
.

6. ABBILDUNGEN

(SÜDTIROL)

6.1 Bozen, Palais Menz: Evangelist Lukas



BACCHI Andrea, GIACOMELLI Luciana, Altarbaukunst und Bildhauerei im Bozen des 18. Jahrhunderts,
in: Eine Stadt und ihre Kunst – Bozen 1700 – 1800, Milano, 2004, S. 144.

7. BIBLIOGRAPHIE

SAUR, Allgemeines Künstlerlexikon, Band 2, 1992, S. 411 f.
RASMO Nicolo, Kunstschätze in Südtirol, Rosenheim, 1985, S. 63 f.
NAREDI-RAINER Paul (HG), MADERSBACHER Lukas (HG), Kunst in Tirol – Vom Barock bis in die Gegenwart,
Tyrolia-Verlag Innsbruck-Wien, 2007, S. 27.
SPADA PINTARELLI Silvia (HG), Bozen im 17. Jahrhundert – Die Malerei, 1994 Milano, Edizioni Gabriele Mazzotta,
S. 57. (In: die Grabeskirche am Virgl in Bozen. Baukonzept und Freskenprogramm unter Berücksichtigung gebauter Passionsanlagen in Südtirol)
BACCHI Andrea, GIACOMELLI Luciana, Altarbaukunst und Bildhauerei im Bozen des 18. Jahrhunderts.
(In: Eine Stadt und ihre Kunst – Bozen 1700 – 1800, Milano, 2004, S. 144.)
WEINGARTNER Josef, Die Kunstdenkmäler Südtirols, Band 2, 1991, Athesia Bozen – Tyrolia Ibk-Wien. S. 57.
MAIR Patrizia, Diplomarbeit - Die Baumeisterfamilie Delai und ihre Sakralarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts
in Südtirol, Innsbruck 1997, S. 51.
MALFER Viktor, Der Bozner Kalvarienberg und seine Kirchen – Sonderdruck aus dem Hauskalender, 1978,
Heimatschutzverein Bozen, S. 2.

 
©Ursula Patauner, Oktober 2008

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