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Weihnachtsbrief des Dekans

Autor:Niewiadomski Jozef
Veröffentlichung:
Kategoriefak
Abstrakt:
Publiziert in:
Datum:2011-12-23

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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Liebe Freunde der Theologischen Fakultät!

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Mein diesjähriger Brief reduziert sich zu einer Geschichte aus dem Leben. Bei seinem letzten Besuch in Polen im Jahre 1999 hat der frühere Papst Johannes Paul II. – zum Schock der Organisatoren – spontan den Wunsch geäußert, eine Familie zu besuchen. „Vor etwa vierzig Jahren habe ich dort“, so der Papst, „an einem besonders heißen Tag bei meiner Kajaktour auf Masuren ein Glas kühler Sauermilch geschenkt bekommen.“ Dank dem Segen des Langzeitgedächtnisses im Alter fiel dem Papst diese Begebenheit jetzt ein. Er würde gerne sehen, ob es den ärmlichen Bauernhof noch gibt. Die Verblüffung des Bauers konnte nicht größer sein, auch über den Grund des Besuchs. Hat er doch unzählige Gläser Sauermilch im Leben verschenkt. Weil dies zur Normalität seines bäuerlichen Lebens dazugehörte. Eine Woche später wurde er von Journalisten gefragt, ob sich bei ihm etwas seit dem Besuch verändert hat. Seine Antwort: „Früher habe ich meine Armut verflucht. Es schien kein Sinn mehr im Leben zu sein. Und da kam der Papst zu uns und wusste unser Leben zu würdigen. Das hat meine Einstellung zu meinem Leben geändert.“ Rein äußerlich hat diese „Spritztour“ des Papstes nichts verändert: immer noch dieselbe Armut und immer noch dieselbe Mühsal. Und doch ist alles anders seit dem Tag, an dem ein anderer dieses Leben zu würdigen wusste.

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Was hat denn die Geburt Jesu am Unheil dieser Welt verändert, was an der realen Existenz des Menschen verbessert? –, fragen die Kritiker. Rein äußerlich betrachtet: nichts! Und doch – so die Theologen – alles! Alles ist neu! Alles ist neu seit dem Tag, als Gott selber in seinem Sohn Mensch wurde und diese unsere menschliche Existenz, so armselig und banal sie auch sein mag, auf diese Weise gewürdigt hat. „Gott wurde Mensch, damit der Mensch vergöttlicht werde“, so die Kurzformel der Kirchenväter.

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Sie haben im vergangenen Jahr – schon durch ihren Besuch auf unserer Homepage die Arbeit unserer Fakultät gewürdigt. Dafür möchte ich Ihnen von Herzen danken und Ihnen gesegnete Weihnachten wünschen. Und das heißt heute: Sie mögen es erfahren, dass andere Ihrer Lebensform ihre Wertschätzung zeigen! Gott tut es auf jeden Fall und auch wir, die Theologische Fakultät.

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Univ.-Prof. Dr. Józef Niewiadomski, Dekan  

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