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Vision possible? – Alle gegen Einen oder Einer für Alle?

Autor:Kraml Martina
Veröffentlichung:
Kategoriefak
Abstrakt:
Publiziert in:# Originalbeitrag für den Leseraum
Datum:2006-11-15

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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"Ich möchte gerne weiter reden.", "Bei uns in Telfs spüren wir das Thema hautnah.", "Könnt ihr nicht bei uns auch einmal einen solchen Workshop machen, gerade über dieses Thema wird so wenig geredet?", "Ich bin ganz erstaunt, welche Themen ihr hier behandelt, das gefällt mir, ich habe mir bis jetzt immer gedacht, die theologische Wissenschaft besteht nur aus Quellenkunde." … Das und Ähnliches haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Verlauf der Aktionstage Junge Uni (10. November 2006 SchülerInnentag, 11. November Familientag) zu uns gesagt.

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Wir TheologInnen (Cornelia Cordin, Martina Kraml, Susanne Pointner, Marco Russo, Christian Schwald, Nikolaus Wandinger) luden im Rahmen einer Malinsel und eines Workshops dazu ein, Kommunikationsmuster in den Blick zu nehmen, über lebensverweigernde und lebensfördernde Kommunikationsmuster nachzudenken und die Beiträge, die das Christentum für eine friedlichere Welt leisten kann, wertzuschätzen.

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Mit Hilfe eines Ausschnittes aus dem Film "Kiriku" kamen wir mit den Kindern, Jugendlichen - und am Samstag auch mit den Erwachsenen - ins Gespräch: "Alle gegen Eine/n" - wie fühlt sich das an? Wie fühle ich mich, wenn ich an der Stelle des Einen bin? Wie fühle ich mich, wenn ich zu den Mehreren gehöre, die gegen Eine/n sind?

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Alle hatten ihre Erfahrungen, viele waren berührt von der Thematik und konnten die im Film gezeigten Kommunikationsmuster in ihrem eigenen Leben wieder entdecken und die Unsicherheit, das Leid beschreiben, das sie auslösen.

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Das machte nachdenklich und löste Fragen zum Weiterdenken aus: Woher wissen wir um die Problematik solcher Muster? Wer hat uns das Lebensverneinende dieser Kommunikation vor Augen gestellt? Uns durch sein Handeln und sein Schicksal auf die Gefährlichkeit aufmerksam gemacht?

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Viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihre eigenen und die fremden Ausschlusserfahrungen mit dem Geschick Jesu in Zusammenhang bringen. Vergebungsbereitschaft im Ausgerichtetsein auf Gott, auch dort, wo es auf den ersten Blick vielleicht sinnlos und wenig fruchtbringend erscheint, das wurde für uns zu einem Schlüssel, der einen Ausweg aus der Ausschlussspirale möglich machen könnte. So dass das "Alle gegen Einen" gewandelt wird in "Einer für Alle": Die Hingabe Jesu verlangt nach der Bereitschaft, zu berühren und sich berühren zu lassen, gerade auch von solchen Menschen, die man sonst nicht bei sich am Tisch haben möchte.

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Deutlich wurde aber auch, dass es sich bei einer ehrlich gemeinten Vergebungsbereitschaft nicht um ein "automatisiertes" Geschehen handeln kann. Im Gegenteil, diese Vergebensbereitschaft ist oft ein erstes schwer errungenes Angebot durch alle Verletzungen hindurch, sozusagen der Auftakt zu einem bisweilen schwierigen Auseinandersetzungsprozess der Betroffenen, in dem auch Schweigen und Distanz Platz haben müssen. Noch ein zweites kommt hinzu: Man kann Vergebung nicht erzwingen, nur erhoffen und sich auf sie einlassen im Vertrauen auf Gottes unverdientes Geschenk.

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Gemeinsam mit unseren Besucherinnen und Besuchern durften wir spannende Gespräche erleben. Was die Aktionstage Junge Uni darüber hinaus aber aus unserer Sicht besonders auszeichnete, war, dass wir TheologInnen unseren Fragen nachgingen und unsere Forschungsanliegen vorstellten in Nachbarschaft zur Astrophysik und im Kontext vieler anderer Wissenschaften. Freundschaftliche Koexistenz und Vielfalt charakterisierten diese Tage. "Wir ziehen ja am selben Strang", sagte einer aus dem Team der Astrophysiker. Davon konnte man in diesen zwei Tagen etwas spüren. Es wäre schön, wenn man diese Vielfalt und Koexistenz, diese Aufmerksamkeit füreinander, dieses "Am-selben-Strang-Ziehen" öfter erleben und spüren könnte. Umso mehr, als es doch viele Themen gäbe, die Berührungspunkte zwischen den einzelnen Wissenschaften offen legen könnten.

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