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Warum ich in der Kirche bleibe?

Autor:Niewiadomski Jozef
Veröffentlichung:
Kategoriekommentar
Abstrakt:
Publiziert in:# Originalbeitrag für den Leseraum
Datum:2005-01-24

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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Die Veröffentlichungen der Zahlen der Kirchenaustritte halten den kulturellen Trend zum Abschied von der Kirche lebendig. Und dies vor allem deswegen, weil man die Sache als kircheninterne Angelegenheit betrachtet. Sich gesamtgesellschaftlich (wenn auch oft nur heimlich) an der Sache freut. Die Rechtfertigungsgründe und auch die Scheinheiligkeit der Debatten bleiben seit Jahrzehnten konstant. Zu dieser Überzeugung bin ich jedenfalls gelangt, als ich in der gerade (von Andri Tuor aus der Abtei Engelberg in der Schweiz) bei mir geschriebenen Diplomarbeit über Hans Urs von Balthasar) folgenden Text des verstorbenen Kardinals aus den 7o-er Jahren des letzen Jahrhunderts gelesen habe:

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“Warum ich in der Kirche bleibe? Jedenfalls nicht deshalb, weil ich an irgendeinem Zeiger ablesen könnte, dass die Kirche a) meinen Erwartungen oder b) Gottes Erwartungen entspricht. ... Der Sünderhaufen in ihr, der wir alle sind, hat sich zu allen Kirchenzeiten mehr oder weniger idiotisch benommen, zumal dann, wenn er durch listige Manipulationen ein gegenwärtiges oder künftiges approximatives Reich Gottes auf Erden herbeizaubern zu können behauptete, aber selten idiotischer als heute, wo jeder, seine Nase an die Schalttafel gedrückt, gespannt darauf wartet, ob die Strukturen schon hinreichend geändert sind, damit endlich der Motor des kommenden Reiches anspringt. ... Was die draußen tun, kann uns gleichgültig sein, aber es gibt sehr viele drinnen, die Gott einen Dienst damit zu erweisen meinen, dass sie auf die Kirche losschlagen wie auf eine alte verstaubte Matratze; warum nicht, wenn sie dabei bloß nicht vergässen, sich bei jedem Schlag mit dem Geschlagenen zu identifizieren, wirklich an ihre eigene vermoderte Brust schlügen.” Hans Urs von Balthasar, Warum bleibe ich in der Kirche? In: Klarstellungen. Zur Prüfung der Geister. Einsiedeln (4) 1978, 183f.

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