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„...unser Mund voll Lachens!” Predigt am Faschingssonntag
(Predigt am Faschingssonntag (im lockeren Anschluss an Mt 6,24-34), gehalten in der Jesuitenkirche am 26. Februar 2017 um 11.00 Uhr.)

Autor:Niewiadomski Jozef
Veröffentlichung:
Kategoriepredigt
Abstrakt:
Publiziert in:
Datum:2017-03-05

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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„...unser Mund voll Lachens!” Predigt am Faschingssonntag (im lockeren Anschluss an Mt 6,24-34), gehalten in der Jesuitenkirche am 26. Februar 2017 um 11.00 Uhr.

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„Jesus, verzeihe mir, aber ich haue ihm eine herunter!” – „Denke nicht einmal dran!”, antwortete Jesus, „ich habe ihm vergeben, du musst ihm auch vergeben.” – „Aber Jesus, trau doch diesen Roten nicht. Sie sind furchtbar heimtückisch!” – „Don Camillo! In dein Herz hat sich Gift eingeschlichen.” – „In Ordnung”, flüsterte Don Camillo, indem er die Hände faltete und zu Jesus hinaufschaute. – „Die Hände sind zum Segnen da, nicht aber die Füße!” – „Auch das ist wahr”, sagte Jesus vom Hochaltar, „aber ich bitte dich, Don Camillo, nur einen...!” Der Fuß traf wie ein Blitz. Pepone steckte ihn ohne mit der Wimper zu zucken ein, stand auf und seufzte erleichtert: „Zehn Minuten warte ich schon drauf. Jetzt fühle ich mich schon viel besser.” – „Ich auch”, rief Don Camillo und sein Herz war jetzt leicht und rein, wie der heitere Himmel. Jesus sagte nichts. Man sah ihm aber an, dass auch er zufrieden war.”

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Liebe Schwestern und Brüder, immer und immer wieder lächelt dieser Jesus. Obwohl er am Kreuz hängt: überproportional groß ist das Kruzifix über dem Altar in der schlichten Kirche von Brescello, einem kleinen Ort auf der Po-Ebene. Die zahlreichen Erzählungen und Romane von Giovannino Guareschi, dann die Filme (vor allem jene mit Fernandel als Don Camillo) haben diesen freundlich lächelnden, hin und wieder gar schelmisch lachenden Jesus weltberühmt gemacht. Genauso wie seinen Priester, den sympathischen Don Camillo – der fast immer schelmisch lacht, aus ganzem Herzen lacht -, den Priester, der dem Volk aufs Maul schaut, die Ängste und Hoffnungen von Menschen teilt und seine Scharmützeln mit dem kommunistischen Bürgermeister austrägt, jenem Mann der Politik, der bar jeglichen Humors ist. Wie sie vermutlich wissen, spielt die Handlung dieser doch gesund religiösen Geschichten gleich nach dem Krieg. Auf Schritt und Tritt ist noch die Armut zu spüren und auch die vielen Sackgassen des Alltags. Die Menschen sind auf ihre Art fromm, etliche von ihnen kommunistisch gesinnt. Sie alle scheinen aber das zu wissen, was der große Philosoph preußischer Zunge Immanuel Kant einmal auf den Begriff braucht: „Drei Dinge helfen die Mühseligkeit des Lebens zu etragen: die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.” Der lachende Priester Don Camillo und die Gläubigen von Brescello sind von jenem Geist beflügelt, den Jesus uns allen, die wir uns an diesem Faschingssonntag zur Eucharistiefeier versammelt haben, zuspricht: „Sorgt euch nicht um euer Leben... Schaut euch die Vögel des Himmels... Lernt von den Lilien des Feldes. ... Leistet euch den einzigen Luxus, den echten Luxus, den sich der Mensch – der gläubige Mensch – ohne den geringsten Hauch vom schlechten Gewissen leisten soll: die Gelassenheit. Starrt nicht auf das, was euch bedrohlich erscheint, schaut vielmehr zurück auf das, was überwunden wurde. Und lacht! Lebt das Geheimnis des Glaubens, das immer neue Kraft aus der Anamnese schöpft: aus der Erinnerung!”

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„Als der Herr die Gefangenschaft Zions löste, da waren wir alle wie Träumende. Da war unser Mund voll Lachen” (Ps 126,1f.) Das Lachen, dieses Lachen der ersten Freigelassenen der Schöpfung soll doch unser Qualitätsmerkmal sein: das Qualitätsmerkmal der Glaubenden. Das selige Lächeln entdeckt man ja auch auf dem Mund Christi. Auf dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald trägt Christus nicht nur die Nägelmale und die Spuren des Leidens auf seinem Leib. Der Auferstandene lächelt. Er lächelt und ruft uns nur eines zu: „Schaut her! Es ist überwunden! Die Angst, die Lähmung, die Depression, die Qual, der Absturz, der Tod. Der Tod ist besiegt. Er hat seine Kraft und seine Macht verloren. Deswegen ist MEIN HERZ voll Lachens. Und deswegen ist auch das Lächeln auf meinen Lippen. Schaut also mich an und lächelt zurück. Auch euer Herz darf voll Lachens sein. Denn: ihr seid erlöst. Könnt deswegen auch ruhig erlöster aussehen. Und lächeln. Denn: das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück! ... Wie bitte? Woher ich das weiß? Aus der Erfahrung natürlich. Und dies schon seit aller Ewigkeit. Denn: auch das Lächeln und das Lachen sind dem innergöttlichen Leben nicht fremd. Wie hat das euer Meister Eckhart einmal beschrieben? ‚Wenn der Vater den Sohn anlacht und der Sohn das Lachen des Vaters erwidert, gebiert dieses Lachen Wohlsein. Das Wohlsein gebiert aber Freude, die Freude gebiert die Liebe – und diese Liebe ist der Heilige Geist.’ Lächelt also zurück!”, spricht Christus unser Herr.

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