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Die Köchin im Vatikan. Eine sinnstiftende Assoziation zu „Amoris laetitia“

Autor:Niewiadomski Jozef
Veröffentlichung:
Kategoriekommentar
Abstrakt:
Publiziert in:Erschienen als „Schlusspunkt“ am 14. 4. 2016 in der Tiroler Kirchenzeitung
Datum:2016-04-14

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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Plötzlich brach sie in deren Leben ein. Als Flüchtling. Die beiden Schwestern verwalten das Erbe ihres Vaters mehr schlecht als recht. Vor Jahren hat dieser eine Glaubensgemeinschaft gegründet. Die Begeisterung des Anfangs ist verschwunden. Als Nachfolger blieben nur noch ältere Menschen. Viele von denen krank. Alle verbittert. Verbissen kochen die Schwestern das Essen für die Gemeindemitglieder. Gemäß ihren Frömmigkeitsregeln. Diese gebieten Entsagung. Nun wird der Alltag der fundamentalistischen Gruppe durch die fremde Frau unterbrochen. Keiner weiß, dass sie Starköchin eines Luxusrestaurants in Paris war. Man stellt sie als Köchin ein. Will ihr das Kochen beibringen. Ohne Widerspruch hört sie die Belehrungen an. Kocht auch zuerst so, wie man es von ihr erwartet. Ohne dass die anderen es merken, fängt sie aber an, anders zu würzen. Ändert die Zutaten. Nach und nach merken die Verbitterten, dass das Essen schmeckt. Sie schätzen die Veränderung. Dann veranstaltet die Fremde ein Fest. Grimmig stimmt man dem Projekt zu. Schon deswegen, weil sie das Fest bezahlen will. Es wird ein Festmahl, das den Verbitterten das Sehen und Hören vergehen lässt. Am Ende finden die Fundamentalisten zur Lebensfreude zurück. Dank der Köchin.

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Ich habe den Film: „Babettes Fest“ nacherzählt. Weil Franziskus diesen Film überraschenderweise in seinem postsynodalen Schreiben erwähnt. Kann es denn sein, dass er sich als eine solche fremde Köchin begreift? In einer verbittert gewordenen europäischen Kirche?

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