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Weihnachtsbrief des Dekans

Autor:Palaver Wolfgang
Veröffentlichung:
Kategoriefak
Abstrakt:
Publiziert in:
Datum:2015-12-19

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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„Zu Ehren kommt da die Einfalt, die Armut wird erhöht, die Demut gepriesen, und aus Greccio wird gleichsam ein neues Bethlehem.“ (Thomas von Celano über Franz von Assisi)

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Weihnachtskrippen gehören zum festen Bestandteil des Tiroler Brauchtums. Weniger bekannt dürfte es sein, dass diese Tradition auf den Heiligen Franz von Assisi zurückgeht, der 1223 - wenige Jahre vor seinem Tod - in Greccio im Rietital mit Ochs und Esel ein Krippenspiel feierte, um zu Weihnachten die Demut der Menschwerdung Jesu wieder lebendig werden zu lassen. Das Bemühen des mittelalterlichen Heiligen um eine getreue Nachfolge Jesu Christi schenkt uns auch Anstöße für die Herausforderungen unserer Gegenwart. Die geschärfte Aufmerksamkeit für Arme und Schwache kann unsere Herzen für jene Menschen öffnen, die heute auf der Flucht vor Hunger, Krieg und Gewalt eine neue Heimat suchen. Franz von Assisi gibt uns auch ein Beispiel für die heute so wichtig gewordene Begegnung mit Muslimen, denn mitten in der Zeit der Kreuzzüge wagte er es, in das Lager des Sultans al-Kamil vorzudringen, um Frieden zu stiften. In Nachahmung des demütigen Jesus begegnete er den Muslimen in geschwisterlicher Unterordnung, eine Haltung, die sich auch in seiner oft gepriesenen Höflichkeit gegenüber anderen Menschen ausdrückte. Wir brauchen seine universale Geschwisterlichkeit für den Dialog zwischen Religionen, Kulturen und Weltanschauungen. Beachtenswert ist auch seine Ausweitung der Geschwisterlichkeit auf den ganzen Kosmos, wie das am schönsten in seinem Sonnengesang zum Ausdruck kam. Papst Franziskus hat diese kosmische Geschwisterlichkeit ins Zentrum seiner Enzyklika Laudato si‘ gestellt, mit der er zu einem neuen Umweltbewusstsein aufruft. Die große Bedeutung dieses Appells zeigte sich besonders deutlich während der Pariser UN-Klimakonferenz, die in der heurigen Adventzeit stattfand.

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Im Namen der Katholisch-Theologischen Fakultät bedanke ich mich für Ihre Unterstützung im vergangenen Jahr und wünsche gesegnete Weihnachten, vor allem jene Wiedergeburt des demütigen Kindes Jesu im Herzen, die auch uns zur wahren Geschwisterlichkeit befähigen kann.

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