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GPS und die Familiensynode

Autor:Niewiadomski Jozef
Veröffentlichung:
Kategoriekommentar
Abstrakt:
Publiziert in:Publiziert als Schlusspunkt im Tiroler Sonntag. Kirchenzeitung der Diözese Innsbruck am 27. August 2015.
Datum:2015-09-02

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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Im Sommer durfte ich mit meinem Freund mit dem Auto durch die Provence fahren. Allerhand verschlungene Kleinstraßen. Unzählige Möglichkeiten sich zu verirren. Unbezahlbare Dienste leistete ihm dabei das GPS-System. Trotz klarer Anweisungen hat sich der Freund immer wieder verfahren. “Drehen sie, wenn es möglich ist, um!” - ertönte es aus dem Lautsprecher. Tat er es nicht, so suchte das System in kürzester Zeit einen neuen Weg zum “alten Ziel”.

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Die Familiensynode lässt mich nicht los. Und nun auch der Wunsch, dass die Bischöfe von der Logik des GPS lernen. Der liebe Herrgott hat für uns alle ein Ziel bestimmt. Es ist die ewige Seligkeit des Himmels. Als freie Menschen dürfen wir den Weg dorthin selber finden. Auch oder gerade mit Hilfe der Kirche und ihrer Sakramente. Wenn wir der Sünde wegen den Weg verfehlen ruft uns die Kirche zu: “Kehre um!” Die Gemäßigteren fügen immer öfters hinzu: “Wenn es möglich ist”. Nun kehrt - gerade bei Menschen, die geschieden sind – kaum jemand mehr um. Und da setzt der Wunsch nach der Logik des GPS an. Wenn das kirchliche Lehramt und auch die kirchliche Disziplin sich bloß dieser Logik bedienen würden! Die “sakramentale Ehe” ist ja nur einer der vielen Wege, die zum Ziel führen. Wenn Menschen von diesem Weg abweichen und eine Umkehr nicht möglich ist, muss die Kirche andere Wege vorschlagen, die zum selben Ziel führen. Der Ausschluss von Sakramenten ist allerdings ein Holzweg! Der Mut der Synodenväter – nicht nur Barmherzigkeit - ist gefragt.

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