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Erinnerung an das einzig Notwendige: Barmherzigkeit
(Eine kleine Betrachtung zur Notburga-Säule von Markus Thurner)

Autor:Siebenrock Roman
Veröffentlichung:
Kategorieartikel
Abstrakt:
Publiziert in:
Datum:2013-10-02

Inhalt

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Stelen sind Medien des „kulturellen Gedächtnisses“ (Jan Assmann). Sie waren und sind Erinnerungszeichen an die Siege und Schrecken einer Gemeinschaft und sie prägen die exemplarischen Vorbilder und stillen Ausgrenzungen. Sie modulieren unsere Erinnerung und sind daher im wörtlichen Sinne „Mahn-male“, die zum Nachdenken und Innehalten auffordern. Vielfach aber prägen sie unsere Erinnerung unbewusst, weil wir immer auch uns danach richten, was wir sehen und wahrnehmen, ohne dass es uns bewusst werden muss. Wenn wir eine Stele ein „Denk-Mal“ nennen, dann möchte dieses Werk in unserem Gedächtnis eine Stelle markieren, von der aus ein besinnliches Nachdenken über unsere gemeinsame Herkunft und Zukunft zu beginnen vermag. So allein werden wir befähigt, in der eigenen Gegenwart zu bestehen. Alles Gedächtnis dient dem Leben in der Gegenwart, damit eine gute Zukunft möglich wird. Die Stele von Markus Thurner ist ein „Denk-Mal“, ein uns zum Besinnen und Nachdenken anregendes Mahnmal der Aufklärung: Was ist für uns das Wichtigste in unserem Leben? Worauf kommt es an? Wer möchte ich einmal gewesen sein?

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Die Stele von Markus Thurner erinnert nicht an Siege, noch weniger an schreckende Niederlagen. Sie fällt nicht in die Fallen des Heldenkults. Auch bildet sie nicht die Heilige Notburga in ihrer uns aus Gemälden bekannten äußeren Gestalt ab. Wie könnte sie auch fotografisch erkennbar werden, da wir ja kein Bild oder Portrait unmittelbar mehr von ihr haben? 

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Das wahre Bild der Heiligen Notburga

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Gerade dieser Verzicht auf das Portrait ermöglicht es der Stele, die Gestalt der Heiligen heute unmittelbar zu repräsentieren, zu vergegenwärtigen.

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Doch der Künstler hat uns eine andere Erkennbarkeit ihrer Gestalt eröffnet. Denn Kunst vermag mehr, anderes, unverzichtbareres, als bloße Abbildung und technische Reproduktion. Kunst kann sichtbar machen, was verdrängt, verdeckt oder nie wirklich gesehen worden ist. In der großen Kunst wird uns „etwas“ geoffenbart. Deshalb fordert Kunst zur Auseinandersetzung auf und „pro-voziert“ im wörtlichen Sinne: Sie ruft heraus aus Gewohnheiten, Verstellungen und „dem Üblichen“.

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Dieses Werk erinnert uns in einer Zeit, die mit permanenter Betriebsamkeit und Ablenkung unser Lebens überspielt und „überbildert“ an das einzig Notwendige, an das, worauf es ankommt. Und gerade mit ihrer Kraft der Unterbrechung offenbart uns diese Stele eine Erinnerung an die Heilige Notburga, die uns ihr Herz, ihre wahre Gestalt eröffnet. Allein daran ist damals und heute Notburga, als die Heilige der Unterbrechung, zu erkennen. Diese Stele macht sichtbar, was sonst verborgen wäre, worauf es dieser so tief bis heute in den Erinnerungen der Menschen verwurzelten Heiligen ankam: auf die Barmherzigkeit.

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Gerade in diesem gemeinsam wahrlich Menschlichen, das immer wieder endgültig verschüttet zu werden droht, lebt das empfindsame und gefährliche Gedächtnis der um Rettung bemühten Menschenseele; - und deshalb entwächst ihr eine eigentümliche, quasi-göttliche Kraft. Denn wir Menschen sind ausgesetzt als Nanosekundennichtse in die unendliche Weite des Kosmos, eingebunden in die vielfachen Zwänge und Aufgaben der eigenen Lebensstunde, rastlos getrieben von Sehnsucht und der Sorge, im Leben zu kurz zu kommen. Und irgendwie enden alle Leben zu früh, unausgeschöpft und offen. Ist das Leben tatsächlich „ein immer zu wenig“? Gibt es dann vielleicht nicht doch den Moment möglicher Erfüllung, zeichenhafter Vollendung, in der die Ahnung möglicher Ewigkeit sich zu zeigen vermag? Wo ist ein Ort, in der unsere um sich selbst kreisende Welt geöffnet wird, geöffnet nicht weg von ihr „nach oben“, sondern in ihrer Tiefe hinein geborgen wird in die Ewigkeit. Gibt es ein alltägliches Sakrament der Gegenwart des Ewigen in unserer so vergänglichen Zeit und Geschichte?

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Notburga: Die Heilige der Unterbrechung

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Diese Stele steht im Kontext des Gedenkens an die Heilige Notburga. Die Sichel ist das Symbol, mit der Sie im Altar von Eben noch heute aufrecht steht. Dieses Zeichen der Unterbrechung gegen die Verzweckung des Menschen in die bloße Betriebsamkeit verweist auf das Gebet, das Innehalten, das sich Einfinden in den Ursprung und das Ziel unseres Lebens. Wer aber über Herkunft und Ziel seines Lebens begonnen hat nachzudenken, kommt von der Frage nicht mehr los, worauf es denn in unserem Leben letzten Endes ankommt. Zu dieser Frage und ihrer möglichen Antwort hat nun der Bildhauer eine im Symbol miteinander verschränkter Hände anregende Spur gelegt.

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Diese Stele steht neben der Kirche, auf dem Friedhof, jenem fremden, anderen Ort, wo auch in unserer Zeit eine andere Wirklichkeit sichtbar wird oder mindestens werden kann. Dieser Ort stellt uns vor das Ganze unseres Lebens und verlangt von uns, wesentlich zu werden. Was wäre es wert, ewig zu währen? Woran sollten sich andere einmal erinnern, wenn sie an meinem Grab stehen oder nur vorüberhuschen? Welche Spur möchte ich hinterlassen? Das Evangelium gibt uns in diesem Kontext zwei Mahnungen mit auf dem Weg, die nicht Drohung, sondern Aufforderung dazu sind, nur das eine zu suchen, das es wert wäre, ewig zu währen. „Sammelt Schätze, die nicht vermodern, verrosten oder die Inflation frisst, sammelt Schätze für das Himmelreich. Denn: Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?“ (Mt 16, 22).

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Die Stele fragt mich: Wer ist der Größte?

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Klar! Die Olympiasiegerinnen, jene, die aus voller Brust singen können: „we are the champions – no time for loosers…“. Und wie sagen sie alle: „Der Zweite ist der erste Verlierer!“ Siegermentalität, keine Durchhänger. So lautet das Credo unserer Tage. Doch diese Stele widerspricht: Die Unterbrechung der Stele verweist auf das Wort Jesu: „Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Mt 23,11-12). Und: „In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf“ (Mt 18, 1-5). Hier, wie auch vor allem in der Bergpredigt, legt Jesu die Kriterien und die Rangordnung des Reiches Gottes vor. Ihm geht es nicht um Siege, die andere stürzen oder als Verlierer bloß stellen. Gibt es einen Sieg, der andere erhöht und würdigt?

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Auf der Stele lautet die Orientierung: „Wer ist der Grösste – der Grösste vor Gott – wer dienet – und hilft in der Not“. Wie unpassend – und doch so notwendig. Wie unzeitgemäß – und doch so unverzichtbar. Text und Symbolik wurzeln tief in der Überlieferung der Schrift, die von Kaplan Penz in unsere Sprache gebracht wurde. Unsere Stele erinnert daher an die Uranfänge des Glaubens Israels.

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In Erinnerung an das Gotteswort, das Israel überliefert und der Menschheit geschenkt hat, fordert uns Jesus auf, vollkommen zu werden, wie der Vater im Himmel vollkommen ist (Mt 5, 48). Jesus fordert uns damit nicht auf, fromme oder moralische Olympiasieger in religiösen oder ethischen Wettbewerben zu werden. Dem Evangelium geht es primär darum, dass wir „wiedergeboren“ neue Schöpfung werden. Ein neues Sein ist uns zugesagt, weil wir in Christus eins geworden sind mit dem Wesen des Vaters selbst. Daher kann Lukas diese Stelle abwandeln in die Aussage: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lk 6,36) Mit diesem Wort erinnert das Evangelium an die Selbstoffenbarung Gottes an Mose nach dem Bundesschluss am Sinai: „Der Herr ging an ihm vorüber und rief: Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue. Er bewahrt Tausenden Huld, nimmt Schuld, Frevel und Sünde weg, läßt aber (den Sünder) nicht ungestraft; er verfolgt die Schuld der Väter an den Söhnen und Enkeln, an der dritten und vierten Generation (Ex 34, 6-7).

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Der Ruf in die Vollkommenheit oder: Wer ist wie Gott?

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In dieser Spur, die am Sinai offenbar wird, bedeutet Vollkommenheit barmherzig zu werden, ein Herz für andere zu haben, bis in die innersten Organe hinein ergriffen zu werden von der Not anderer; - umso zum Segen für andere werden zu können. Und gerade darin erweist sich mein Herz als liebevoll auch für mich.

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Diese Grundorientierung der Schrift hat das Matthäus-Evangelium dramatisch in die große Rede des Menschensohnes am Ende der Zeit gekleidet. In diesem Apell wird uns das Maß unseres Lebens, das worauf es ankommt, vor Augen geführt. Eingeladen ins Reich des Vaters und zurückgewiesen werden beide Gruppen mit ähnlichen Worten: „Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen“ (Mt 25, 35-36). Beide Gruppen sind erstaunt, weil sie den Richter im eigenen Tun und Lassen nicht erkannt hatten. Ihnen und uns heute wird gesagt: „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25, 40). Der endzeitliche Richter, letztlich Gott selbst, wird in diesem Handeln angenommen oder verworfen. Im Tun der Barmherzigkeit wird Ewigkeit, rühren wir an Jesu Herz, das uns das Wesen Gottes selbst eröffnet. Hier wird uns das einzig letzten Endes Notwendige im Vorübergang des Lebens angezeigt: Herzensgabe, Barm-Herzigkeit.

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Die christliche Tradition hat diese Rede Jesu aufgegriffen und ihr als die sieben Werke der Barmherzigkeit lebendigen Ausdruck bis heute verliehen: im Tun, in der künstlerischen Gestaltung des gemeinsamen Gedächtnisses, in der ethischen Forderung.

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Die sieben Werke der Barmherzigkeit: heute

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Markus Thurner hat diese Tradition aufgegriffen und mit der Neuinterpretation der Werke der Barmherzigkeit durch den früheren Bischof von Erfurt, Joachim Wanke[1], in unsere Zeit hineingestellt. So wird diese Stele zu einem 7-Eck, das uns diese siebenfältige Gabe eröffnet. Wie die Sakramente vermitteln diese sieben Formen anderen zu begegnen eine unmittelbare Erfahrung der Gegenwart Gottes, sie sind alltägliche Handlungen, in denen uns eine Erfahrung der Gnade ganz handgreiflich geschenkt wird: „Du gehörst dazu.“ „Ich höre dir zu.“ „Ich rede gut über dich.“ „Ich gehe ein Stück mit dir.“ „Ich teile mit dir.“ „Ich besuche dich.“ „Ich bete für dich.“

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Die siebenfältige Stele lädt uns ein, über unsere Beziehungen, unsere Ausgrenzungen, unsere alltägliche Herzlosigkeit nachzudenken. Ihr gelingt dies ohne erhobenen Zeigefinger oder drohender Mahnung apokalyptischer Reiter oder erschütternden Gerichtsworten.

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Dem Künstler gelingt dieses Mahnmal in der Form verschränkter Hände, kleine und große, junge und alte, feingegliederte und vom Anpacken gezeichnete. Sie umringen die Stele wie ein Lorbeerkranz. Ja, sie krönen diese Stele, weil sich in diesen Händen das Leben selbst hinein gezeichnet hat. Hände als Spiegel unseres Lebens, Erinnerungen an Schenken und Empfangen. Alles Leben ist Gabe.

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Das geheime Band der Gesellschaft: „Dien-Mut“

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In den verschiedensten Gesten der miteinander verwobenen Hände und ihren Symboliken kommt Not und Gabe, Bitte und Aufmerksamkeit zum Ausdruck; - und in der Gesichtslosigkeit dieser Hände sehe ich die Gegenwart des Menschensohnes und die Gegenwart jeder Person, die mir ihre Hände zeigt: grüßend, bittend, dankend, helfend, ermutigend, streichelnd, unterfangend, ineinander ruhend, aber immer geöffnet, miteinander verbunden und dennoch los-lassend. So zeigen diese Hände, ganz von den neuen, heute not-wendenden Werken der Barmherzigkeit inspiriert, Gesten hilfreicher Beziehungen. Niemals ballen sie sich zur Faust, oder umklammern wie Kette und Schloss den anderen.

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Diese Hände sind jedoch keine künstlichen, sondern reale Hände von Menschen aus dem Lebenskreis des Künstlers. Vielleicht haben mich selbst diese Hände schon berührt, grüßend, helfend, anbietend, unterfassend. So wird uns das geheime Band der Gesellschaft ansichtig. Denn jede Gesellschaft lebt letztlich nicht von Konkurrenz und Verdrängung, sondern von Solidarität und Anerkennung. So hält eine Hand ein Brot, eine andere wird vom Rosenkranz geprägt. Was ruht in meiner Hand und möchte zur Gabe werden?

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Ein Händepaar hat mich besonders berührt, schon beim ersten Wahrnehmen und Hinsehen. Es ist das Händepaar, das ein Herz hält. Mich verweist dieses Symbol auf jene Frömmigkeit des Landes Tirols, die schon längst aus ihrer politischen Gefangenschaft und nationalen Verunstaltungen befreit werden müsste: Die Herz-Jesu-Verehrung. Markus Thurner hat mit seinem Werk die Mitte dieser Frömmigkeit erfasst und ausdrucksstark uns neu anvertraut. Denn die Mitte dieser Frömmigkeit liegt in der Nachfolge jenes Jesus, der von sich sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. (Mt 11, 28-30). Von diesen ineinander verschränkten Hände werde ich aufgefordert, in der Spur Jesu diese Erfahrung weiterzugeben. Daran sind ja die JüngerInnen Christi zu erkennen: In ihrer Nähe atmet das Leben auf. Dadurch stehen sie in der Verheißung und dem Auftrag aller Kinder Abrahams, die auch im künftigen Land Tirol mit seiner Vielfalt und Pluralität dem Wort des einen Gottes entsprechen sollten: Ein Segen sollst Du sein. Ein Segen sollt ihr sein für andere, ja für alle Völker (vgl. Gen 12,2)

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Zum Segen aber werden vielfach Menschen, die tun, was an der Zeit ist, auch wenn es unpassend zu sein scheint, und sich niemand traut. Ganz still kommt dieser prophetische Zug der Barmherzigkeit in dem Wort zum Ausdruck, das auf Kaplan Ludwig Penz (1913-2013) zurückgeht: „St. Notburga Dienmut“. Auch der Pertisauer Besinnungsweg greift diesen, seinen Impuls auf. Kaplan Penz war sich aus der Erfahrung seines langen Lebens bewusst, dass es Menschen braucht, die den Mut haben zu sagen und zu tun, was an der Zeit ist, auch wenn oder gerade weil sich niemand traut. So bleibt das Wort in lebendiger Erinnerung: Dient einander wie Stufe und G'lander. Gibt's im Land koa Lieb' mehr, versiegt die Quelle, der Brunnen wird leer. Das Schönste auf der Welt: In Dien-Mut zu leben ohne Geld.“[2]

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Ein „Denk-Mal“, hat der Künstler geschaffen, einen Fingerzeig auf jene Vollendung der Freiheit hin, in der in der Zeit die Ewigkeit geboren wird. Thurners Werk erinnert, ohne zu zwingen. Es mahnt, ohne zu bellen. Es lässt mich auf meine eigenen Hände schauen. Dann frage ich mich, wozu ich sie gebraucht habe, gestern und heute. Diese Stele fordert uns auf, nach dem zu fragen, was letztlich trägt und auf immer Wert behält: Barmherzigkeit. Die „7-eckige Stele „zieht mich in ihren Bann. Sie vereinnahmt mich nicht, sondern hofft nur auf eines: Auf die Verwandlung von uns im Ring der miteinander verschlungenen Hände. Damit der Lorbeer der sich verschränkenden Hände weit über Eben hinaus, unser gemeinsames Leben durchdringen möge.

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Anmerkungen

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[1] Siehe: Wanke Joachim (Hg.), Die sieben Werke der Barmherzigkeit: Gedanken, Meditationen, Visionen. Erfurt 2007.

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[2] Kaplan Ludwig Penz, in: 700 Jahre St. Notburga. Alpenländische Volksfrömmigkeit, hg. von der Notburga-Gemeinschaft, Eben am Achensee 2013, 64.

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