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Meine Ziele als Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck

Autor:Palaver Wolfgang
Veröffentlichung:
Kategoriefak
Abstrakt:
Publiziert in:Universitätsleben, Band 18. Im Internet: http://www.uibk.ac.at/public-relations/medien/publikationen/dekaninnenbroschuere-2013.pdf
Datum:2013-04-15

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

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Ein genauerer Blick auf unsere heutige Welt zeigt, dass theologische Fakultäten schon deshalb wieder bedeutsam geworden sind, weil die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Religion dringlicher denn je ist. José Casanova, der anerkannte Religionssoziologe und Ehrendoktor unserer Fakultät, spricht im Blick auf Europa von einer gefährlichen Angst vor der Religion, die menschengerechte Antworten auf die aktuellen Herausforderungen verhindert. Gerade als theologische Fakultät haben wir die religionspolitische Aufgabe, an einer Gesellschaft mitzubauen, die abseits von allen konstantinischen Staatskirchenmodellen im Bereich der Zivilgesellschaft Religionen (Plural!) einen öffentlichen Raum ermöglicht.

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Wir leben in einer Welt, die immer stärker vom kulturellen und religiösen Pluralismus geprägt ist. Doch weder die österreichische, noch die Tiroler Gesellschaft haben dieser Entwicklung bereits genügend Rechnung getragen. Ich wünsche mir eine theologische Fakultät, die die heute notwendig gewordenen Transformationsprozesse aktiv mitgestaltet. Das bedeutet natürlich auch, dass wir uns selbst noch stärker mit den verschiedenen Religionen und Kulturen auseinandersetzen müssen.

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Zu den Stärken unserer theologischen Fakultät zählen die Internationalität und die gut vernetzten Forschungszentren und -projekte. Diese beiden Stärken sollen auch in Zukunft bewusst gefördert und vor allem im Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen ausgebaut werden.

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Zu den Besonderheiten einer theologischen Fakultät gehört ihre Verbindung zur Kirche. Stanley Hauerwas, ein bekannter US-amerikanischer Theologe, bemerkte einmal, dass Theologen befragt werden sollten, wo sie selbst in die Kirche gehen. Damit betonte er, dass jede gute Theologie eine kirchliche Praxis voraussetzt. Theologen sollen ihre eigene Theologie nicht über die Kirche stellen. Ich unterschreibe diese These genauso, wie ich auch das Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“ unterschrieben habe.

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Die theologische Fakultät in Innsbruck mit ihrer speziellen Verbindung zum Jesuitenorden zeichnet sich durch eine positive Kirchlichkeit aus, die fortgesetzt werden soll. Gleichzeitig sind TheologInnen und PhilosophInnen aber auch dazu aufgerufen, sich aktiv an den notwendigen Veränderungsprozessen in der Kirche zu beteiligen. Nicht als Kritiker um der Kritik willen, sondern in einem positiven Ringen „für“ die Kirche, um an Kardinal Martinis Worte kurz vor seinem Tod im Sommer 2012 zu erinnern.

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Zur bewussten Pflege der Öffnung der Fakultät nach außen gehört auch das bewährte Projekt „Kunst am Gang“, das mittels der gegenwärtigen Kunst versucht, mit den interessierten Menschen ins Gespräch zu kommen.

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