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Leben – Glauben – Denken
(Fundamentaltheologie als Schulung theologischen Wahrnehmens, Denkens und Urteilens. Ein Entwurf.)

Autor:Siebenrock Roman
Veröffentlichung:
Kategorieartikel
Abstrakt:Krisenzeiten sind fundamentaltheologische Hochkonjunkturen. Bei der großen Vielfalt der Entwürfe und Möglichkeiten stellt sich immer mehr die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, dass die Fundamentaltheologie nicht auf einen bestimmte Option verpflichten sollte, sondern zu theologischem Denken und Urteilen grundsätzlich befähigen sollte. Mir scheint: Theologische Schulung wird überfällig.
Publiziert in:Zukunft der Theologie - Theologie der Zukunft. Hg. K. Huber, G.M. Jagenteufel, U. Winkler, Thaur: Thaur Druck- und Verlagshaus 2001, 131-154.Erhältlich zum Autorenpreis!
Datum:2001-10-01

Inhalt

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„Programme, die nicht ausgeführt sind, Reden, ‚wie man es machen müsste' (aber doch nicht gemacht hat), sind billig. Sie wecken den Verdacht, ihr Entwerfer gehöre zu denen, die immer alles besser wissen. Aber anderseits: es ist noch nichts vom Menschen getan worden, ohne daß ihm im voraus zur Tat ein Plan vorschwebte. Programme sind also unvermeidlich." (1)

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Ein Programm im Rohzustand nenne ich Entwurf. Der Entwurf eines Faches zieht Grundlinien nach Themen, Methoden und Leitfragen aus, ohne sich positiv oder negativ zu anderen Positionen ausführlich in Beziehung zu setzen. Er benennt die für das eigene Arbeiten entscheidenden Kontexte und Grundoptionen und dient deshalb nach innen und außen der Kritik und Korrektur, die in diesem Zustand die größte Wirksamkeit entfalten können. Vorentscheidungen über Schwerpunkte und Lösungen sind in diesem Stadium noch nicht im Detail möglich. Ein solcher Entwurf und das damit angezielte Programm können scheitern. Wenn es an den entscheidenden Herausforderungen gescheitert wäre, dann hätte es Perspektiven eröffnet und behielte einen Sinn, auch wenn es nicht verwirklicht wird.

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1. Fachgeschichte als Problembewusstsein und gegenwärtiger Auftrag

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Die Fundamentaltheologie entwickelt sich seit dem 16. Jahrhundert als defensive Apologetik innerhalb der römisch-katholischen Theologie in Auseinandersetzung mit radikalen In-Frage-Stellungen des Anspruchs des christlichen Glaubens (zur Geschichte: Fisichella; Kolping Bd. 1; Ruggieri; Handbuch der Fundamentaltheologie IV). Die Frage nach der wahren Kirche wird durch die Reformation aufgeworfen. Die Frage nach der Offenbarung und der Bedeutung Jesu Christi entsteht nach der Begegnung mit der Vielfalt der Religionen und Kulturen während der großen Entdeckungen und durch den Anspruch der Aufklärung auf Einlösung aller - auch religiöser Wahrheitsansprüche - vor dem Forum der autonomen Vernunft. Die Frage nach Gott und der Wahrheitsfähigkeit aller religiösen Behauptungsansprüche entwickelt sich angesichts der naturwissenschaftlichen, atheistischen und positivistischen Auslegung der Wirklichkeit und unseres Sprechens zu der verschärften Anfrage, ob „religiöse" Aussagen nicht grundsätzlich ‚sinnlos', d.h. kognitiv nicht einlösbar wären. Als Antwort auf diese Herausforderungen wurden die traditionellen ‚demonstrationes' entwickelt (Kirche - Offenbarung - Gott), die in aller Variabilität dem Fach bis heute in der Form von Traktaten eine Kontur geben.

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Was bedeutet diese geschichtliche Genese des Faches für sein Profil? Die Fundamentaltheologie ist das kirchliche Fach der römisch-katholischen Kirche in der Neuzeit. Es schlägt die Brücke zwischen radikalem Zeitindex und christlich-kirchlicher Tradition. Deshalb vermittelt es das scheinbar Widersprüchliche: von Innen und Außen, Glaubenszustimmung und radikaler Kritik auf allen Ebenen, von Kirchlichkeit und theologischer Zeitgenossenschaft, theologischer Erkenntnislehre nach innen und Glaubwürdigkeitsargumentation nach außen. Ist dieser Spagat möglich, ja sinnvoll oder nicht doch kontraproduktiv? Es gibt anderer Reaktionsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Formen ‚positioneller Theologie': Prophetischer Impetus und bloßer Aufruf durch Bekehrung (amtlich oder subjektiv), Entwicklung der eigenen Rationalität ohne Brückenschlag nach außen aufgrund singulärer Erfahrung und gemeinschaftlich-sozialer Gruppenzugehörigkeit; Behauptung des ganz Anderen, Fremden und Unvergleichbaren. Die anhaltende Diskussion um Identität und/oder Relevanz, Dialog und/oder Verkündigung, Glaube und/oder Wissenschaft bzw. Philosophie, Religionen und/oder biblischem Gott, Dogma und Erfahrung spiegeln die fundamentaltheologische Grundfrage bis in die Gestaltung von Predigt, Katechese und Web-Seiten hinein. Deshalb hat sich die Fundamentaltheologie nicht nur als römisch-katholische Spezialität behauptet, sondern in der jüngeren Vergangenheit seit Ebeling und Joest auch in der evangelischen Theologie eine Platz erringen können.

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2. Stichworte zur neuen Unübersichtlichkeit in der ‚Fundamentaltheologie'

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Innerhalb der katholischen Theologie kam es nach dem Konzil zu gravierenden Veränderungen in Themenstellung und Struktur des Faches. Die Ekklesiologie wurde zu einem dogmatischen Thema. Die ökumenische Aufgabe wurde oftmals den Vertretern des Faches zugewiesen. Je nach Fakultätsstruktur werden die philosophischen Fragestellungen ausgegliedert oder infolge der Lehrplanveränderung radikal beschnitten. Andererseits ist eine Expansion der fundamentaltheologischen Fragestellungen in allen Fächer (Stichwort: ‚Fundamental-...') festzustellen. Daher stellt sich die Frage, ob ein spezielles Fach „Fundamentaltheologie" überhaupt noch nötig ist; - und zwar nicht, weil sich die Fragestellung erübrigt hätte, sondern weil sie von brennender Bedeutung für alle geworden ist.

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Die einsetzenden neuen Entwicklungen haben zu einer solchen Vielfalt von Entwürfen und Ansätzen geführt, dass von einer gemeinsamen Fachstruktur trotz einschlägiger Versuche (v.a.: Handbuch der Fundamentaltheologie; neuere Konzentration des ‚Stoffes' bei: Klausnitzer) kaum noch gesprochen werden kann. Auch die „Bildungskongregation" (1976) liefert auf der „Baustelle Theologie" alle prekären und ungelösten Fragestellungen vor der Haustüre dieses Faches ab. Werbick integriert in seinem Entwurf Grundfragen der Soteriologie.

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Die methodischen Einschnitte sind: Die „Ketzerhermeneutik" ist einer Dialoghermeneutik auf allen Ebenen gewichen. Die römisch-katholische Selbstbehauptung hat der ökumenischen Bereitschaft Rechnung zu tragen. Alte Schemata und Kategorien (z.B. im Verhältnis von Judentum und Christentum oder im Zueinander von Altem und Neuem Testament) wurden als unzureichend ausgeschieden; - es blieb aber der Zukunft überlassen, wie die (unverzichtbare) Aufgabe anzugehen sei, Dialog, Identität und Differenz miteinander zu vermitteln. Dabei hat sich auch gezeigt, dass sich die Theologie selber noch nicht als konsensfähig erwiesen hat - höchstens in negativer Abgrenzung. Es entstehen neue Dialog- und Konfliktbereiche. Die auf dem Konzil brennende Säkularisierungs- und Atheismusfrage ist der Erfahrung neuer Religiosität innerhalb und außerhalb des Christentums (auch der römisch-katholischen Kirche) gewichen. Die Diskussion mit der Naturwissenschaft und den machtvollen Transformationssystemen der Moderne werden einerseits als theologische Herausforderungen angenommen, andererseits aber kaum einer „Religionskritik" unterzogen. Ein Vergleich der der Erklärung des Konzils zu den Medien („Inter mirifica") mit den nachkonziliaren kirchlichen Texten zu diesem Thema kann den Wandel verdeutlichen. Dabei sind die alten, ewig jungen Themen des Faches noch gar nicht genannt: Glaube, Offenbarung, Grundstrukturen der Kirche, Anthropologie, Kanon, Inspiration und Dogmengeschichte. An ihnen entscheidet sich nach wie vor die Grundstruktur einer Theologie. Deshalb ist die Fundamentaltheologie als Enzyklopädie auch als Schulung des architektonischen Denkens in der Theologie zu verstehen.

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Die ‚nachkonziliare' Theologie hat weitgehend aus einer ‚Defizitmentalität' gearbeitet, die unter der Leitmaxime „Nachholbedarf" den Dialog ohne Widerspruch konzipierte. Nicht zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass neben einer vulgären Verspottung christlicher Tradition ein hohes Maß an Unkenntnis („christliches Analphabetentum") um sich greift. Nicht mehr dieser oder jener Glaubensartikel steht in Frage, sondern Glauben überhaupt ist fraglich geworden. Newmans Werk hat angesichts des radikalen Utilitarismus heute eine diagnostische und konzeptuelle Grundbedeutung (siehe: Siebenrock).

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Da das Konzil die Kirche auf völlig disparate Dialogprozesse verpflichtet hat, ist der Konflikt zwischen „Innen" und „Außen" unvermeidbar. Haben diese vielfältigen Dialogebenen die Gemeinschaft der Glaubenden nicht überfordert? Ist eine solche Aufgabe für eine menschliche Gemeinschaft überhaupt einlösbar? In Erinnerung an den Vorschlag von Elmar Klinger, das Fach aus dem Verständnis von „Gaudium et Spes" zu verstehen, ist damit die Fundamentaltheologie in höchstem Maße gefordert. Als ein exemplarisches Thema könnte die Rezeption entscheidender Werte der neueren Zeit analysiert werden (z.B. „Religionsfreiheit", „Toleranz", „Menschenrechte"), die in der das Kirchenvolksbegehren bewegenden Frage mündet, wie man gleichzeitig Christ und ein moderner Mensch sein könne (Plankensteiner). Diese Themen haben darin ihre besondere Brisanz, als in ihnen die jüngste Kirchenspaltung begründet ist. Als Konsequenz dieser Situation ist nicht nur für das Fach, sondern für Theologie und Glaube insgesamt ein hohes Maß an unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Optionen festzustellen. Das Fach hat seine Kontur verloren und steht nicht nur einem äußeren, sondern auch einem inneren Pluralismus gegenüber. Die Situation kann immer noch als ‚anhaltend unübersichtlich' charakterisiert werden. Wenn heutige Fundamentaltheologie in einer neuen Situation in Kontinuität mit ihrem geschichtlich bezeugten Anliegen stehen möchte, und das ist eine Leitmaxime dieses Entwurfs, dann muss sie sich auf Glaube und Kirche, in der sich auch die vielfältige Not der Menschen der eigenen Zeit spiegeln, vorbehaltlos einlassen. Fundamentaltheologie ist in ihrem Ansatz immer konkret, kontextuell in einer Situation verankert und dieser verpflichtet.

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3. Entwurf einer fundamentaltheologischen Aufgabenstellung

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Der hier vorgelegte stenographische Entwurf nennt zunächst die Kontexte und Grundoptionen (oder Maximen), die durchgehend die Aufmerksamkeit und das Vorgehen bestimmen sollen. Dann werden die Einzelthemen des Faches im inneren Zusammenhang und in ihrer Thematik umrissen. Eine Zusammenfassung schließt meinen Vorschlag ab.

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3.1 Kontexte als Adressaten- und Situationsorientierung

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Waldenfels (Kontextuelle Fundamentaltheologie) hat folgende Kontexte genannt, die als hermeneutische Bestimmungen der Fundamentaltheologie aufzugreifen sind und die Wahrnehmungsbereitschaft schärfen und die Lösungsoptionen begleiten sollen. Die noch immer gespaltene Christenheit und die Geschichte des Faches verpflichtet zu einer ökumenischen Hermeneutik, die Differenz in der Christenheit und Möglichkeit zur Einheit unter der Priorität der gegebenen und realisierbaren Einheit anspricht. Dadurch wird „Ökumene" nicht als Fach überspielt, sondern als Grundperspektive aller Theologie verpflichtend eingemahnt. Das Programm der „versöhnten Verschiedenheit" bezieht sich nicht auf die Überwindung der Unterschiede, sondern auf die Fragestellung, ob diese kirchenspaltend sind oder sein müssen. Kirche ist immer Einheit von Gegensätzen und repräsentiert sich als wechselseitiger Anerkennungsprozess des Anderen und Verschiedenen. In der ökumenischen Wahrnehmung ist das Phänomen der neuen, oftmals charismatischen Bewegungen im Christentum weltweit zu sehen. Mit den Qualifikationsbegriffen „Fundamentalismus", „progressiv", „konservativ" oder gar „reaktionär" ist vorsichtig umzugehen; - es wäre sogar besser, diese als Propagandainstrumente zu entlarven und auf sie im theologischen Diskurs ehestens zu verzichten.

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Die Ablehnung der Gottesrede im ausdrücklichen und reflektierten Atheismus ist nicht mehr einzig bestimmend. Der Gestaltwandel des Atheismus, der noch kaum begrifflich gefasst ist, bezieht sich nicht unmittelbar auf die Gottesrede, sondern auf deren Implikationen in unserem Selbst- und Weltverständnis. Der neue Naturalismus (Quitterer-Runggaldier) erhebt den Anspruch auf eine immanente Erklärung aller Wirklichkeit, auch der Religion (als Funktion, Evolutionsvorteil o.ä.). Dieses Projekt hängt mit jener eingangs skizzierten globalen Gesamtherausforderung zusammen, in die alle Kulturen einbegriffen sind. Der funktional-formale Transformationsprozess der Gegenwart durch die entscheidenden Machtsysteme der Wissenschaft, der Technik und des Marktes entwickelt die Züge einer neuen Welteinheitsideologie mit totalitären Zügen. Damit aber wird das präreflexive Verständnis des Menschen den Sinn- und Wertfragen entfremdet, weil die bloße Funktion Vorrang erhält. Dieser Transformationsprozess vereinheitlicht den kommunikativen Code der Kulturen untereinander auf ihre Kompatibilität auf Messbarkeit, Kaufwert und ökonomische Rationalität hin. Dabei wird ein Oberflächenpluralismus erhalten, der sich durchaus religionsfreundlich geben kann. Die Fundamentaltheologie hat sich in diesem Zusammenhang als ideologiekritisch und widerstandsfähig zu bewähren. Auch darin liegt für uns die bleibende Bedeutung der Befreiungstheologie. Insofern die Fundamentaltheologie das theologische Fach im Prozess der Neuzeit ist, kommt sie um eine Ausarbeitung eines Begriffs der Moderne nicht herum. Ich schlage vor, den genannten Transformationsprozess als Indiz für die Moderne zu werten. Dann wäre ‚Moderne' jener formal-funktionale Prozess, der gesellschaftlich differenzierend und pluralisierend wirkt, im Hintergrund der globalisierten Weltgesellschaft eine vereinheitlichende Grammatik als Medium der Großsysteme entwirft und aufbaut (und damit immer in der Gefahr steht, totalitär umzuschlagen), und sich anthropologisch als großes Experiment, als Selbstmanipulation des Menschen (Rahner) dynamisch entfaltet. In diesem Prozess gibt es keine Tabus. Weil wir nicht mehr voraussetzen können, wer oder was ein Mensch ist, sind die gesellschaftlichen Grundlagen des modernen Staates bereits in Frage gestellt.

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Die jüngere Wissenschaftsdiskussion bestätigt diese. Die Neustrukturierung der Universität in Österreich hat die weltanschauliche Neutralität der Wissenschaft endgültig als Illusion (oder als Ideologie) entlarvt. Wenn Professoren in Abhängigkeit zu eingeworbenen Drittmitteln bezahlt werden, hat jede Wissenschaft ihr „ekklesiologisches Problem", d.h.: Sie sollte ihre gesellschaftlichen und politischen Abhängigkeiten, Verpflichtungen und Optionen bedenken und ausweisen. Wenn zudem nicht nur Universitäten und Höhere Schulen, sondern bereits Pflichtschulen (und bald die Kindergärten) als Werberäume zur Verfügung stehen sollen, dann ist die weltanschauliche Neutralität dieser Konzerne und der mit ihnen verbundenen WissenschaftlerInnen endgültig zu Ende. Die Ethikdiskussion im Zusammenhang mit den Biowissenschaften, die ohne Bio- und Gentechnik nicht einmal vorstellbar ist, zeigt, dass es keine Wissenschaft mehr ohne weltanschauliche Option gibt. Immer stehen wir vor der Frage: Was ist der Mensch? Die leitende Vorstellung in diesen Wissenschaften ist die Vorstellung vom Menschen als einem zu optimierenden System. Keiner Ethikkommission wird es gelingen, das Fortschritts- und Heilargument zu entkräften.

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Der christliche Glaube steht im Zeitalter der Selbstmanipulation des Menschen, in der der Mensch sich zu einem „klugen Tier" (Rahner) zurückentwickeln kann, der sich der Frage der Transzendenz durch allerlei Narkotika (Event- und Spassgesellschaft; Arbeit als Funktion ohne Sinnfrage; Kulturbetrieb als Opium) entschlägt. Deshalb ist die Fundamentaltheologie von ihrem möglichen Scheitern her zu konzipieren. Die Frage nach dem „religiösen Apriori" kann sich als das Phänomen einer kulturgeschichtlichen Epoche entpuppen (Bonhoeffer), das von der Möglichkeit einer sanften oder einer exorbitant gewalttätige Abschaffung des Menschen gekennzeichnet wird. Apokalyptik ist das Kennzeichen eines heute nötigen theologischen Realismus.

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Es stellt sich hier - wie grundsätzlich - das Leitproblem von „Gott" und „Götze". Das sogenannte „schwache" Denken bleibt zu schwach, wenn es diese Herausforderung nicht annimmt. Das Plädoyer für einen postmodernen Pluralismus im Denken scheint nicht immer davor gefeit zu sein, vor dieser Herausforderung den Anspruch des Denkens aufzugeben. Andererseits stehen wir vor der Aufgabe, das Ganze und die Einheit nicht machtförmig zu denken, sondern als Grundlage der Pluralität. Alle Kulturen und Religionen, wie gesagt, sind von diesem Prozess im höchsten Maß betroffen. Es gilt einen universalen Eurozentrismus wahrzunehmen, weil dieser Transformationsprozess in der europäischen Neuzeit (einschließlich Amerika) seine Wurzeln hat. Dieser Prozess übt einen unabsehbaren Veränderungsdruck auf alle Kulturen aus. Die globalen Konzerne (aber auch Sport, Kulturbetrieb und die weltweite Werbung) verbreiten in ihren Symbol- und Bilderwelten vereinheitlichende Muster, die sich der Religion funktional bedienen und sich daher als Sinnstiftung durch Warenwelten inszenieren können.

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Daher ist das Thema Religion sorgfältig zu differenzieren. Als Kategorie wird „Religion" begriffen um zu verdeutlichen, dass das Wort Gottes immer in Differenz (und qualifiziertem Widerspruch) vernommen wird. Das gilt für alle, auch für Christen. Von „Religion" im Sinne des Konzils („Nostra Aetate") ist dann die Rede, wenn damit geprägte Kulturen und weltanschauliche Gesamtinterpretationen in ihrer Fähigkeit zur Selbstkorrektur und zur Heilsausrichtung gemeint sind. Im erste Sinne kann das Christentum, wenn auch etwas künstlich, im Unterschied zur Religion gesehen werden, wenn auch niemals ohne. Im zweiten Sinne ist das Christentum immer auch Religion unter anderen Religionen. Und deshalb stellt sich die Frage nach der theologischen Qualifikation des Religionspluralismus. Es wäre grundsätzlich zu fragen, ob die gängigen Kategorien (Exklusivismus, Inklusivismus und Pluralismus) hilfreich sind, und ob die Gleichung „Pluralismus=Relativismus" stimmt. In der Fundamentaltheologie muss immer auch nach den Voraussetzungen unserer Problemauffassungen und Begrifflichkeiten gefragt werden. Stimmen die überkommenen und medial verbreiteten Problembündel? Hierin sehe ich die immer größer werdende Bedeutung von „spekulativer Theologie" heute. In diesem Pluralismus erscheinen neue Formen der Religiosität, die mit der soziologisch-funktionalen Religionstheorie (Kaufmann) analysiert werden können, die aber auch in ihrer anthropologischen und gesellschaftlichen Bedeutung gewertet werden müssen.

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Die Studierenden der Theologie, für die das Fach unmittelbar dienlich sein soll, entsprechen infolge der verschiedenen Pluralisierungsprozesse keinem einheitlichen Muster mehr. Es kann „nichts" mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Deshalb sind alle Ebenen der theologischen Sprache zu vermitteln und der eigene Standpunkt nicht zu verheimlichen. In diesem Pluralismus spiegeln sich nicht nur die Ungleichzeitigkeit der einzelnen Biographien und Milieus, sondern auch die Vielfalt der öffentlichen Meinung über Theologie und Kirche. Die primäre Informationsquellen über Kirche und Glaube (nicht nur der Studierenden, sondern auch der Hauptverantwortlichen) sind die Medien, die epistemologisch nicht als Informationsorgane, sondern in der Tradition von McLuhan vor allem als „Weltanschauungsmaschinen" zu verstehen sind. Andererseits hat sich der Pluralismus als funktionale Differenzierung in einer Fächervielfalt in der Theologie mit steigender Spezialisierung ausgewirkt. Mit der dadurch nur noch drängender werdenden Frage nach der Gemeinsamkeit der Theologie bleiben die Studierenden vielfach allein. Diese Aufgabe ist von der Fundamentaltheologie aufzunehmen („Enzyklopädie" oder „Grundkurs").

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In ihrem methodischen Vorgehen hat sich die Aufgabe der Fundamentaltheologie nicht nur nachträglich an die Diskursregeln der Universität zu halten (Schmidinger), sondern hat - geschichtlich gesehen - diese wesentlich mit inauguriert. Theologie als Glaubenswissenschaft, die nach der Wahrheit der Religion und damit nach der in der gemeinsamen Vernunft des Menschen ausweisbaren Einlösemöglichkeit des christlichen Glaubensanspruchs fragt, ist schon lange vor der Universität entwickelt worden. Deshalb bleibt auch eine Fundamentaltheologie außerhalb der staatlichen Universität selbstredend den gemeinsamen Rationalitäts- und Kommunikationsregeln der „science community" verpflichtet. Eine solche Theologie ist sogar ein Spezifikum der christlichen Tradition. In der heutigen Universität jedoch, die von der Totalisierung der ökonomischen Vernunft in ihrer Wurzel - nämlich in ihrer korporativen Autonomie - bedroht wird, hat die Theologie nicht nur eine andere Rationalität zu kultivieren, sondern in allen Fakultäten den Sinn pluraler Methoden und der Vielfalt der Perspektiven in der Kooperation positiv zu würdigen. Ich verstehe die Theologie als Sinnwissenschaft im Gegensatz zur Funktionswissenschaft. Die Theologie ist jenen Fragen verpflichtet, die den Menschen als Menschen auszeichnen. Sie ist Anwalt des Sabbats und des freien Denkens in einer durchrationalisierten und auf totale funktionale Effizienz getrimmten Welt. Wir werden es bald merken, dass diese Freiheit der Theologie in ihrer Kirchlichkeit begründet liegt.

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3.2 Formale Bestimmungen und methodische Maximen

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Ebenso eindringlich sind die „formalen Bestimmungen" und Maximen zu bedenken, die sich auf die Methoden, Argumentationsweisen und die fundamentaltheologische Grundhaltung beziehen. Der festgestellte und propagierte Pluralismus erweist sich gerade im Bezug auf die katholische Tradition als doppelgesichtig (Verweyen, 1993). Einerseits vertritt er die prinzipielle Vielfalt aller Meinungen, andererseits reagiert er allergisch, ja geradezu intolerant auf den Verbindlichkeitsanspruch christlicher Gottesrede. Daher hat die Theologie einerseits den im Pluralismus ermöglichten Freiraum in der Weise so zu nutzen, dass sie eine defensive Apologetik hinter sich lässt (de Lubac). Andererseits aber muss sie sich der Unzeitgemäßheit des sie verpflichtenden Glaubenszeugnisses heute besonders bewusst sein. Das Zweite Vatikanische Konzil („Dignitatis Humanae") verpflichtet die Theologie darauf, diese Situation nicht als unvermeidbares Übel hinzunehmen, sondern als jene Form positiv zu würdigen und daher auch zu verteidigen, in der die Wahrheit sich nur Kraft der Wahrheit („Selbstdurchsetzungskraft") an die Menschen richtet. Das Ende der Staatskirche ist nicht das Ende der politischen Theologie, sondern der Anfang eines Eintretens für die Grundrechte (soziale und liberale) aller Menschen. Die theologische Argumentation ist daher Anruf an die Freiheit des Menschen, die je nach Kontext und Situation immer auch erst zu erringen ist (Metz).

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Die Glaubwürdigkeitsargumentation entfaltet die Vernunft des Glaubens in ihrer Ansprech- und Auslegungsfähigkeit der Welt und des Menschen in einer allen Menschen nachvollziehbaren Weise. Sie beweist nicht die Offenbarung, oder die Auferstehung, sondern zeigt die Glaubwürdigkeit ihrer Zeugnisse. Sie ist daher anthropologisch ausgerichtet und hat die Gestalt eines Anrufs an die Freiheit (Pröpper) ebenso, wie sie durch die Anfrage, Kritik und die neue Sicht erweitert und erst ermöglicht wird. Sie optiert für eine Kommunikationsfähigkeit aller Menschen und eine gemeinsame Vernunft ebenso, wie auf eine einzige Welt und unseren Lebens- und Verantwortungszusammenhang in und mit ihr. Die formale Struktur der Argumente kann in drei Grundperspektiven analysiert werden. Sie haben es mit dem Selbst- und Weltverständnis der Menschen zu tun. Deshalb sind sie biographisch und kontextuell orientiert. Aus dieser Partikularität öffnet sich aber immer eine Perspektive auf den unbedingten und nicht mehr umgreifbaren Horizont (‚universale-concretum'). Der Mensch fragt immer um das Sein im Ganzen. Er ist aus sich herausgerufen: ek-statisch. Eine mögliche Antwort auf seine Frage, die er selber ist, erhält er aber nicht aus einem Jenseits, sondern immer in der Begegnung mit Welt und Mensch (Rahner, Hörer des Wortes). Die zweite Dimension ist demnach geschichtlich und ermöglicht die Hörbereitschaft und -fähigkeit, die die Voraussetzung für die Annahme der geschichtlichen Offenbarung, als Ort der freien Selbstmitteilung Gottes darstellt. Der Mensch wird Person im Anspruch eines anderen Willen, einer anderen Freiheit. Die Entschlüsselung des Anrufs Gottes an alle Menschen in allen Zeiten liegt in der Grammatik der Nachfolge Christi, die als Antwort des Menschen die Überlieferung der Gemeinschaft der Glaubenden treibt. Daher ist die dritte Dimension des fundamentaltheologischen Arguments, soziologisch, kirchlich und überlieferungsgebunden. „Traditio" impliziert aber die Übernahme einer Lebensform. Deshalb ist theologisches Denken immer existentiell und personal-engagiert. In allen Dimensionen fordert uns ein unbedingter An-Spruch ein, der dadurch heilend ist, dass er uns zur Umkehr mahnt.

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Die Argumentations- und Darstellungsform ist als Weltanschauungsanalyse zu entwickeln (Muck). In Aufnahme seiner Unterscheidung von gelebter (unausdrücklicher) und reflektierter Weltanschauung und in Rezeption der Handlungsinterpretation von Blondel in der Tradition des transzendentalen Thomismus wird dabei deutlich, dass jeder Mensch Optionen setzt, die immer auf ein letztes Ziel hin ausgerichtet sind (metaphysische Perspektive in operationaler Definition). Die Argumentation, als gewaltfreier Umgang mit Gegensätzen und Konflikten und als Ermöglichung gemeinsamen Handelns in Anerkennung der Differenzen, wird dabei sich immer als Einheit von Denken und Leben, Handeln und Anstrengung des Begriffs verstehen. In der Tradition John Henry Newmans ist daher die „Phronesis" als Leitbegriff theologischer Vernunft aufzunehmen. Daher ist die Theologie weder vom Lebensvollzug (persönlich, ortskirchlich, weltkirchlich, menschheitlich) abzulösen noch ihrer universalen Dimension (Finalität) zu berauben. Die Fundamentaltheologie kann daher als „intellektuelles Apostolat" im Dienst am Zeugnis und der Verkündigung ebenso verstanden werden, wie als orientierende Begleitung einer dem Glauben gemäßen Praxis. In ihrem Ansatz setzt sie stets Vollzug voraus, den sie phänomenologisch aufnimmt und dem sie in unterschiedlicher Weise nach-denkt. Sie prüft daher die Vielfalt und die Tauglichkeit der unterschiedlichen Methoden in der Theologie. In all ihren Themen respektiert sie die vorgängige Wirkungsgeschichte des Wortes Gottes, in Schöpfung, menschlicher Existenz und ausdrücklicher Heilsgeschichte. Als Folge dieses Ansatzes - das ist derzeit ihr größtes Defizit - hat sie Modelle exemplarischen Christseins (Heiligkeit in der Vermittlung von Theologie und Biographie), Spiritualität und die Bedeutung der Bekehrung (Lonergan) in die theologische Erkenntnislehre zu integrieren. Gott-Denken heißt Gott-Lieben und ruft in eine entsprechende Lebensform. Denken ist keine Rechenmaschine, Denken ist vielleicht wie Musik. Theologisches Denken verpflichtet zu einer Lebensform, die dem Anspruch des Evangeliums und der in ihm bezeugten Liebe Gottes nicht ausweicht. Bekehrung, Nachfolge und Gebet ist die Luft, in der unsere theologische Existenz lebt.

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4. Inhaltliche und formale Maximen in der Themendurchführung: Hinweise

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Grundmaxime dieses Entwurfs ist, es die Kontur des Faches gegen individuelle Einzelentwürfe und ihre Verkürzungen in Themenstellung und Perspektive zu stärken. Deshalb ist methodisch, begrifflich und in der inhaltlichen Ausgestaltung zunächst eine Abstinenz gegenüber den eigenen Vorlieben zu entwickeln, um Studierende (für die das Fach dienlich sein soll) in das theologische Denken einzuüben, ja darin zu schulen. Deshalb bevorzugt mein Programm grundsätzlich den Entwurf des „Handbuch(es) der Fundamentaltheologie", auch wenn dieser noch sehr stark den Charakter einer heterogenen Sammlung hat.

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Der akademische Begriff „Traktat" benennt die konstitutiven Erschließungs- und Bewährungszusammenhänge christlicher Rede von Gott. Diese ist nicht gegen jemanden, sondern für Menschen zu verteidigen: und zwar gegen die eigene und fremde Verstellung und Zerstörung. Daher gehört in jeden Traktat eine Analyse der kirchlichen Pathologie und der geschichtlichen und derzeitigen Verstellungen und Schuldzusammenhänge (Internationale Theologische Kommission, Erinnern).

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Die Traktate unterteilen sich in Themenbereiche und Einzelthemen. In ihnen müssen die Kategorien, Begriffe und die jeweiligen Argumente und Methoden geprüft und auf die relevanten Fragen hin erschlossen werden. Dabei sind mögliche Alternativen darzustellen und die „pro und contra" in Selbstzurücknahme zu diskutieren (nochmals: Fundamentaltheologie als Schulung!). Der unverzichtbare Erfahrungsbezug hat nicht nur einen Gegenwartsbezug, sondern erschließt die Zeugnisse der Tradition in ihrer damaligen Beziehung und darin in ihrem Gegenwartspotential. Die das Fach strukturierenden Traktate vergegenwärtigen die Grunddimensionen christlicher Gottesrede und glaubender Existenz. Sie sind kirchlich (in Herkunft, Vollzug und Option), geschichtlich-christologisch (Offenbarung, Person und Geschichte) und theozentrisch (universal, aufs Ganze gehend, final und soteriologisch) zugleich. Die theologische Argumentation ist der soteriologischen Dimension als Heilsdienst auch in ihrer Ausdrucksweise verpflichtet. Daher ist das Wort eines anderen eher zu retten als zu verurteilen (Ignatius von Loyola). Die Bergpredigt ist Programm: Das Ideal der Fundamentaltheologie ist eine „intellektuell-praktische Entfeindungsliebe".

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Die traditionelle Ordnung (Gott, Offenbarung, Kirche) ist vielleicht zu revidieren, weil die Ungleichzeitigkeit innerhalb und außerhalb der Kirche nicht die Gottesrede allein, sondern bereits die Voraussetzung der traditionellen Fundamentaltheologie (die Kirche im weitesten Sinne) in Frage stellt. Mein Vorschlag besteht darin, die Fundamentaltheologie in einer trinitarischen Theozentrik zu entfalten, die mit der Gegenwart des Geistes (Kirche, Welt, Religionen) einsetzt. In einer argumentativ zu entwickelnden „Unterscheidung der Geister", die die verschiedenen Gottesreden (von der wirklich religiösen bis zur Verballhornung in Sport und Werbung) prüft und auf ihre anthropologischen, gesellschaftlichen und soteriologischen Implikationen und Voraussetzungen in Unterscheidung von Gott und Götze hin bedenkt. Das Gottes- und Glaubensthema wird zum zentralen Themenpaar des Faches. Dadurch weitet sich der anthropologisch-gesellschaftliche Einstieg auf den Horizont aller möglichen Wirklichkeit hin. In der Rede von Gott kommt das Ganze meiner Welt und meiner Selbst im Blick auf eine mögliche Hoffnung auf Erlösung und Vollendung hin zum Ausdruck. In Abstimmung mit anderen Fächern ist in diesem Zusammenhang die Diskussion mit anderen Universalinterpretationen zu führen (die ‚und-Themen': Theologie und Naturwissenschaft; Evolution usw.). Die theologische Rede vom Ganzen orientiert sich streng an der angemessenen Rede von Gott, die für uns Menschen im Pilgerstand immer von Endlichkeit, Sündhaftigkeit (als möglicher Missbrauch Gottes für ihm fremde Zwecke) und Vorläufigkeit geprägt bleibt.

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Alle Rede von Gott bleibt von uns her offen und hat die „Freiheit Gottes" als Pendant und Korrektur zu achten. Die „natürliche Theologie" ist nicht als Vorraum oder Unterbau der Theologie zu konzipieren, sondern bis ins Herz der Offenbarungstheologie hinein anzusetzen. Sie ist als eine mit dem Menschen gegebene Theologie zu lesen (die er heute sehr wohl abstreifen kann; und damit sein Menschseins selbst). Die christliche Theologie entsteht aus der „Ur-Intuition", Mensch und Welt aus dem Geheimnis des uns rufenden Gottes zu verstehen. Dieser An-Spruch kommt ihm in allen Dingen entgegen (Welt, Gewissen, Personalität, Gemeinschaft, Zukunft; deshalb: Grundoption einer Sakramentalität aller Wirklichkeit). Entschlüsselt wird er endgültig im Evangelium Christi, wie er in der Kirche, als gestufte Wirkungsgeschichte des Evangeliums, bezeugt und tradiert wird. Theologie bleibt stets auf eine innergeschichtliche „Situation" verwiesen, in der ihr das maßgebliche Kriterium der Gottesrede und des letzten Ziels des Menschen zugesagt wird (Rahner: Hörer des Wortes). Alle Religionen buchstabieren einen solchen Weg und bestimmen qualifizierte Situationen als Zeugnisse gelungenen Heils. Die gegenwärtige Situation verlangt dabei nach einer Unterscheidung von Religion und „Pseudo-Religion". In diesem Zusammenhang ist die biblische Tradition einzubringen und in ihren Maximen zu entfalten. Die theologische Grundmaxime besteht in der Einheit der Heilsökonomie aufgrund des geschichtlich wirksamen Heilswillens Gottes, der sich stets auf alle Menschen bezieht. Die Frage nach den Testamenten und Bundesschlüssen darf jenen Bund nicht vergessen, in dem Abrahams Sendung selber steht: den Bund mit Noah und allen Völkern (Buber). Insofern dieser Heilswille geschichtlich wirksam wird, ist er notwendigerweise partikulär (Berufung, Erwählung). Seine Struktur ist daher formal als „konkret-universal" zu bestimmen. Die Einheit und darin mögliche Differenzierung der Heilsökonomie ist in der Tradition von „Nostra Aetate" exemplarisch am Verhältnis von Judentum und Christentum zu verdeutlichen. Von diesem Beispiel her ist eine Theologie der Religionen zu entfalten und die Frage nach der Universalität des christlichen Glaubens zu stellen.

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Die Einheit der Heilsgeschichte und die Wirksamkeit des göttlichen Heilswillens ist im neutestamentlichen Zeugnis von Jesus als dem Christus grundgelegt und in der frühen kirchlichen Tradition im Kontext der hellenistischen Kultur entfaltet worden. Diese Überlieferung wird in der Fundamentaltheologie aus der gegenwärtigen Wirkungsgeschichte Jesu von Nazaret erschlossen. Der entscheidende religiöse Vorgang des 20. Jahrhunderts ist meiner Meinung nach die Entdeckung Jesu in allen Kulturen, besonders aber im Judentum. Dies ist wirkungsgeschichtlich die noch nicht gewürdigte ‚theologische' Leistung der historisch-kritischen Jesusforschung; auch gegen ihre ausdrückliche Absicht. Für die Christen kommt in dieser Wirkungsgeschichte eine Fremdprophetie zum Ausdruck, auf die wir aufmerksam zu hören und angemessen zu antworten haben. Folglich ist die Universalität des christlichen Glaubens als universale Anspruchsfähigkeit und Antwortbereitschaft zu deuten. In einer Reinterpretation der Grundstruktur der Wirkungsgeschichte Jesu (zunächst in der Gegenwart, dann im Neuen Testament) ist zwar eine unaufhebbare Korrelation festzustellen (v.a. in der spannungsvollen Einheit von Jesusbild und Selbstbild in der Kunst, siehe: Stock: Poetische Dogmatik), diese aber ist aber als höchst dramatisch zu lesen (Schwager). Die dramatische Korrelation stellt die Grundstruktur der Fundamentaltheologie dar. Die Fundamentaltheologie will eine Begegnung mit Jesus ermöglichen (Neufeld), indem sie die Wirkungsgeschichte des Rabbi aus Nazareth kriteriologisch bedenkt. Erst in und aus der Traditio kann dann eine erstphilosophische Argumentation entfaltet werden (Verweyen), die im Modus der Hoffnung und des noch Uneingelösten bleibt. Es gibt keinen argumentativen Abschlußgedanken in der Theologie, weil sich die intellektuelle Anstrengung nicht nur in Anbetung und Nachfolge aufhebt, sondern aus glaubendem Lebensvollzug und Gebet herkommt. Sie ist von „beiden Enden" her praktisch. Daher schließt die Fundamentaltheologie als Kriteriologie des gegenwärtigen kirchlichen und glaubenden Handelns. Sie ist kirchlich vor allem deshalb, weil sie in die Gegenwart der Kirche für sich und für alle im Durchgang durch die Grundperspektiven der christlichen Gottesrede, den Maßstab des Evangeliums heute vergegenwärtigt. Diesen illustriert sie an gelungenen und weniger gelungenen Vollzügen des Glaubens.

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Weil die Theologin nicht außerhalb dieses Vollzugs steht, und daher immer auch in der Kritik des Evangeliums vorkommt, ist mit einer bildlichen, symbolischen und bekenntnismäßigen Grundaussage zum christlichen Glauben heute zu beginnen, die in einer theologischen Gegenwartsanalyse integriert sein soll. Beide Aspekte werden in einer „Phänomenologie" des gegenwärtigen Christentums geweitet. Der Traktat Kirche ist daher nicht zuerst institutionell zu entfalten, sondern als Wirkungsgeschichte der Botschaft und des Lebens Jesu von Nazareth. Theologisches Denken ist Denken aus Zustimmung.

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Der unmittelbare Ansatz der Theologie sind die Vielfalt von Zeichen oder Äußerungsformen, in denen sich die Wirkungsgeschichte ausdrückt. Vor einer rationalistischen Engführung ist zu warnen, weil Menschen den Sinn und das letzte Ziel ihres Lebens in vielfältiger Form ausdrücken. Die Argumentation hat der kommunikativen Vermittlung der verschiedenen Zeichensysteme zu dienen. Sie ist unverzichtbar auf eine Philosophie angewiesen, die die Möglichkeit der klassischen Metaphysik im Dialog unterschiedlicher Weltanschauungen einbringt. Wenn die Theologie im Pathos der neuen Bescheidenheit auf ihre universale Dimension verzichtet, gibt sie das Feld für die universalen Machtsysteme der heutigen Globalisierung frei. Die Krise der Geisteswissenschaft und der Universität hat darin ihre Wurzel. Die Verpflichtung auf die Wahrheit und die Forderung nach der Ausweisbarkeit der unterschiedlichen Ansprüche ist heute die letzte Möglichkeit der „ökonomisch-funktional" schwachen Wissenschaften in der Universität.

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Die heutige Situation der Theologie verlangt es, dass die Fundamentaltheologie als „Schulung" theologischen Denkens im Rahmen einer theologischen Erkenntnislehre, die sich den „Loci" verpflichtet weiß, entfaltet wird. Die permanente Pluralisierung der Theologie führt dazu, das Option gegen Option unvermittelt zu stehen kommt. „Schulung" bedeutet in dieser Situation ein doppeltes. Zunächst bedeutet dies in der Durchführung des Faches eine Selbstzurücknahme der eigenen Option, kein Verzicht auf eine solche. In der Tradition der „Loci" können die verschiedenen Möglichkeiten und Optionen diskutiert und ihren Stärken und Schwächen dargestellt werden. In diesem Zusammenhang ist die eigene Option als eine Möglichkeit einzubringen. Diese methodische „Epoche" dient dazu, die Studierenden in das theologische Denken einzuführen, damit sie befähigt werden, ihre konkrete Praxis theologisch zu reflektieren und auszuweisen. So kann die Sprachlosigkeit zwischen den verschiedenen theologischen Optionen in der Kirche und zwischen den unterschiedlichen Weltanschauungen in der pluralistischen Gesellschaft abgebaut werden. Erst in einer solchen reflektierten Ausformung der eigenen Handlungsoptionen ist eine Diskussion untereinander möglich. Eine solche Schulung ist die unverzichtbare Voraussetzung für wechselseitige Akzeptanz. Die Rede von einem Dritten Vatikanischen Konzil ohne diese Voraussetzung bleibt ein ungedeckter Scheck. Das Zweite lebte stets von der gemeinsamen Voraussetzung in der Schultheologie, noch in der Absetzung von ihr.

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Deshalb sollte der zweite Aspekt von „Schulung" nicht vergessen werden: Traditionsanerkennung ohne „Pappkameraden". Die nachkonziliare Theologie insgesamt, und die Fundamentaltheologie im besonderen, hat sich strukturell in Absetzung von der sogenannten „neuscholastischen Schultheologie" entwickelt; - auch dann noch, als die Studierenden davon nicht einmal mehr eine Ahnung hatten. Diese Haltung ist nicht nur grundsätzlich unzureichend, sondern aufgrund der jüngeren Diskussion in der analytischen Philosophie überholt, weil gerade hier Themen als „modern" diskutiert werden, die zum Grundbestand schultheologischer Debatten gehörten (vgl.: Lang, Döring/Keiner/Schmidt-Leukel, Kolping). Das theologische Gedächtnis ist durch eine konstitutive Traditionsverpflichtung zu bewahren, weil nur so der größere Horizont und die Kommunikationsfähigkeit in einer Weltkirche, die in manchen Kontexten von dieser Tradition lebt, bewahrt werden können. Damit wird die Kontinuität der Wissenschaftstradition neu erwirkt, ohne die Wissenschaft nicht möglich ist. Es ist einer der wesentlichen Aufgaben der Fundamentaltheologie die Kompositionsschlüssel der Theologien, besonders der früheren, lesen zu lernen und zu lehren. Zur Größe einer Theologie gehört die Anerkennung anderer und das Wissen um die eigenen Voraussetzungen. Bescheidenheit als intellektuelle Haltung weiß darum. Bei aller notwendigen Forderung nach der Anerkennung des Fremden scheint mir bisweilen übersehen zu werden, dass die eigene Tradition heute zum ‚Fremdesten' geworden ist.

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In der Konkretion ergibt sich aufgrund der Verpflichtung auf gemeinsame Loci eine große Freiheit in der eigenen Gestaltung sowohl in Bezug auf die gestaltenden Leitgedanken als auch auf die bevorzugten Gesprächspartner. Als Leitgedanken bieten sich an: Sinnfrage, Heilssuche oder Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens im Pluralismus. Nach den bevorzugten Dialogsituationen kann die Einzeldurchführung der Fundamentaltheologie an verschiedenen Themenstellungen ausgerichtet sein: Naturwissenschaft, Pluralität der Religionen, Literatur oder Einzelausrichtungen der Humanwissenschaften (Psychologie, Soziologie, etc.) oder die historisch-kritische Fragestellung. Aufgrund der vielfältigen Ebenen ist daher heute eine Pluralität von Entwürfen nicht nur nicht zu vermeiden, sondern zu begrüßen. Deshalb stellt sich aber verstärkt die Frage, nach der Diskursmöglichkeit dieser Entwürfe (und den darin zum Ausdruck kommenden Kirchenbilder und Glaubensprofile) untereinander. Das wäre aber die Leitmaxime einer fundamentaltheologischen Schulung.

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5. Zusammenfassung: Leitoptionen

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Das Profil des Faches ist aus der Fachgeschichte zu entwickeln, die nicht als Negativfolie, sondern als Auftrag und Anspruch aufzunehmen ist. Im traditionellen Ethos dieses Faches, dessen Wissenschaftlichkeit als „kirchliche Glaubenswissenschaft" zu bestimmen ist, kann sich ein Fundamentaltheologe aus dieser Situation nicht verabschieden, sondern wird sich die Grundprobleme der kirchlichen Gemeinschaft auf kognitiver und pragmatischer Ebene zu eigen machen, die nicht zuletzt in jenem hohen Grad an Widersprüchlichkeit zu finden sind, die uns das Konzil im allgemeinen, und Johannes Paul II. im besonderen zumutet. „Fundamentaltheologie" hat sich als Anwalt der Ungleichzeitigkeit in der Kirche, der programmatischen Optionen des Zweiten Vatikanischen Konzils und als Anwalt des gemeinsamen christlichen Glaubens zu entwickeln, die in Gemeinschaft und ‚gestufter' Differenz zu und mit anderen Religionen und Weltanschauungen in Verantwortung für die einzige Welt der Menschen steht. Ich bestimme das Fach in Einheit von Zentrum und Peripherie (Gaudium et Spes: Innen und außen; siehe: Sander) als Dialog und glaubenswissenschaftliche Ausarbeitung des „intellectus fidei" im Dialog mit potentiell allen.

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Dabei gehe ich davon aus, dass die Suche nach Sinn und die Frage nach Glück (gelingendem Leben) mit dem Menschen selbst gegeben ist. Das nenne ich die implizite Theologie der menschlichen Existenz (eine Vorstellung, Blick oder Ahnung für das Ganze der Welt und meiner Selbst und der Frage nach Heil trotz oder angesichts des evidenten Unheils). Diese Voraussetzung ist aber durch die Entwicklung der Moderne nicht selbstverständlich. Insofern konzipiere ich das Fach (und seine Aufgabe) von seinem möglichen Scheitern her. Diesen Dienst kann das Fach nur leisten, wenn es sich dem Leben und Suchen im Glauben der Kirchen und aller Menschen nachordnet, und deren implizite Theologie analysiert, ins Bewußtsein hebt und sie dadurch diskussions- und dialogfähig macht (und damit überhaupt erst universalkirchlich rezeptionsfähig werden lässt). Dadurch werden die verschiedenen „loci" der Einzelnen oder Gruppen mit den allgemeinen „Loci" der christlichen Theologie verglichen und in einem Strukturvergleich in wechselseitige Erhellung oder Korrektur gebracht.

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Die besondere Herausforderung besteht heute darin, diese Optionen in der Kirche in ihrem kognitiven Anspruch und ihrer Deutemöglichkeit für menschliche Lebensentwürfe nach außen hin zu vermitteln; ein „außen", das für den christlichen Glauben nahezu aufnahmeunfähig geworden ist. Dass noch kein angemessener Stil der Apologetik gefunden worden ist, gehört zu den entscheidenden Defiziten der Theologie und der Kirche heute. Mein Vorschlag geht dahin, die impliziten Theologien unserer Gegenwart in einer Kritik der Religion zu prüfen. Die apologetische Aufgabe hätte die Aufgabe, gegenüber der radikalen Kritik am Christentum aufgrund seiner Geschichte („Kriminalgeschichte" [Denzler]; „Fluch des Christentums" [Schnädelbach]) eine eigene Erinnerung zu entwickeln, die weder triumphalistisch überhöht (Bedeutung des Schuldbekenntnisses 2000), noch den Anspruch des christlichen Glaubens ethisch oder religionsgeschichtlich nivelliert.

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Da Gottes Wort immer nur in Differenz in unserer Geschichte zur Sprache kommen kann, hat die Fundamentaltheologie den Systemgedanken in der Theologie zurückzuweisen. Dass Gottes Wort nicht beliebig oder gar austauschbar wird, sondern verpflichtend, korrigierend und in qualifiziert gutem Widerspruch zu unserem Wort in diesem uns anruft, hat die Fundamentaltheologie in ihrer Struktur als Voraussetzung der Theologie und des in ihr zur Sprache kommenden Glaubenslebens zu artikulieren. Der Dialog (als Suche, Konsens und Widerspruch) nach Außen und die Selbstbestimmung der Identität nach Innen (als Bekenntnis, Bekehrung und Nachfolge) sind in ihrer wechselseitigen Bedingtheit zu artikulieren. Unter diesen Voraussetzungen wird die „thematische Geographie des Faches" als theologische Erkenntnislehre (sowohl allgemein, als auch als konkreter Imperativ für die Gegenwart) in ihrer „loci-Form" wirksam. Die Ekklesiologie als theologische Erkenntnislehre zu rekonstruieren bedeutet nicht nur die Abkehr vom spätindividualistischen Erkenntniskonzept („Ich" als Erkenntnisträger), sondern stellt den Versuch dar, das Konzil als Modell theologischer Erkenntnisfindung (hinsichtlich der grundlegenden Prinzipien als auch im Blick auf konkrete Imperative) auszulegen.

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Die Fundamentaltheologie ist Pioniertheologie in der Form des Dialogs im Herausforderungskontext der eigenen Zeit und Situation. Sie ist das systematisch-theologische Fach mit exponiertem Zeitindex. Sie soll in ihrem Vorgehen (Argumentations- und Darstellungsform) eine Kommunikationsform entwickeln, die als Brücke zwischen Glaubenden und Nicht-Glaubenden dienen kann. Dabei hat sie die Proexistenz Jesu selbst und seine implizite und gelebte Theologie zu realisieren. In ihren strukturienden Traktaten (Gott und Wirklichkeit; Offenbarung - Geschichte - Jesus Christus; Kirche und Gesellschaft) kommen in wechselseitiger Vertiefung von Innen (Hermeneutik als Glaubensverständnis: Identität) und Außen (dialogische Apologetik als Glaubensermöglichung für andere: Relevanz) die Thematik und die grundlegenden Sprach- und Mitteilungsformen aller theologischen Aussagen zur Geltung. Als fundamentale Theologie hat sie in einer theologischen Prinzipien- und Erkenntnislehre Bedeutung für alle Fächer. Die Fundamentaltheologie ist Auslegung der Vernunft und Freiheit des Glaubens (‚intellectus fidei') aus einem vorausgehenden Vernehmen des Wortes Gottes aus der eigenen Zeit- und Glaubensgeschichte (‚auditus fidei'). Sie optiert für einen Anruf Gottes in der konkreten Existenz aller Menschen (‚Einheit von Welt- und Heilsgeschichte') und weiß um dessen Verschüttung durch persönliche und systemische Gegenmächte. Daher verteidigt sie den Glauben (‚Apologetik'), indem sie den Menschen in seiner je größeren Sehnsucht und je größeren Berufung verteidigt; - auch gegen seine eigenen Verkürzungen und kollektiven Idole (‚strukturelle Sünde'). Eine dramatische Fundamentaltheologie kennt die Gefahr und die Notwendigkeit der Korrelation. Sie ist schwach, weil sie keinen Abschlussgedanken kennt, mit prinzipiell pluralen Ursprüngen arbeitet und die Gewissensfreiheit der Person auch dann achtet, wenn sie erst zu entwickeln ist. Ihre Schwäche ist ihre Stärke, weil nichts stärker ist als die sich selbst in Liebe und Endgültigkeit bestimmende Freiheit.

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Literatur:

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Kongregation für das Katholische Bildungswesen: Die theologische Ausbildung der künftigen Priester. Rom 1976.

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Blondel, M., Zur Methode der Religionsphilosophie. Hg. Hansjürgen Verweyen. Einsiedeln 1974 (Theologia Romanica V).

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Buber, M., Abraham der Seher, in: Ders., Werke. Bd. 2. Schriften zur Bibel. München-Heidelberg 1964, 871-893.

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Döring, H., / Kreiner, A., / Schmidt-Leukel, P., Den Glauben denken. Neue Wege der Fundamentaltheologie. Freiburg-Basel-Wien 1993 (QD 147).

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Ebeling, G., Erwägungen zu einer evangelischen Fundamentaltheologie, in: ZThK 67 (1970) 470-524

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Fisichella, R., (Hg.): Dizionario die Teologia fondamentale. R. Latourelle / R., Fisichella. Assisi 1990

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Handbuch der Fundamentaltheologie. Hg. Kern, W., / Pottmeyer, H.J., / Seckler, M.,. Bd. I. Traktat Religion (1985); Bd. II. Traktat Offenbarung (1985); Bd. III. Traktat Kirche (1986); Bd. IV. Traktat Theologische Erkenntnislehre; Schlußteil: Reflexion auf Fundamentaltheologie (1988). Freiburg-Basel-Wien; 2. Auflage Tübingen 2000 (UTB, große Reihe: 8170)

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Internationale Theologenkommission, Erinnerung und Versöhnen. Die Kirche und die Verfehlungen in ihrer Vergangenheit. Hg. Müller, G. L., Freiburg 22000 (Neue Kriterien 2)

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Joest, W., Fundamentaltheologie. Theologische Grundlagen - und Methodenprobleme. Stuttgart-Berlin-Köln-Mainz (1974) 31988

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Kaufmann, F.-X., Religion und Modernität. Sozialwissenschaftliche Perspektiven. Tübingen 1989

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Klausnitzer, W., Glaube und Wissen. Lehrbuch der Fundamentaltheologie für Studierende und Religionslehrer Regensburg 1999; ders., Gott und Wirklichkeit. Lehrbuch der Fundamentaltheologie für Studierende und Religionslehrer. Regensburg 2000

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Klinger, E., Armut - eine Herausforderung Gottes. Der Glaube des Konzils und die Befreiung der Menschen. Zürich 1990

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Kolping, A., Fundamentaltheologie. Bd. I. Theorie der Glaubwürdigkeitserkenntnis der Offenbarung (1967); Bd. II. Die konkret-geschichtliche Offenbarung Gottes (1974); Bd. III. Die katholische Kirche als die Sachwalterin der Offenbarung Gottes. Teil 1: Die geschichtlichen Anfänge der Kirche Christi (1981). Münster

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Lang, A., Fundamentaltheologie. Bd. 1: Die Sendung Christi. Bd. 2: Der Auftrag der Kirche. München 31962

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Lonergan, B., Die Einsicht (Insight). 2 Bde. Hg..Fluri, Ph.H., / Sala, G. B. Cuxhaven 1995

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Lubac, de., H., Apologétique et Théologie, in: Ders., Théologies d'occasion. Paris 1984 (ursprüngl.: NRTh 57 [1930] 361-378; dt. Übersetzung von K.H. Neufeld: Apologetik und Theologie, in: ZKTh 98 [1976] 258-270)

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MacLuhan, M., Medien verstehen. Der McLuhan-Reader. Hg. Martin Baltes. Mannheim 1997

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Metz, J.B., Zum Begriff der neuen Politischen Theologie 1967-1997. Mainz 1997

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Muck, O., Rationalität und Weltanschauung. Philosophische Untersuchungen.Hg. W. Löffler. Innsbruck-Wien 1999

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Neufeld, K.-H., Fundamentaltheologie. Bd. I. Jesus - Grund christlichen Glaubens. Bd. II. Der Mensch - Bewußte Nachfolge im Volk Gottes. Stuttgart u.a. 1992, 1993 (Kohlhammer Studienbücher Theologie 17)

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Plankensteiner, Th., Gottes entlaufene Kinder. Zur Theologie des Kirchenvolks-Begehrens. Thaur u.a. 1996

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Pröpper, Th., Evangelium und freie Vernunft. Konturen einer theologischen Hermeneutik. Freiburg-Basel-Wien 2001

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Quitterer, J. / Runggaldier, E. (Hg.), Der neue Naturalismus - eine Herausforderung an das christliche Menschenbild. Stuttgart u.a. 1999

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Rahner, K., Hörer des Wortes. Schriften zur Religionsphilosophie und zur Grundlegung der Theologie. Sämtliche Werke 4. Hg. Albert Raffelt. Freiburg i.Br. - Solothurn/Düsseldorf 1997

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Ruggieri, G. (Hg.), Enciclopedia di Teologia fondamentale. Storia, Progetto, Autori, Categorie. Bd. 1. Genova 1987

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Schmidinger, H., Hat Theologie Zukunft? Ein Plädoyer für ihre Notwendigkeit. Innsbruck-Wien 2000

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Schwager, R., Jesus im Heilsdrama. Entwurf einer biblischen Erlösungslehre. Innsbruck-Wien 1990 (IThS 29)

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Sedmak, Cl., Lokale Theologien und globale Kirche. Eine erkenntnistheoretische Grundlegung in praktischer Absicht. Freiburg-Basel-Wien 2000

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Siebenrock, R., Wahrheit, Gewissen und Geschichte. Eine systematisch-theologische Rekonstruktion des Wirkens John Henry Newmans. Sigmaringendorf 1996 (Internationale Cardinal Newman-Studien XV)

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Stock, A., Poetische Dogmatik. Bd. 1. Namen (1995); Bd. 2. Schrift und Gesicht (1996); Bd. 3. Leib und Leben (1998). Paderborn u.a.

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Ders., Maurcie Blondels Kritik des ‚Dilettantismus und das ‚postmoderne' Denken, in: Das Tun, der Glaube, die Vernunft. Studien zur Philosophie Maurice Blondels „L'Action" 1893-1993. Hg. Albert Raffelt - Peter Reifenberg - Gotthard Fuchs. Würzburg 1995, 16-32

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Waldenfels, H., Kontextuelle Fundamentaltheologie (1985, 21988). Paderborn u.a. 32000 (UTB große Reihe 8025)

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Werbick, J., Den Glauben verantworten. Eine Fundamentaltheologie. Freiburg-Basel-Wien 2000

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Anmerkungen:  

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 1.

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1Rahner, Karl: Über den Versuch eines Aufrisses einer Dogmatik, in: ders., Schriften zur Theologie. Bd. 1. Einsiedeln 1954, 9-47, hier 9. Der Charakter der Veröffentlichung in diesem Band ermutigt zur literarischen Form des Essays. Die genannte Literatur spiegelt die eigenen Vorlieben und Bezüge und ist daher nicht repräsentativ. Abkürzungen im Text verweisen auf die Literaturliste am Ende des Beitrags.

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