„Dürfen uns mit gutem Gewissen als ein Zentrum der romanistischen Wissenschaft bezeichnen!“

Nach dem Weltkongress der Romanischen Sprachwissenschaft, „Congrès International de Linguistique et de Philologie Romanes“, vor einem Jahr findet mit der 6. internationalen Arbeitstagung „Romanisch-deutscher und Innerromanischer Sprachvergleich“ ein weiteres Großereignis auf dem Gebiet der Romanistik an der Universität Innsbruck statt.
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Bild: Rektor Töchterle, Prof. Fritsch-Rößler, Prof. Lavric und Prof. Pöckl und der Eröffnungsvortragende Prof. Gerd Wotjak (v.l.) freuten sich über die Eröffnung der 6. internationalen Arbeitstagung „Romanisch-deutscher und Innerromanischer Sprachvergleich“ an der Univeristät Innsbruck.

„Dass es gelungen ist, diese renommierte Tagungsreihe nach Innsbruck zu holen, zeigt, dass sich unsere Universität auf dem Gebiet der Romanistik als Forschungs- und Kongressstandort auf internationaler Ebene etabliert hat“, hielt Rektor Töchterle in seiner Begrüßung fest. In 36 Zweier-, 13 Dreier-, 3 Vierer- und 8 noch breiteren Vergleichen werden von Mittwoch, dem 3. September, bis Freitag, dem 5. September, insgesamt 14 Sprachen behandelt, die Vortragssprachen reichen dabei von Deutsch und Französisch über Italienisch und Spanisch bis hin zu Katalanisch.

 

Der „Romanisch-deutsche und Innerromanische Sprachvergleich“ wurde 1987 in Leipzig von Prof. Gerd Wotjak begründet und findet seither im olympischen Vier-Jahres-Rhythmus statt. Nach Prof. Wotjaks Emeritierung konnte die Tagung durch das Engagement von Prof. Eva Lavric (Institut für Romanistik) und Prof. Wolfgang Pöckl (Institut für Translationswissenschaft) an die Innsbrucker Universität geholt werden. „In einer Zeit, wo renommierte österreichische Betriebe im Zuge der Globalisierung ans Ausland verkauft werden, ist es MitarbeiterInnen der Universität Innsbruck gelungen, eine traditionsreiche Tagungsserie aus Deutschland hierher nach Tirol zu holen“, dankte Vizerektor Märk beiden für ihre Anstrengungen.

 

Bei dem einzigen Forum im deutschsprachigen Raum, das der Kontrastiven Linguistik gewidmet ist, steht die Alltagsrelevanz der Vortragsinhalte stark im Vordergrund, wie auch die designierte Dekanin der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Waltraud Fritsch-Rößler, festhielt: „Es geht um den interkulturellen Vergleich romanischer Sprachen und deren lebendigen Alltagsgebrauch sowie Kulturspezifika in der Interaktion. Übersetzungen von Gebrauchsanweisungen und Beipackzetteln sind ebenso Untersuchungsgegenstand wie die Besonderheiten von Höflichkeitsformen im Deutschen und im Spanischen. Die Schnittstelle zwischen der Linguistik und der Translationwissenschaft, die sich ja auch in den beiden Organisatoren ausdrückt, eröffnet dabei reizvolle Möglichkeiten.“

 

Das Spektrum der Themen der Tagung, die in acht Sektionen behandelt werden, reicht von Ausdrücken für Farben und Gerüche über die gefürchteten falschen Freunde bis zu Übersetzungen für lebensfähig, lebenstauglich, lebenstüchtig in romanischen Sprachen. Man erfährt etwas über Redewendungen mit Tieren und über solche, die – wie zum Traualtar führen oder Haare auf den Zähnen haben – entweder nur für Männer oder nur für Frauen verwendet werden können. Interkulturell verglichen werden Werbetexte, wissenschaftliche Textsorten, Beipackzettel von Medikamenten, Arte-Nachrichtensendungen, aber auch Höflichkeitsfloskeln und sogar Webadressen. Ein Teilnehmer vergleicht den Stil politischer Reden in Frankreich und im frankophonen Afrika, eine andere das „verallgemeinernde du“, mit dem in Deutsch, Französisch und Spanisch auch abgetestet werden kann, ob der Gesprächspartner für ein richtiges Du-Wort vielleicht schon zu haben wäre.

 

Der diesjährige „Romanisch-deutsche und innerromanische Sprachvergleich“ findet noch bis Freitag, den 5. September, statt. Das detaillierte Programm finden Sie hier. 

(ip)

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