A I A
  back
Start   > Künstler   > Künstlerverzeichnis  > Carlone, Joachim
Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
A B C D E F G H J K L M O P R S T U V W Z

TISI, Benvenuto

 

1. TISI, Benvenuto
Garofalo

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Maler

3. BIOGRAPHIE

* 1481, in Ferrara (nach Vasari)
† 06.09.1559, das.

Geburtsdatum und Jugendgeschichte sind nur durch Vasaris Biografie bekannt (VI 468/9). Vasari und Garofalo trafen zweimal
in Ferrara aufeinander. 11.8.1501 stirbt Garofalos Vater, 1519 sein Bruder Andrea. Um 1530 Heirat mit Witwe Caterina
Scoperti; drei Kinder (Tochter Antonia, geb. 1531; Söhne Pietro, geb. 1533 und Girolamo, geb. 1536).

Wann die von Vasari behaupteten zwei Reisen nach Rom stattfanden ist nicht feststellbar. Ab 1530 eingeschränkte Sehfähigkeit, erblindet 1550 (dennoch existiert aus diesem Jahr ein datiertes Werk).

Vier Testamente liegen vor, das erste 1528, das letzte 1550.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Als Garofalos Lehrer bezeichnet Vasari den ferraresischen Maler Domenico Panetti (1460 - vor 1513), der Züge des Ercole Roberti mit Motiven von Lorenzo Costa verbindet sowie den Cremoneser Boccaccio Boccaccino. 1497 bezahlte Garofalos
Vater Boccaccino für den Malunterricht für seinen Sohn.

1498 – 1500 ist Garofalo nachweislich in Ferrara tätig (vgl. Künstler-Lexikon IV, 149). Möglicherweise folgte Garofalo
Boccaccino nach Cremona, wo Boccaccino ab 1506 an den Fresken des Doms arbeitete. Einfluss Raffaels durch Kenntnis
der Stiche bzw. durch ev. Reise 1508 nach Rom zu Raffael. Wichtige Anregungen von Dosso Dossi.

Früheste Tätigkeit im Dienst des Herzoghauses von Ferrara, insbesondere Herzog Alfons II. 

 
5. WERKE

Garofalos Aktivität konzentriert sich hauptsächlich auf Ferrara und Po-Delta. Früheste künstlerische Tätigkeit im Dienst des Herzogshauses von Ferrara. Reiche Produktion von Bildern (Tempera) – meist Altarbilder. Bilder mit nicht kirchlichen Gegenständen sind verhältnismäßig selten, ebenso Portraits. Ein angebliches Selbstportrait befindet sich in der Sammlung Morelli in Bergamo.

Bilder von Garofalo finden sich in den meisten Galerien; besonders reichhaltig sind die Sammlungen in Ferrara (der Kinder-
mord, die Erweckung des Lazarus, die Gefangennehmung Christi, St. Peter Martyr und die Hl. Helena, der Sieg des Neuen Testaments über das Alte, die Himmelfahrt Maria), in Rom, Florenz – Uffizien (Madonna zwischen Hl. Martin und Rosalia), Modena, München, Dresden (der Triumphzug des Bacchus und die über den Heiligen Petrus, Georg und Bruno thronende Madonna), Berlin – staatl. Museen (Grablegung Christi, Anbetung der drei Könige), Krakau, Wien, London, in der Eremitage
zu Petersburg (Madonna, Grablegung Christi, eine heilige Familie), Paris (zwei heilige Familien, die Madonna das Jesuskind anbetend, dieselbe den Schleier von dem schlafenden Kind abziehend, zwei Bildnisse von Garofalo selbst) u.a. O.

1506 Werke in den Räumen der Lucrezia Borgia im Palazzo die Schifanoia, und in der Aula Costabiliana im Palazzo di
Ludovico il Moro, Ferrara. Nach 1550 ist kein gesichertes Werk Garofalos bekannt, jedoch wurde ihm vom Domkapitel von Ferrara zusammen mit dem Maler Camillo Filippi am 15.10.1550 ein Auftrag für die Kartons von acht (noch erhaltenen)
Gobelins erteilt. Garofalos Werk umfasst eine ungewöhnlich große Zahl an größeren und kleineren Bildern. Sie reflektieren
eine Vielfalt an Einflüssen, insbesondere des in Mantua tätigen Mantegna sowie von Giorgone und Raffael. Garofalos Werke zeigen ferraresischen Farbenglanz, jedoch überschätzt die in Ferrara für ihn aufgekommene Bezeichnung „ferraresischer
Raffael“ seine Bedeutung selbst innerhalb der Lokalschule. Garofalo bemüht sich ab 1509, seinen lombardischen Stil nach
dem Raffael'schen umzuwandeln.

Von seinen angeblich zahlreichen Schülern nennt Vasari nur Girolamo da Carpi.

(KÄRNTEN)
Gemälde Hl. Augustinus, Stift St. Paul im Lavanttal
Steht den Werken Garofalos aus der Mitte der 20iger Jahre nahe, dürfte um 1524 bis 1526 entstanden sein.
Der Eindruck ist durch starke Übermalungen (Himmel) beeinträchtigt.

6. ABBILDUNGEN (KÄRNTEN)

Der Hl. Augustinus, Gemälde, St. Paul im Lavanttal, Pappelholz, 58 x 67 cm

 
7. BIBLIOGRAPHIE

Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs, Kärnten; Verlag Anton Schroll & Co; Wien 2001; S 803
Die Kunstdenkmäler des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal und seiner Filialkirchen; bearbeitet von Karl Ginhart;
Verlag Anton Schroll & Co; Wien 1969
Österreichische Kunsttopografie; Hrsg. Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes; Band 37;
Verlag Anton Schroll & Co; Wien; S 290
Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler; Thieme und Becker; Band 13; Verlag Seemann Leipzig; 1988; S 210
Sgarbi, V.;“Testimonianze inedite del Raffaellismo in Emilia: „Garofalo, Gerolamo da Carpi e Battista Dossi a Belriguardo“, Congresso internazionale die studi: Urbino und Florenz, 1984
Vasari-Milanesi, VI 457 (deutsche Ausg. V 352)The Dictionary of Art; Jane Turner; Bd. 12; Grove; New York; 1996; S 161

©Maria Mayrl, Februar 2006ia Mayrl, Februar 2006

A I A