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SOLARI, Ignazio

 

1. SOLARI, Ignazio (Ignatio)

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Maler

3. BIOGRAPHIE

Die erste Erwähnung dieses Malergehilfen findet sich 1632, die letzte 1646/50 in Salzburg, wo er vermutlich gestorben ist
(Saur, Band IX., S. 326).

Ignazio war höchstwahrscheinlich der Sohn des Salzburger Dombaumeisters Santino Solari. Man darf ihn nicht verwechseln
mit Santinos Neffen Antonio Solari, der ebenfalls in Salzburg tätig war. Der Großteil der Literatur unterscheidet leider auch
nicht zwischen diesen beiden verwandten Malergehilfen und verwendet die Namen meist als Synonyme.(Thieme- Becker,
Band XXXI., S. 230; W. Lippmann, S. 122) (Saur: Verweis: Antonio Solari auf Iganzio Solari S. 326)
.

Gelernt hat Solari bei dem Florentiner Servitenmönch (Donato) Arsenio Mascagni, zusammen mit anderen Gehilfen.
 
4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS
 

5. WERKE

(SALZBURG)

5.1 Salzburger Dom
Ein Großteil der Fresken der Gewölbe und die Altarbilder der drei Hauptaltäre wurden in der Zeit von 1616 bis 1632 von
Arsenio Mascagni unter der Mithilfe von Ignazio und (?) Antonio Solari sowie Francesco da Siena ausgeführt. Weitere
Gehilfen dürften diesen Malern auch noch zur Seite gestanden haben. In den Gewölben dargestellt ist ein umfangreiches christologisches Programm, dem sich in den Querarmen, entsprechend den Patrozinien der Nebenaltäre, ein Franziskus-
und Marienzyklus anschließen. Die auszumalenden Bereiche waren in verschieden große Felder eingeteilt, die auch heute
mit Stuck eingerahmt sind. Das Programm liest sich derart: Im Mittelschiff auf den Hauptfeldern befindet sich die Lebens-geschichte von Jesus vom letzten Abendmahl bis zur Kreuzabnahme. Die kleinen kartuschenförmigen Felder beinhalten die Wundertaten Christi. Das Ende seiner Leidensgeschichte wird im Presbyterium thematisiert. Auf der Evangelienseite befindet sich hier die Grablegung Christi, auf der Epistelseite wird Christus in der Vorhölle gezeigt. Das Programm gipfelt im Hoch-altarbild, das die Auferstehung des Herrn zeigt.
Weiters erzählt das südliche Querschiff die Geschichte Mariens (mit dem Altarbild von der Legende von Maria Schnee), das nördliche diejenige des Hl. Franziskus. Berichtet wird, dass die größeren Bilder von Mascagni, die kleineren von seinem
Schüler Ignazio Solari stammen. Zudem wird letzterem das linke Wandbild der Grablegung Christi im Chor alleine zuge-schrieben. Weiters zugeschrieben wird ihm das sich im linken Querschiff befindliche Altarblatt von der Legende von Maria Schnee, datiert vor 1628. Die ebenfalls vor 1628 angefertigten in Stuckumrahmungen eingelassenen Bildern in der nördlichen Rupertuskapelle, können nicht mit hundert Protzentiger Sicherheit Iganzio Solari zugeschrieben werden. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben des hl. Rupert und die Glorie des Heiligen, in zwei Lünetten kann man die Gründung von St. Peter
in Salzburg und die Trauer ab der Bahre des hl. Rupert erkennen. Zudem wird Iganzio Solari die Mitarbeit an der Grablege
und Vorhölle im Presbyterium zugesichert.
Die Fresken die man heute in Dom zu Salzburg bewundern kann sind ein Teil des Wiederaufbaus (1945-59) nach dem
Zweiten Weltkrieg, indem die Fresken der Kuppel und des anschließenden Gewölbes fast vollkommen zerstört  wurden
(Vgl. dazu vor allem: Der Dom zu Salzburg, Symbol und Wirklichkeit, Österreichisches Borrromäuswerk, Salzburg 1959).
Die ursprünglichen Fresken von Mascagni, Solari und dessen Gehilfen wurden bereits im Jahre 1875 und 1878/80 einmal renoviert (B. Euler, S. 529f. ; w. Lippmann, S. 122 ; Festschrift zum 1200jährigen Jubiläum, S. 124; M. Reisenhuber,
S. 542 u. 567 u. 596; F. Fuhrmann, S. 16).

5.2 Weitere Werke in Salzburg
- Kreuztragung und Kreuzesaufrichtung (Kreuzigung Christi), Stiftskirche St. Peter 1632
- Bildnis des Salvator Solari, Wandgrab auf dem St. Petersfriedhof
- Wandkalender, Erzstift Salzburg, 1642
- Abendmahl, ehemalige Salvatorkirche

 

6. ABBILDUNGEN

(SALZBURG)

1. Bild
Salzburger Dom, Innere, Stich von Melchior Küsell, 1682; AUS: F. FUHRMANN, Der Dom zu Salzburg, Geschichte und Baugeschichte, Verlag St. Peter, Salzburg 1974 (8. Auflage), S.8.

2. Bild - Salzburger Dom, Innere, Blick auf Orgel; AUS: Ibidem, S. 26.

3. Bild
Salzburger Dom, Innere, Blick auf Chor; AUS: W. LIPPMANN, Der Salzburger Dom 1598 – 1630, Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 1999, Abb. 26.

4. Bild
Salzburger Dom, Blick in wiedererbaute Kuppel; AUS: Festzeitschrift zum 1200jährigen Jubiläum des Domes zu Salzburg, Salzburger Druckerei, Salzburg 1974, Abb. 34.

5. Bild
Salzburger Dom, Südlicher Querschiffarm, Altarblatt Maria Schnee; AUS: F. FUHRMANN, Der Dom zu Salzburg, Geschichte und Baugeschichte, Verlag St. Peter, Salzburg 1974 (8. Auflage), S.17.

6. Bild - Salzburger Dom, Rupertusoratorium; AUS: Ibidem, S. 22.

7. Bild
Salzburger Dom, Rupertusoratorium; AUS: Der Dom zu Salzburg, Symbol und Wirklichkeit, Ausstellungskatalog, 30. April bis 31. August 1959, Buchdruckerei Etzendorfer & Co., Salzburg 1959, Abb. 1.

8. Bild
Salzburger Dom, Der Schuttberg im Dominneren im Oktober 1944; AUS: Hrsg. Dr. Franz SIMMERSTÄTTER, Der Dom zu Salzburg, Symbol und Wirklichkeit, herausgegeben zur Vollendung des Wiederaufbaues 1959, Verlag: österr. Borromäuswerk, Salzburg 1959, Abb. 65.

9. Bild
Salzburger Dom, Die zerbombte Kuppel im Oktober 1944; AUS: Festzeitschrift zum 1200jährigen Jubiläum des Domes zu Salzburg, Salzburger Druckerei, Salzburg 1974, Abb. 33.

10. Bild
Salzburg, St. Peter, Stiftskirche Blick in Inneres; AUS: F. MARTIN, Kunstgeschichte von Salzburg, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1925, S. 9.

Bildprogramm des Salzburger Doms: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Salzburger_Dom?uselang=de

7. BIBLIOGRAPHIE

EULER, Bernd:  Dehio-Handbuch Salzburg : Stadt und Land, Die Kunstdenkmäler Österreichs : topographisches Denkmälerinventar / hrsg. vom Bundesdenkmalamt, Anton Schroll & Co Verlag, Wien, 1986
FEUCHTMÜLLER, Rupert: Kunst in Österreich.Vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart, Bd.1+2, Forum Verlag, Wien 1973
FUHRMAN, Franz/FRODE, Walter (Hrsg.): Salzburger Kunststätten, Verlag Joh. Leon Sen., Klagenfurt-Wien, 1956
GINHART, Karl: Die bildende Kunst in Österreich. Renaissance und Barock, Rohrer, Baden bei Wien 1939
MARTIN, Franz: Kunstgeschichte von Salzburg, Österreichischer Bundesverlag, Wien, 1925
THIEME, Ulrich: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler. Von der Antike bis zur Gegenwart, Bd 31, E.A. Seemann Verlag, Leipzig 1937 (S.230)

Weiters:
BRUN: Schweizer Künstlerlexikon, Bd.3, 1913, S.171
ECKHARDT, A.: Baukunst in Salzburg, Straßburg, 1910, S. 57
NAGLER: Künstlerlexikon, Bd. 16, 1846, S. 563
PERINI, in: Attitetura della Academia…degli Agitati in Rovereto, Serie 3, vol 15, 1909, S.91

sowie:

B. EULER, Dehio-Handbuch Salzburg, Stadt und Land, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Anton Schroll & Co Verlag,
Wien 1986, S. 529f u. 536.
R. FEUCHTMÜLLER, Kunst in Österreich, Vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart, Bd. I. u. II., Forum Verlag, Wien 1973
Hrsg. F. FUHRMANN/ W. FRODE, Salzburger Kunststätten, Verlag Joh. Leon Sen., Klagenfurt-Wien1956
F. FUHRMANN, Der Dom zu Salzburg, Geschichte und Baugeschichte, Verlag St. Peter, Salzburg 1974 (8. Auflage), S. 16.
K. GINHART, Die bildende Kunst in Österreich, Renaissance und Barock, Rohrer, Baden bei Wien 1939
F. MARTIN, Kunstgeschichte von Salzburg, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1925, S. 108.
BRUN, Schweizer Künstlerlexikon, Band III., 1913, S.171.
A. ECKHARDT, Baukunst in Salzburg, Straßburg 1910, S. 57.
NAGLER, Künstlerlexikon, Band XVI., 1846, S. 563.
PERINI in: Attitetura della Academia…degli Agitati in Rovereto, Serie 3, vol 15, 1909, S.91.
M. RIESENHUBER, Die kirchliche Barockkunst in Österreich, Verlag der "Christlichen Kunstblätter", Linz, S. 542, 567,
596, 665.
W. LIPPMANN, Der Salzburger Dom 1598 – 1630, Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 1999, S. 122.
Festzeitschrift zum 1200jährigen Jubiläum des Domes zu Salzburg, Salzburger Druckerei, Salzburg 1974, S. 120 u. 124.
SAUR, Bio- bibliographischer Index A-Z, Band IX., Leipzig 2000, S. 326.
THIEME- BECKER, Künstlerlexikon, Band XXXI., Leipzig 1937, S. 230.
THIEME- BECKER, Gesamtregister Länder, Band III., Leipzig 1996, S. 1782.

THIEME- BECKER, Gesamtregister Berufe, Band III., Leipzig 1997, S. 1746.

 
©Barbara Pflanzner, Januar 2007, überarbeitet und ergänzt von Niedermüller Katharina-Sophie, Dezember 2007
 

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