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SCAMOZZI, Vincenzo

 

1. SCAMOZZI, Vincenzo

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Architekt, Architekturtheoretiker, Ingenieur.

3. BIOGRAPHIE

Geboren am 02.09.1548 oder 1552 in Vicenza, Italien.
Gestorben am 07.08.1616 in Venedig. Beigesetzt in SS. Giovanni e Paolo in Venedig.

Um 1572 übersiedelt er nach Venedig.
Um 1578/ 80 Aufenthalt in Rom.
1579 Reise nach Neapel
1585 zweite Romreise.
Um 1588 Reise nach Sabbioneta; im selben Jahr Reise nach Polen mit dem Gesandten Pietro Duodo an den Hof von König Siegmund.
1598 dritte Romreise
16.8.1599 bis 14.5.1600 Reise durch Mitteleuropa und Frankreich mit Pietro Duodo.
1601 Aufenthalt in Florenz und Bologna.
1604 Aufenthalt in Salzburg.
1611 Besuch in Bergamo, Mailand, Genua und Venedig.
Über das Leben und die zahlreichen Reisen Scamozzis finden sich Tagebucheinträge und Erzählungen Milizias in „Memorie degli architetti“.

Scamozzi vertrat die Idee des Eklektizismus, welche er durch Nachahmung und Auswertung Serlios, Palladios und Sansovinos verwirklichte.

Seine Bauten werden vor allem geprägt durch die Nachahmung Palladios, aber SCAMOZZIS verzichtet auf das malerische Element jenes Stiles, wodurch er jeder Möglichkeit einer barocken Fortbildung Palladios aus dem Weg geht. Scamozzi ist so der erste Neoklassizistische Interpret Palladios in Venedig geworden.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Die Familie Scamozzi stammte ursprünglich aus Valtellina in der Lombardei. Giandomenico, der Vater Vincenzos stammte aus Sondrio und übersiedelte 1546 nach Vicenza, wo sein Sohn Vincenzo zur Welt kam. Er wurde von seinem Vater unterrichtet und an den Werken Palladios ausgebildet.

Am 3.08.1616 macht er sein Testament, in dem er seine Lebensgefährtin Veneranda Tiepolo erwähnt. Zusammen mit dieser Frau hatte er insgesamt sechs Kinder, die jedoch alle vor ihm verstarben. Sein Erbe hinterlässt er Ottavio Bertotti- Scamozzi, einem Architekturstudenten, der unter finanziellen Nöten litt.

1710 errichtet man ihm zu Ehren ein bescheidenes Grabdenkmal in S. Lorenzo zu Vicenza.

 

5. WERKE

(SALZBURG)

5.1 Projekt für die Kirche der Heiligen Rupert und Virgil in Salzburg
1604-1612: Projekt für die Kirche der Heiligen Rupert und Virgil in Salzburg, die zwischen 1614 und 1628 von Santino Solari erbaut wurde.

1604 besichtigte er, eingeladen vom Erzbischof Wolf Dietrich, den Platz in Salzburg, auf dem der Dom, nach dem Brand von 1598, erbaut werden sollte. 1606 datiert er den Grundrissplan für den Dom in Salzburg, der heute im Museo Civico in Vicenza aufbewahrt wird. Die Pläne mit dem Schnitt und der Zeichnung der Fassade sind verschollen. Der Plan Scamozzis war an San Paolo in Rom orientiert und sah eine Vereinigung von Zentral- und Langhaus vor. Das Projekt wurde jedoch nicht ausgeführt, da der Bischof Wolf Dietrich abgesetzt wurde. Den Bau des Doms übernahm darauf hin Santino Solari, der ihn in bescheidenerem Ausmaß realisierte.

5.2 Palais Stubenberg - Dekoration
Im Palais Stubenberg in Graz, Hans- Sachs- Gasse 7, sind die „üppigen Fruchtgehänge“ zu beiden Seiten der Fenster von Scamozzi beeinflusst. Erbaut wurde das Palais 1689- 1694 von Joachim Carlone.

6. ABBILDUNGEN

(SALZBURG)

6.1. Scamozzi Vicenzo, Portrait von Veronese.
Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Scamozzi_portrait_by_Veronese.jpg&filetimestamp=20060205173648 (Zugriff vom 20.04.09)

7. BIBLIOGRAPHIE

Baudi di Vesme, Schede Vesme, L´Arte in Piemonte dal XVI al XVIII secolo, Bd. III, Torino, 1968, S. 965f.
Dehio- Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Salzburg, Wien 1976, S. 145.
Dehio- Handbuch, Bayern IV München und Oberbayern, München 1996, S. 589, S. 913.
Enciklopedija likovnih umjetnosti, Bd. IV, Zagreb, 1996, S. 175f.
List R., Kunst und Künstler in der Steiermark, Ried im Innkreis, 1967- 82, S. 871.
Nagler G.K., Neues allgemeines Künstler- Lexikon, 3. Auflage, 1. Auflage 1835- 1852, Bd. 17, S. 15ff.
Prokop Thoman, Novy slovnik ceskoslovenskych vytvarnych umelcu, Bd. II, Praha, 1993, S. 400.
Saur, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 8, München, 1992, S. 727.
Thieme Becker Vollmer, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler, Bd. XXVIII, Leipzig 1907, S. 527.
Turner Jane, The dictionary of Art, London/New York, Bd. XXVIII, 1996, S. 29ff.

Onlinequellen:
http://deu.archinform.net/arch/2523.htm (Zugriff vom 20.04.09)

Von Scamozzi verfasste Texte:

Discorsi sopra le antichità di Roma, 1582.
La idea dell'architettura universale, Venezia, 1615.

Monographien:

AAVV. Architettura è scienza. Vincenzo Scamozzi (1546-1616), catalogo della mostra, Marsilio editori, 2003
Augelli F., Il ruolo del legno nell Idea dell architettura universale di Vincenzo Barbieri F. e G. Beltramini (a cura di), Vincenzo Scamozzi. 1548-1616
Scamozzi (1615), Xilema Documenti n.1, il prato, Saonara (PD), 2007.
Mazzoni Stefano, Teatri italiani del Cinquecento: Vincenzo Scamozzi architetto-scenografo, in Drammaturgia, 2003, n. 10, pp. 103-140.
Milizia, Memorie degli architetti, Tavola II, S. 84.
Puppi Lionello, La solitudine di Vincenzo Scamozzi, nostro contemporaneo, in: Annali di architettura n° 15, Vicenza 2003.
Rigon Fernando, L’Idea in figura. Iconografie tipografiche del Trattato scamozziano, in: Annali di architettura n° 16, Vicenza 2004.

 
©Oskar Verant, Juni 2009

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