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RIZZI, Franz Ferdinand

 

1. RIZZI, Franz Ferdinand (Francesco Ferdinando)
Ritz Franz

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Maler

3. BIOGRAPHIE

Geboren am 19.9.1868 in Campitello (Südtirol), 1885 Malerlehre in Mautern (Steiermark), 1888 Besuch der Staatlichen Gewerbeschule in Innsbruck. Mehrer Versuche zur Aufnahme in die Akademie in Wien, jedoch keine Zulassung. 1893/94 Deckengemälde in St. Martin in Prissian. 1895 Besuch der Akademie in Prag. 1897 – 1901 Studium an der Akademie in München (u.a. bei Gabriel von Hackl) . 1909 Unterricht an der Zeichenschule in Campitello. 1914 Ausstellung im Kunstverein München, 1915 Kriegsdienst und Kriegsmaler. Optiert 1939 für Deutschland und verstirbt 1952.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Vater: Maler und Innendekorateur, Mutter Hausfrau. Rizzi hatte einen Bruder und eine Schwester. Weitere Familien- oder soziale Bindungen waren nicht zu eruieren.

 

5. WERKE

(SÜDTIROL)

5.1 St. Martin in Prissian, Wandmalerei
Teile der Wandmalerei (Christus, Guter Hirte, Heiliger Martin, 1893 / 1894) in St. Martin in Prissian (Grundsteinlegung 1159), Gemeinde Tisens-Prissian

 „1893 bekam Rizzi den Auftrag, die ohne jede malerische Dekoration ausgestatte Kirche mit Deckengemälden zu verschönern. In seiner Autobiographie…..schildert der…..Maler selbst die Entstehung der Bilder vom Auftrag bis zur Fertigstellung. Den Auftrag zur Ausmalung bekam Rizzi vom Pfarrer Karl Oberprantacher, der ihm freie Hand ließ. So begann Rizzi…..seine malerischen Skizzen im „Renaissancestil“ zu entwerfen, die er anschließend dem Landeskonservator Karl Atz zur Begutachtung vorlegen musste. Erst dann wurde vom Pfarrer und vom Konservator beschlossen, die Deckengemälde von Rizzi ausführen zu lassen…..Im Frühjahr 1893 begann der junge Künstler „Die Geburt Christ“ nach Martin Feuerstein zu malen. In Bozen konnte er eine originale Reproduktion dieses Bildes erwerben. Rizzi vergrößerte diese nur graue Vorlage um das Zehnfache und malte in Öltempera das Gemälde an die Decke. Nach acht Wochen war es zur vollen Zufriedenheit des Pfarrers fertig gestellt…..Nach einer Unterbrechung kehrte Rizzi im August nach Prissian zurück und malte die anderen beiden Bilder mit dem „Guten Hirten“ und dem „Heiligen Martin“.
Obwohl Rizzi betonte, seine Entwürfe im Renaissancestil zu halten, hielt er sich in der Ausführung der Geburt Christi doch an die Vorlage eines berühmten Nazarenermalers des späten Stils, Martin Feuerstein. Auch in anderen Bilden, vor allem des „Guten Hirten“, folgt er nazarenischen Vorbildern.
Rizzis Bildschöpfungen haben eine eigenartigen Charakter und zeigen gefühlsmäßige Bedeutungswerte, die nicht frei von Sentiment sind.“
(zit nach Hölzl Stifter, Maria: Die Wandmalerei des Historismus in Südtirol. Kirchliche Kunst zwischen Spätklassizismus und Nazarenern 1820 – 1914. Bozen, 2008 (zuerst Diss. phil, Universität Innsbruck 2000), S. 233

6. ABBILDUNGEN

(SÜDTIROL)

6.1. Portrait Rizzi

rizzi

Nachweis: Palla, Luciana: Mein Kampf um die Kunst. Autobiografia di Francesco Ferdinando Rizzi, Institut Cultural Ladin, Trient 1998

6.2. St. Martin, Prissian: Geburt Christi; Foto: Herbert Aselmann

6.3 St. Martin, Prissian: Hl. Erasmus; Foto: Herbert Aselmann

6.4 St. Martin, Prissian: Guter Hirte; Foto: Herbert Aselmann

6.5 St. Martin, Prissian: Triumpfbogen links, Verkündigung; Foto: Herbert Aselmann

6.6 St. Martin, Prissian: Triumpfbogen rechts, Engel Gabriel; Foto: Herbert Aselmann

7. BIBLIOGRAPHIE

Hölzl Stifter, Maria: Die Wandmalerei des Historismus in Südtirol. Kirchliche Kunst zwischen Spätklassizismus und Nazarenern 1820 – 1914. Bozen, 2008 (zuerst Diss. phil, Universität Innsbruck 2000)
Palla, Luciana: Mein Kampf um die Kunst. Autobiografia di Francesco Ferdinando Rizzi, Institut Cultural Ladin, Trient 1998
Weingartner, Josef: Die Kunstdenkmäler Südtirols, Band 2, Bozen und Wien 1991, S. 464
URL: 01777 Franz, Ferdinand Rizzi, Matrikelbuch 1884-1920, 17.01.09
http://matrikel.adbk.de/05ordner/mb_1884-1920/jahr_1897/matrikel-01777, (Zugriff am 17.01.09)

©Herbert Aselmann, Mai 2009

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