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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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QUADRIO, J. Antonio

 

1. QUADRIO, J. Antonio
Quadria (Thieme - Becker 27, S.489 )

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Stuckateur

 

3. BIOGRAPHIE

keine weiteren Angaben

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Künstlerfamilie aus dem Tessin, im 17. und 18. Jahrhundert tätig.

 

5. WERKE

(STEIERMARK)

5.1 Graz, Mausoleum
1687 - 1689 in Graz im Mausoleum ( Baubeginn 1614) Kaiser Ferdinands II. und seiner Gattin Eleonora von Mantua, welches sich südlich des Doms an der Stelle der ehemaligen Katharinekapelle befindet. Zusammen mit Antonio Serenio und Girolamo Rossi nach einem Entwurf Johann Bernhard Fischer von Erlachs und möglicherweise unter seiner Aufsicht ausgeführt.
Sehr üppige Stuckdekoration an der Kuppel, Akanthusstuck im Tonnengewölbe über der Empore in Zusammenklang mit den Fresken des Franz Steinpichler. Seit 1960 ist das Mausoleum die Grablege der Bischöfe von Graz-Seckau.

Neben dem Grazer Dom steht eines der bedeutendsten Baudenkmäler Österreichs aus der Übergangsphase vom Manieris-
mus zum Barock, das Mausoleum Kaiser Ferdinands II., der im 17. Jahrhundert vorübergehend von Graz aus Österreich regiert hatte. Der Bau des Mausoleums wurde von Pietro de Pomis 1614 begonnen und nach dessen Tod von Pietro Vallnegro 1714 vollendet. Der Barockbau, an dem auch Fischer von Erlach mitgearbeitet hat, wurde an der Stelle gebaut, wo Überreste einer 2,80m starken Mauer der früheren romanischen Friedhofskapelle gefunden wurden.
Der Grundriss des Mausoleums hat die Form eines lateinischen Kreuzes mit Vierungskuppel über dem Tambour und einer halbkreisförmigen O-Apsis. Dem s. Kreuzarm wurde eine elliptische, kuppelüberwölbte Grabkammer angefügt. Beide Räume wirken jedoch unorganisch verbunden und sind schlecht beleuchtet. Hier zeigt sich, dass Pomis mehr Maler als Architekt war. Die von Joh. Bernh. Fischer von Erlach entworfenen Stuckdekorationen wurden von den Künstlern Jos. Sereni, Hieronymus Rossi und Antonio Quadrio ausgeführt.

Die schwer lastenden, mehrfach übereinander getürmten und nach dem Vorbild der Portallösung von Il Gesù in Rom ineinander geschachtelten Dreiecks- und Segmentgiebel verleihen der Grabstätte einen imposanten Eindruck, der durch die bekrönenden Skulpturen noch ins Transzendentale gesteigert wird.

5.2 Schloss Weißenegg, Stuckdecke der Kapelle
Die Stuckdecke, der um 1700 vollendeten Schlosskapelle wurde von J. Antonio Quadrio angefertigt. Der grobe und schwer wirkende Stuck windet sich als Rahmung um den von Josef Steinbichler gemalten Freskenzyklus der Szenen aus dem alten Testament zeigen. Die durch Plünderungen und Verfall in Mitleid gezogene Kapelle, wurde erst 1987 durch die neuen Schlossbesitzer, die Familie Rajakovics, renoviert.

(OBERÖSTERREICH)

5.3 Stiftskirche Kremsmünster
1680 - 1703 unter Carlone an der Stuckdekoration und Fassung der Altäre in der Stiftskirche
Kremsmünster tätig.

 

6. ABBILDUNGEN

6.1
http://www.dkgathen.net/bilder_17_graz.html
www.graz-seckau.at/pfarre/gra-dom/mauso.html
www.umdiewelt.de/.../Kapitel-8.html
6.2
http://www.graz-seckau.at/dekanat/grazland/fernitz/pfarrgemeinde/kapellen/dillach/index.php

7. BIBLIOGRAPHIE

BRETSCHNEIDER, A. Bauschaffen der Stifte Oberösterreichs im 17. u. 18. Jahrhundert, Diss. Technische Hochschule Dresden,1914
DEHIO, Steiermark,1956, S.28, 85, 308
HEMPEL, Eberhard / ANDORTFER, Eduard, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Steiermark, vierte, korr. Aufl. Wien-München, 1956
ILG, A. Johann Bernhard Fischer von Erlach, Wien 1895, S.137
List, R. Kunst und Künstler in der Steiermark, Nachschlagwerk, Ried im Innkreis, 1978, S 815
LORENZ HELMUT (Hrsg.) Geschichte der bildenden Kunst in Österreich, Band 4 Barock. Prestel,1999
NAGLER, Künstlerlexikon, 12, 1842
RIESENHUBER, M. Die kirchliche Barockkunst in Österreich, Linz, 1924
THIEME-BECKER, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künste, Leipzig, 1912
WASTLER, J. Das Mausoleum Ferdinands II, in Mitteilungen des Zentralen Komitees für Denkmalpflege Wien, N. F. X, 1884

©Ruth Haas, Mai 2005; ergänzt und überarbeitet von Jill Tatzreiter, Januar 2008

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