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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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POZZO, Francesco de

 

1. POZZO, Francesco de (Dehio, 1976, 42) Francesco Giuseppe (Thieme-Becker, Bd. 27, 1933, 338)
Pozo (Burgen und Schlösser in Ö., 1964, 156) Franz (Hajdecki, 1906, 5) Poco bzw. Pazo Francisco (Lind, 1895, 111).

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Baumeister (Dehio, 1976, 42),
Festungsbaumeister (Thieme-Becker, Bd. 27, 1933, 338),
kaiserlicher Fortifikationsbaumeister (Prickler, 1972 2 , 16),
kaiserlicher Baumeister (Hajdecki, 1906, 5),
königlicher Baumeister (Hajdecki, 1906, 80)

3. BIOGRAPHIE

Geboren wurde Francesco 1501/02 in Mailand und gestorben ist er 1562 in Wien (Thieme-Becker, Bd. 27, 1933, 338).
Die Familie Pozzo gehörte ebenfalls zu den „Comasken“. Damit wird eine bedeutende Gruppe von Künstler, Baumeister, Stuckateuren usw. bezeichnet, die alle aus dem Raum um Como nach Österreich gekommen waren, um dort zu arbeiten (Wagner-Rieger, 1965, 191). Ansonsten ist wenig über sein Leben bekannt.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Seit ca. 1544 war er in Diensten bei Kaiser Ferdinand I. Er baute eines der Portale des ehemaligen kaiserlichen Zeughauses
in Wiener-Neustadt (Thieme-Becker, Bd. 27, 1933, 338). Der königliche Baumeister Francesco de Pozzo soll in den Jahren 1546 und 1547 eine jährliche Hofbesoldung von 110 fl. bekommen haben (Hajdecki, 1906, 80 – Fußnote 2). Hajdecki be-
zeichnet Francesco als den Schöpfer der Wiener Festungswerke nach der ersten Türkenbelagerung. Im Jahr 1557 wurde er zuletzt in den Protokollen des Kriegsarchivs genannt. Seine letzten Dienste waren die Visitierung der Gebäude zu Görz, Triest und Gradiska und zwar auf dem Wege heimwärts. Wo sich dieses „Heim“ befunden hat ist nicht bekannt (Hajdecki, 1906, 81).

Francesco war u.a. auch Baumeister der „Bürgerbastei sammt Katze“ d.h. der Dominikanerbastei in Wien (Lind, 1895,
111-112). Aufgrund der Türkengefahr wurden im 16. Jh. viele Befestigungsanlagen in Auftrag gegeben.

Die Burg Bernstein war seit 1488 im Besitz der Ritter (später Freiherrn) von Königsberg. Somit kann angenommen werden,
dass diese auch die Auftraggeber Francescos für den Ausbau bzw. den Umbau der Burg in eine Bastion waren. Die Burg Bernstein hatte nämlich 1532 durch die Türken und 1536 durch Blitzschlag schwere Schäden erlitten, und musste somit entsprechend umgebaut werden (Dehio, 1976, 42).

 
5. WERKE (BURGENLAND)

5.1 (Burg) von Bernstein (politischer Bezirk Oberwart) mit den Befestigungsmauern ist nach Plänen des Baumeisters
Francesco de Pozzo (später von Antonio de Spacio) errichtet worden. Die Burg wurde in der Zeit von 1546 bis 1590 erbaut (Dehio, 1976, 42; Fidler, 1990, 149f.; Burgen und Schlösser in Ö., 1964, 156, Prickler, 1972 2 , 16).

 
6. BIBLIOGRAPHIE

Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler. Von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix
Becker, Hrsg. Hans Vollmer, Bd. 27, Leipzig 1933, S. 338.
Burgen und Schlösser in Österreich. Nach alten Vorlagen (Burgen – Schlösser – Herrensitze in Österreich, 27),
Frankfurt a. M. 1964, S. 156.
Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Burgenland, Wien 1976, S. 42.
Fidler, Petr, Architektur des seicento. Baumeister, Architekten und Bauten des Wiener Hofkreises, Habilitations-Schrift, Innsbruck 1990, S. 149f.
Hajdecki, Alexander, Die Dynastenfamilien der italienischen Bau- und Maurermeister der Barocke in Wien
in: Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereins Wien, Bd. 39, Wien 1906, S. 1-83.
Lind, Karl, Erinnerung an die Wiener Dominikanerbastei in: Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereins Wien, Bd. 31,
Wien 1895 , S. 111-116.
Prickler, Harald, Burgen und Schlösser im Burgenland, Wien 1972 2 , S. 16.
Wagner-Rieger, Renate, Die Baukunst des 16. und 17. Jahrhunderts in Österreich. Ein Forschungsbericht,
in: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte, 1965, Bd. N.F. 20 (24) S. 175-224.

©Irene Raifer, Januar 2004

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