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PIAZOLL, Johann Georg

 

1. PIAZOLL, Johann Georg
Piazzoli, Piassall, Piassoll, Piazol

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Stuckateur in Steyr

3. BIOGRAPHIE

Johann Georg Piazoll wird in Wien 1685 als Sohn des Dominikus I. geboren, der bürgerlicher Stuckateur war. Über das Sterbedatum des Künstlers gibt es keinerlei Hinweise.
1708 arbeitet er für das neue Kuratenhaus in Maria-Taferl und 1722 ist er für das Stift St. Florian tätig. 1724 bis 1725
arbeitete er im Stiftsgebäude von Seitenstetten.
Er heiratet am 26.2.1713 in Wien Katharina Oberndorferin, mit dieser er zwei Töchter bekommt: Anna Rosa, geb. 1714 und Maria Johanna, geb. 1715. Über das Sterbedatum der beiden Töchter und der Frau gibt es ebenfalls keinerlei Hinweise.

Johann Georg lernte denselben Beruf wie sein Vater. Johann Georg Piazoll übersiedelte aber nach Steyr, weil in Wien um
1715 die goldenen Zeiten für die italienischen Künstler längst vorbei waren.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Die Maurer-, Baumeister- und Stuckatorenfamilie stammt aus Mailand (Como) und war im 17./18. Jh. in Wien tätig.

Johann Georgs Vater war Dominkus I., der 1719 starb und seine Mutter Katharina. Er war der Jüngste von sechs Kindern.
Maria Barbara, geb. 1673, verh. Wißhofferin, die ihren Vater Dominikus I. hatte bestatten lassen. Ebenso sind die Namen
von Maria Elisabeth, geb. 1678, und Johannes Dominikus, geb. 1681 (Pate: Johannes Moro), überliefert. Maria Elisabeth,
geb. 1671, deren Pate C. Carlone war, verstarb 1673, und Anna Katharina, geb. 1681, musste ebenso einjährig begraben werden.
 

5. WERKE (NIEDERÖSTERREICH)

Stiftsgebäude Seitenstetten
Fertigte von 1724 bis 1725 die prächtige Ornamentierung der Ostfront im Stiftsgebäude Seitenstetten an.

Kuratenhaus Maria Taferl
1708 war er für das neue Kuratenhaus in Maria Taferl tätig.

5.1 Werk (Oberösterreich)
Stuckarbeiten im zweiten Obergeschoss des Leopoldinischen Südtraktes im Stift St. Florian

Am 3. Oktober 1722 schloss Propst Johann Baptist Födermayr mit Johann Georg Piazoll aus Steyr einen Vertrag zur Stuckierung der Decke im zweiten Obergeschoss des Leopoldinischen Südtraktes sowie des Stucks in der Kranken-
kapelle des Konvents. Johann Georg Piazoll, der den Auftrag noch im selben Jahr ausführte, wurde angehalten sich an
das Vorbild der Arbeit Bartolomeo Carlones aus dem Jahr 1701 im alten Gang des Leopoldinischen Traktes zu halten.

6. BIBLIOGRAPHIE

Czerny, Albin, Kunst und Kunstgewerbe im Stifte St. Florian von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, Linz 1886, S. 146, 191
Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs - Niederösterreich, Wien 1953
Hajdecki, Alexander, Die Dynasten-Familien der italienischen Bau- und Maurermeister der Barocke in Wien, aus: Berichte und Mitteilungen des Altertum-Vereins zu Wien, Wien 1906, Band: 39, S.70ff, mit 3 Stammtafeln
Korth, Thomas, Stift St. Florian – Die Entstehungsgeschichte der barocken Klosteranlage, Nürnberg 1975, S. 165, 253,
266, 366f
Thieme-Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1932, XXVI, S.571

 
©Stefanie Zangerl, Dezember 2006

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

geb. geboren
Jh. Jahrhundert
verh. verheiratete
St. Sankt

 

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