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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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PAZZARINO, Joseph

 

1. PAZZARINO, Joseph (Giuseppe, Josef); (Dehio, 1938, 277; Dehio,1982, 534)
Pazerino; Pazarino; Pazareno; Pazzarino di Avese
(Dehio, 1938, 277; Dehio, 1938, 278; Dehio, 1982, 534; Gasteiger, 1949, 55)

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Stuckateur (Dehio, 1938, 278)

3. BIOGRAPHIE

Über Joseph Pazzarino sind nur wenige biographische Daten bekannt. Lediglich sein Herkunftsort wird erwähnt: laut Dehio und Gasteiger stammte der Künstler aus Mailand (Dehio,1982, 534;Gasteiger, 1949, 58).

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Schloss Murau befand sich seit 1617 im Besitz der Familie Schwarzenberg (Dehio, 1938, 278), unter deren Mitgliedern sich auch Pazzarinos Auftraggeber befindet, nämlich Georg Ludwig von Schwarzenberg (Martinic, 1991, 347).

Zur selben Zeit wie Pazzarino arbeitete auch Peter Riebrer (1637-1642, an Holzdecken und Türen) im Schloss (Dehio, 1938, 278); eine Bekanntschaft der beiden Künstler ist daher durchaus möglich.

 

5. WERKE (STEIERMARK)

5.1 Stuckdecken im 2. Stock von Schloss Murau, gefertigt 1641 (Dehio, 1938, 278)
Laut Dehio handelt es sich um einen über drei Geschosse reichenden, tonnengewölbten Saalraum mit niedrigem, halbrund schließendem Chor. Jenen Saal stattete Pazzarino mit reichem Felderstuck aus (Dehio, 1982, 298). Martinic zufolge geschah dies bereits um 1640 (Martinic, 1991, 347).
Das Schloss wurde ab 1628 für Georg Ludwig von Schwarzenberg von Valentin Kaut (Architekt) und Hans Diroff (Steinmetz)
neu erbaut. Es handelt sich dabei um einen geschlossenen Bau um einen rechteckigen Arkadenhof ohne Turm (Dehio, 1938, 278). Der Bau dürfte bis ca. 1641 gedauert haben, da Giuseppe Pazzarino erst am 15. Mai dieses Jahres engagiert worden
war (Gasteiger, 1949, 58).

5.2 Stuckaturen am Stichkappengewölbe der Spital-Kirche in Murau
Nur laut Dehio soll der Künstler lediglich vermutlich am Bau beteiligt gewesen sein (Dehio, 1938, 278).
Die Kirche wurde 1329 bis 1331 unter Otto III. von Lichtenstein erbaut (Gasteiger, 1949, 54f.), 1334 erstmals erwähnt und
ca. 1640 erneuert.
Aus dieser Zeit stammen auch besagtes Gewölbe und die Stuckaturen von des Künstlers Hand (Dehio, 1938, 278).

5.3 Stuckdecken (Allegorien der Jahreszeiten, Rollwerk, Fruchtgehänge) in den hohen Räumen des Südtrakts des Schlosses in Stadl an der Raab, im 2. Viertel des 17. Jahrhunderts gefertigt
Das Schloss wurde ab dem Ende des 16. Jahrhunderts von Hans und Christoph von Stadl errichtet. Der unregelmäßige Baukomplex umfasst einen zweigeschossigen Tortrakt, die übrigen Bauteile sind dreigeschossig (Dehio, 1982, 534).

6. BIBLIOGRAPHIE

Baravalle, Robert. Burgen und Schlösser der Steiermark, Leykam, 1995.
Dehio, Georg. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Österreich, Bd. I, Anton Schroll & Co. Und Deutscher Kunstverlag, 1938
Dehio- Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs, Steiermark, Anton Schroll & Co., Wien, 1982.
Ebner, Herwig. Burgen und Schlösser, Graz, Leibnitz, Weststeiermark (Steiermark III), Birken Verlag, Wien, 1967.
Gasteiger, Ernst, u.a. 650 Jahre Stadt Murau, Stadtgemeinde Murau, 1949.
Martinic, Georg Clam. Österreichisches Burgenlexikon: Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais, Landesverlag,
Linz, 1991.
Halmer, Felix, u. a. Burgen und Schlösser in Österreich, Verlag Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main, 1964.

©Ursula Plangger, Mai 2005

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