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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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NONO, Giovanni Battista di

 

1. NONO, Giovanni Battista di (Giovanni Baptisti; Johann Bapt.)
(Baravalle,1995, 7; Thieme-Becker,1932, 509)

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Baumeister (Thieme-Becker, 1932, 509)

3. BIOGRAPHIE

Biographische Daten sind äußerst spärlich; es wird lediglich auf des Künstlers Beruf als
Baumeister in Graz hingewiesen (Thieme-Becker, 1932, 509).

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Johann Ulrich Fürst von Eggenberg ließ 1625 mit dem Bau Schloss Eggenbergs beginnen und war somit Auftraggeber
di Nonos. Die Nachfolger Ulrichs setzten den Bau fort, bis nach dem Aussterben des Eggenbergschen Geschlechtes Anfang des 18. Jahrhunderts das Gebäude in den Besitz der gräflichen Familie von Herberstein überging (Baravalle, 1995, 7f).

Seit 1938 dem Land Steiermark zugehörig (Baravalle, 1995, 8), beheimatet Schloss Eggenberg nunmehr seit 1947 eine Abteilung des Landesmuseums Joanneum.

 
5. WERKE (STEIERMARK)

5.1 Erbaute gemeinsam mit Pietro Valnegro 1629/33 Schloss Eggenberg bei Graz (Thieme-Becker, 1932, 509). Ebner geht weiters von einer Zusammenarbeit mit Pietro de Pomis, Antonio Pozzo und Domenico und Carolo Gianolo aus. Außerdem
gibt er den Namen G.B. Novo an (Ebner, 1967, 62), wobei es sich dabei wohl um den hier behandelten Künstler handelt. Baravalle nennt ebenfalls als weiteren Baumeister Antonio Pozzo, der Architekt jedoch ist ihm unbekannt (Baravalle, 1995, 7). Ebner nennt als solchen den Niederländer Laurenz van de Sype (Ebner, 1967, 62) bzw. Laurens de Syppe, der seit kurzem
als Festungsbaumeister in Graz tätig war (Heydendorff, 1965, 190).Van de Sype betreute den Bau von 1625-1633 (Ebner,
1967, 62).

Schloss Eggenberg ist das größte und laut Baravalle bedeutendste Barockschloss der Steiermark und war als repräsentativer Sitz der Fürsten von Eggenberg errichtet worden (Baravalle, 1995, 7). Dabei wurde der urspr. Altbau des Schlosses mit einbezogen (Martinic, 1991, 305). Laut Ebner befinden sich die Teile des 1470 errichteten Altbaues Alt-Eggenberg im heutigen Westteil des Schlosses (Ebner, 1967, 62).

Die lange Bauzeit (von 1625 bis ins 18.Jahrhundert) zeugt von der Großzügigkeit des von außen eher schlicht wirkenden, erweiterten Gebäudes (Baravalle, 1995, 7): Das Schloss misst 80 x 65 m (Ebner, 1967, 62); es handelt sich um einen quadratischen Bau mit drei Geschossen, an dessen vier Ecken Türme angesetzt sind, die eineinhalb Geschosse höher als
das restliche Gebäude sind (Baravalle, 1995, 7). Die Türme tragen Zeltdächer und Laternen (Martinic, 1991, 305). Durch einen Verbindungstrakt und Querflügel wurde der Hofraum geteilt, und zwar in einen vorderen, rechteckigen Hof und zwei rückwärtige kleinere Nebenhöfe. Jene sind an drei Seiten von dreigeschossigen Bogengängen umgeben. Ein Turm mit achteckigem Oberteil steht in der Mitte (Baravalle, 1995, 7). Vor der reich gestalteten Hauptfront mit dreiteiligem, rundbogigen Tor befindet sich ein Turnierplatz (Ebner, 1967, 62). Das Gebäude ist weiters von einem Trockengraben umgeben, über den zwei steinerne Brücken führen (Baravalle, 1995, 7). Dennoch stellt das Schloss, trotz Graben und Ecktürmen, keinen Wehrbau mehr dar (Baravalle, 1995, 8).

Die Gesamtzahl der Fenster des Gebäudes entspricht den 365 Tagen des Jahres, wobei die 52 Fenster des Obergeschosses auf die Anzahl der Sonntage schließen lassen (Ebner, 1967, 62).

Die gesamte Innendekoration der 26 Prunkräume des Obergeschosses ist bis heute erhalten geblieben (Martinic, 1991, 305).
Der Schlossgarten war urspr. als französischer Garten angelegt, 1853 jedoch zu einem englischen Garten umgestaltet
(Martinic, 1991, 305).

 
6. BIBLIOGRAPHIE

Baravalle, Robert. Burgen und Schlösser der Steiermark, Leykam, 1995.
Ebner, Herwig. Burgen und Schlösser, Graz, Leibnitz, Weststeiermark (Steiermark III), Birken Verlag, Wien, 1967.
Halmer, Felix, u. a. Burgen und Schlösser in Österreich, Verlag Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main, 1964.
Heydendorff, Walther Ernst. Die Fürsten und Freiherren zu Eggenberg und ihre Vorfahren, Verlag Styria, Graz, 1965.
Lesky, Grete. Schloss Eggenberg, Das Programm für den Bildschmuck, Verlag Styria, Graz, 1970.
Martinic, Georg Clam. Österreichisches Burgenlexikon: Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais, Landesverlag,
Linz, 1991.
Thieme, Ulrich, und Becker, Felix: Allgemeines Lexikon bildender Künstler Von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. XXV,
Leipzig, 1932.

©Ursula Plangger, Mai 2005

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