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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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MOSTO, Ottavio

 

1. MOSTO, Ottavio (Octavio, Oktavio)
(Pirckmayer, 1903 S.46, 65)

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Bildhauer und Stuckateur (Thieme-Becker Bd.24 S.192)

3. BIOGRAPHIE

Von 1689 bis 1690 erwähnt.

Gebürtig aus Padua, tätig in Salzburg und Prag ( Thieme- Becker Bd. 24 S.192)

Der aus Padua gebürtige Ottavio Mosto, der als Stuckateur in Prag arbeitete (in Salzburg Stuckaturen in der Thun`schen Kapelle in der Franziskanerkirche), war mit einer Deutschen verheiratet und blieb in Salzburg.

Er ging zur Plastik über und erhielt 1690 den Auftrag, für den Mirabellgarten die vier Jahreszeiten (nicht mehr vorhanden) und
die Gruppen der vier Elemente, dargestellt durch Szenen aus der Mythologie, anzufertigen (Martin, S.126).

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Sein Sohn Anton Wenzel, geboren in Prag, Bildhauer, heiratete 1734 in Salzburg (Thieme- Becker Bd.24 S.192).

Das Schloss Mirabell diente den Fürsterzbischöfen als Sommerresidenz, daher konzentrierte sich Johann Ernsts Verschönerungseifer hauptsächlich auf den Garten. Dieser erhielt eine großteils veränderte, dem damals modernen französischen Geschmack entsprechende Anlage und eine vornehme Ausstattung, deren wertvollsten Bestandteil der r
eichliche statuarische Schmuck in Marmor ausmachte. Beteiligt waren, wie den Urkunden zu entnehmen, folgende Künstler: Bildhauer Joh. Fröhlich aus Antwerpen; der Bildhauer Octavio Mosto aus Padua; Barth. Opstal; Andreas Götzinger und
Hanns Schwäbl (Pirckmayer, S. 46), ( Eckardt, S.111f.).
 
5. WERKE (SALZBURG)

5.1 Schloss Mirabell in Salzburg, Statuen der 4 Jahreszeiten
Am 2. Jänner 1690 erhielt der Bildhauer Octavio Mosto aus Padua vom Obersthofmarschall-Amte den Auftrag der Anfertigung von 4 Statuen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Mosto verpflichtete sich, die Standbilder in acht Monaten herzustellen und aufzusetzen Er verlangte für jede Statue 200 fl., welche ihm kontraktlich, jedoch mit der Klausel zugesichert wurde, dass – wenn die zwei ersten nicht gefallen sollten – die beiden anderen nicht zu machen seien.
Dieser Fall scheint nicht eingetreten zu sein, sondern Mostos arbeiten scheinen vielmehr Anerkennung gefunden zu haben, denn am 14. Juli 1690 wurde dem Meister die Ausführung eines bedeutend größeren Werkes für den Mirabellgarten über-
tragen: „4 Gruppen samt deren Bergen (außer dem Fußgesimbs) die Figuren 10`hoch, aus weißem Marmor herzustellen“,
wofür Mosto – und zwar für jede Gruppe – 500 fl. forderte und zugesichert erhielt. Außerdem waren dem Künstler das Eisen-zeug und zwei Hilfsarbeiter – durch 14 Tage für jede Gruppe – zugestanden.

Auf der Außenseite des Kontraktes sind diese Gruppen als „die 4 doppelten Statuen zu Mirabell“ bezeichnet. Aeneas rettet Anchises aus dem brennenden Troia; Raub der Helena; Herkules und Antäus; Raub der Persephone (Pirckmayer, S.46).

5.2 Franziskanerkirche Salzburg, Stuckaturen der Thun`schen Kapelle
Die Stuckaturen der Thun`schen Kapelle sind vom Bildhauer Ottavio Mosto. Die Kunst des Stuckators lag damals aus-schließlich noch in den Händen der Italiener, so dass Fischer von Erlach sich solcher zu bedienen gezwungen war (Martin, S.124). Überzog die Dekoration im ersten Viertel des Jahrhunderts nur mit kräftig eingeschnittenem Relief die Fläche, so wird dieses mit jedem Jahrzehnt gewaltiger und um 1680 feierte der Gips wahre Orgien. So auch in der Kapelle rechts im Chor der Franziskanerkirche, stuckiert von Mosto. Freigearbeitete Engelsgestalten, die das Gebälk tragen, Putten mit verschiedenen Musikinstrumenten, Einhörner und anderes Getier, Wolken usw. tummeln sich und wirbeln am Altar, an der Decke und Stirnwand der Kapelle ( Martin, S.124).

 
6. BIBLIOGRAPHIE

Eckardt, Anton: Die Kunst in Salzburg während des XVII. Jahrhunderts. Strassburg 1910. S.112.
Pirckmayer, Friederich: Notizen zur Bau- und Kunstgeschichte Salzburg. Salzburg 1903. S. 46f. 65.
Martin, Franz: Kunstgeschichte von Salzburg. Wien 1925. S.124-126. THIEME, Ulrich, BECKER, Felix: Allgemeines Lexikon bildender Künstler. Von der Antike bis zur Gegenwart 1907. Bd. 42, S. 192.

©Hubert Profanter, November 2004

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