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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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MAMOLO, Giovanni

 

1. MAMOLO, Giovanni (Hans)
Marmolo, Mamol, Mämel, Marbel

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Bildhauer, Steinhauer, Steinmetz

3. BIOGRAPHIE

† 12.1.1667, in Graz

Geburtsdatum und Geburtsort Mamolos sind unbekannt.

Am 12. Aug. 1623 findet die Heirat mit seiner zweiten Frau, Schmiedstochter Anna Goblerin statt. Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor: Lorenz, Ursula, Maria Magdalena, Franz und Peter. Zwei Kinder, wahrscheinlich aus seiner ersten Ehe,
sterben. 1637 stirbt seine Frau Anna. 1639 heiratet er seine dritte Frau, die Witwe Anna des Stadtkochs Zacharias Gspann.
Am 12. Jän. 1667 stirbt Mamolo " als gewester Burger und Stainmezer in Khelbern Viertel" in Graz.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Trauzeuge zwei seiner Ehen und Pate seiner Kinder war Hofpolier Peter Valnegro, mit dem er auch zusammen arbeitete.
Mamolo arbeitet auch mit Antonio Solar, dem Erbauer des Landeszeughauses zusammen.

 
5. WERKE (STEIERMARK)

5.1 Bei der Befestigung der Stadt Feldbach baut Peter Valnegro1622 die erste Pforte, wobei Mamolo als Steinhauer
fungiert. 1624 bauen die beiden die zweite Pforte, 1626 die dritte Pforte. Da Valnegro bei allen seinen Arbeiten gemeinsam
mit Mamolo arbeitete, so ist es wahrscheinlich, dass dieser als Steinhauer die fünf Figuren der Fassade des Mausoleums verfertigte.

5.2 Der Heilige im Kostüm eines römischen Kriegers der rechten Nische der Fassade des Mausoleums erinnert an Mars
des Zeughauses und könnte als Vorstudium desselben gelten (Wastler).
Die drei überlebensgroßen Steinstatuen (Hl.Katharina und zwei Engel) als Bekrönung der Fassade des Mausoleums (Katherinenkapelle) Kaiser Ferdinands II. in Graz wurden ihm zeitweilig, aufgrund des Gewandstils und der Kopftypen,
aber sicher zu Unrecht, zugeschrieben (List)
.

5.3 1630 erhält der große Landhaushof in Graz seine letzte Umgestaltung. Auf den Fundamenten des abgebrochenen Uhrturms wurde eine neue Hauskapelle mit Freitreppe als Aufgang zum Rittersaal errichtet. Die Steinarbeiten besorgte Mamolo.

5.4 Nach dem Bau des Landeszeughauses in Graz von 1643/44 (Herrengasse 16a) führte vermutlich Antonio Solar mit
dem Steinmetz G. Mamolo 1645 einen Verbindungsbau mit Einfahrtstor aus, der das Landhaus um eine weitere Achse auf
die heute bestehende Front der Herrengasse verlängerte.
Die zwei Nischenstatuen Mars und Bellona aus Sandstein zu Seiten des wappengeschmückten Portals des Landeszeug-hauses entstanden um 1648 von Mamolo.

(Nach einem Hinweis von R. Dittrich könnte der Entwurf des Portals dem Erbauer des Zeughauses Antonio Solar, die Ausführung der Steinmetzarbeiten dessen Mitarbeiter Giovanni Mamolo zugeschrieben werden. Ein einziger, allerdings
sehr vager archivalischer Hinweis findet sich im Maurerbuch1645, wo Johann Baptist Solar, vermutlich ein Bruder Antonios, allerdings in völlig anderem Zusammenhang, mit dem Namen Werthl zusammen genannt wird.)

6. BIBLIOGRAPHIE

Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs, Graz, 1979
List, Rudolf: Kunst und Künstler in der Steiermark 1967
Kohlbach, Rochus: Steirische Bildhauer 1961
Österreichische Kunsttopographie, Band LIII, Die Kunstdenkmäler der Stadt Graz, Wien 1997
Österreichische Kunsttopographie, Band XLVI, 1984
Wastler, Josef: Das Kunstleben am Hofe zu Graz, 1887
Wastler, Josef: Künstlerlexikon, Graz 1883

©Lisbeth Mikula, Mai 2005

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