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DELAI, Giovanni Battista il giovane

 

1. DELAI, Giovanni Battista il giovane (Johann Baptist)

Aiji,Dalai,De Lai, Delaia, Delaij, De ay, De Laya, Del Ayo, De Ley, Del Eyo, Dellay, De Lago, Laico, de Laio, de Lalio, Layo, de Ley, Tolloy)

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Baumeister

3. BIOGRAPHIE

gestorben am 14. August 1710 in Bozen; Geburtstag unbekannt.

Sohn von Paolo il giovane. Er erhielt 1695 die Bürgerschaft von Bozen. 1696 wurde er zum „aedificiorum civitatis magister“ gewählt. Er war zweimal verheiratet. Der Name der ersten Frau ist jedoch unbekannt. Er hatte mit seiner zweiten Frau D. Margareth Prantlin vier Kinder. Er vererbte einen Teil seines Nachlasses der Gemeinde Sacria. (SAUR, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2, München 1992.)

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

keine weiteren Angaben

 

5. WERKE

(SÜDTIROL)

(Bozen)

4.1 Kapuzinerkloster
Giovanni war für die Erweiterung 1678-80 des Kapuzinerklosters zuständig.

4.2 Heiligengrabkirche
Gestaltung des Vorplatz 1699-1706

4.3 Merkantilpalast
Flügel bei den Lauben 1708-10

Architekt des Merkantilpalast war Francessoc Perotti und ausführende Baumeister waren Udalrico Rainer, Giovanni Battista Delai und Guiseppe Delai. Giovanni und Guiseppe treten hier nicht als Architekten auf, sondern als Bauleiter und Maurermeister. Der Merkantilmagistrat ließ aus zwei Häusern das heutige Merkantilgebäude errichten. Es folgte ein vollkommender Umbau in zwei Bauperioden. In die erste Bauperiode von 1708 bis 1711 fällt der Umbau des nördlichen Teils des Merkantilgebäudes, in die zweite Bauphase von 1718-1727 der Umbau des südlichen Teils mit der Fassade zur Silbergasse. (vgl. Patricia Mair, Die Baumeisterfamilie Delai und Ihre Sakralarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Südtirol, 1997, S 234.)

4.4 St. Mauritius
Turm 1656- 57

Die Kirche von St. Mauritius findet um 1242 erstmals ihre schriftliche Erwähnung. Der Turm und die angebaute Rundapsis gegen Osten stammen aus der Zeit um 1300. St. Mauritius hatte ursprünglich denselben Aufbau wie viele andere kleine Kirchen in Bozen. Ein massiver Turm im Osten oberhalb des Presbyteriums, im Westen ein breites Schiff mit Tonnengewölbe. Der Turm wurde 1656 renoviert. Der zu dieser Zeit tätige Stadtarchitekt Giacomo Delai wurde um ein Gutachten gebeten. Auf dieses Gutachten hin beschloss man den oberen Teil des Turmes abzubrechen und neu aufzubauen. 1657 führte Giovanni Battista das Turmprojekt aus. Es entstanden im Laufe der Jahre Malereien im Inneren und die Altäre wurden renoviert. Erst im Jahre 1735 wurde der Bau völlig neue gebaut. Verschiedene Mitglieder der Familie Delai wurden zu Rate gezogen. Giuseppe Delai erhielt den Auftrag als Bauleiter im Jahre 1736. Er wollte den Grundriss eines Zentralbaues verwirklichen. Es handelt sich jedoch um die Form eines Rechteckes, die abgeschrägten Ecken, die Wandlisenen sowie die Kuppel verstärken die Illusion eines oktognalen Zentralraumes. Das Gewölbe im Inneren ist meist von Stuck überzogen, vier großformatige, vier kleinformatige und ein zentrales Gemälde anstelle der Laterne unterbrechen den Stuck. Die Eingangsfassade im Süden besteht aus einer mittleren Zone mit dem Rechteckportal und dem Thermenfenster darüber sowie den zwei seitlichen Zonen. Die Fenster und das Portal der unteren Zone umgibt eine Porphyrrahmung, die oberen drei Fenster ein weißer Putzrahmen. Die horizontale Gliederung der Fassade sollte die Höhe des Gebäudes optisch verringern. (vgl. Patricia Mair, Die Baumeisterfamilie Delai und Ihre Sakralarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Südtirol, 1997, S. 66-69.)

(Brixen)

4.5 Spitalkirche zum Heiligen Geist
Umbau 1695

4.6 St. Erhard
Neubau 1695

Die schon im 9. Jahrhundert erwähnte und um 1371 erweiterte Kapelle St. Erhard in Brixen wurde 1695 abgerissen und in der heutigen Gestalt neu errichtet. Wilhelm von Winter war der Bauherr. Die Westfassade sieht der Nordfassade der Kalvarienbergkirche in Bozen sehr ähnlich. Das steingerahmte Portal mit dem gesprengten Dreiecksgiebel und der Bekrönung sowie das darüberliegende große Thermenfenster trifft man auch am Kalvarienberg an. Die Ähnlichkeiten lassen darauf schließen, dass Andrea oder Giovanni Battista als Baumeister tätig gewesen sind. (vgl. Patricia Mair, Die Baumeisterfamilie Delai und Ihre Sakralarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Südtirol, 1997, S. 71-72.)

Hofburg Kapelle, Barockisierung um 1706

4.7 Schutzengelkirche
Pläne 1710-11

(Deutschnofen)

4.8 Maria Weißenstein
Gästehaus 1708

4.9 Ehrenburg
Pfarrkirche 1698-1701

(Elvas)

4.10 Pfarrkirche 1696-98

(Kiens)

4.11 Pfarrwohnung um 1704

(Klausen)

4.12 Kloster und Klosterkirche Säben 1687-97

(Leifers)

4.13 Antoniuskirche
Barockisierung

(Niederrasen)

4.14 St. Anton in der Windschnur, vor 1704

(Oberau bei Bozen)

4.15 St Jakob
kleiner Arbeiten 1704

4.16 St. Andrä
Friedhof Kapelle 1696

(Tramin)

4.17 Liebfrauenkirche 1647
heute zerstört

(Vahrn bei Brixen)

4.18 Neustift
Marienkapelle 1695-96

Gasthaus Brückenwirt um 1695

Michaelskapelle, Restaurierung um 1695

Prälatur ab 1707

6. ABBILDUNGEN

(SÜDTIROL)

6.1 Bozen, Merkantilpalast, Bildnachweis: Ansicht von der Laubengasse, Patricia Mair, Die Baumeisterfamilie Delai und Ihre Sakralarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Südtirol, 1997, Abb. 147.

6.2 Bozen, St. Mauritius, Grundriss, Bildnachweis: Patricia Mair, Die Baumeisterfamilie Delai und Ihre Sakralarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Südtirol, 1997, Abb 19.

6.3 Bozen, Kavalienbergkirche, Grundriss, Bildnachweis: Patricia Mair, Die Baumeisterfamilie Delai und Ihre Sakralarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Südtirol, 1997, Abb 5.

7. BIBLIOGRAPHIE

SAUR, Allgemeines Künstler Lexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 2, München 1992.
Patricia Maier, Die Baumeisterfamilie Delai und Ihre Sakralarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts in Südtirol, Innsbruck 1997.

 
©Lisa Schwarzfurtner, November 2009

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