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DELAI, Carlo

 

1. DELAI, Carlo (Karl)
De Lai, De Ley, Del Ayo, De Laya, Dellay, Aijo, Delaia, Delaj, Del Eyo, Dellay, de Lago, Laico, de Laio, de Lalio, Layo, de Ley, Tolloy, (SAUR, 2000, S.341) Knoflach [(laut Ziegler dt. Bezeichnung für Delai; ital. L´ aglio = der Knoblauch) (MAIR, 1997, S.22)]

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Baumeister, Maurermeister (SAUR, 2000, S.342)

3. BIOGRAPHIE

1633 als ledig registriert. Mitarbeiter und Sohn von Paolo il Vecchio (Paul der Ältere) und wahrscheinlich Bruder von Francesco (Franz). Bis 1705 nachweisbar. (SAUR, 2000, S.342)

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Allgemeines über die Familie Delai: Südtiroler Baumeister-, Maurer-, Maler- und Stuckateur- Familie aus Scaria/ Val Intelvi (WIDMOSER, 1982, S. 286) [oder auch aus Laglio Brienno am Comer See (der Name lässt dies vermuten), oder auch aus San Fidele, Pellio, Laino, d´Intelvi (MAIR, 1997, S.21)].

Vom 16. Jh. bis Mitte des 18. Jh. vor allem in Südtirol, aber auch in Prag, Graz, Marburg an der Drau, Kremsmünster, Wien und Klosterneuburg, Polen und England tätig.

Die verwandtschaftliche Beziehungen und vermutlichen Identitäten mit der Baumeisterfamilie Allio sind ungeklärt. Die Delai ´s dominierten für längere Zeit den Kirchenbau in Südtirol. In einer Reihe von Kirchenbauten tritt die Vorliebe für einschiffige, gewölbte Langhausräume mit Linsengliederung hervor. Kennzeichnend ist auch die Neigung zum Zentralbau. (WIDMOSER, 1982, S. 286) Erfahrungen wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Von Mitte des 17. Jh. bis Mitte des 18. Jh. waren die Delai wohl die beliebteste und bekannteste Baufirma in Südtirol (MAIR, 1997, S.21).

Carlo Delai ist Mitarbeiter und Sohn von Paolo il Vecchio (Paul der Ältere) (MAIR, 1997, S.37) und wahrscheinlich Bruder von Francesco (Franz) (SAUR, 2000, S.342).

 

5. WERKE

(SÜDTIROL)

5.1Steinachheim in Meran (Palais Mamming) (1675/1680)

5.2Pfarrkirche zum hl. Vigilius in Untermais – Empore (1694)

5.3Pfarrkirche Riffian: Aufmauerung Friedhof (1705), Pfarrkirche zur schmerzhaften Muttergottes
Vermutlich arbeiteten auch Francesco (Franz) und Andrea an der Kirche (MAIR, 1997, S.172).

1368 wird neben der 1310 erwähnten Kapelle in Riffian eine Kirche errichtet die nach einer Vergrößerung (Beifügung eines Seitenschiffs) 1465 erneut geweiht wurde. Nach einer weiteren Vergrößerung wurde der Neubau von Bischof Ulrich von Chur am 1. Juni 1671 geweiht. Als Baumeister wird Francesco Delai (Francischgen de Layo) in den Rechnungen des Kirchenarchives genannt. Der gotische Turm wurde beibehalten und die Langhausmauern wurden für das Querschiff des Neubaus verwendet. Gezwungener Maßen wurde das Langhaus der kreuzförmigen Kirche in Nord- Süd- Richtung errichtet, da es quer zum vorherigen Langhausbau, der geostet war, stehen sollte.

Die Orgelempore errichtete Andrea Delai um 1681 (M. Thaler und E. Egg) wofür ein Treppenaufgang gebaut wurde. Carlo Delai scheint um 1705 als Baumeister in Riffian auf, der mit der Aufmauerung des Friedhofs beauftragt wurde. Bartlme, Georg und Joseph Gratl wurden 1748 mit der Errichtung eines Altars beauftragt. (MAIR, 1997, S.172-177)

6. ABBILDUNGEN

keine Abbildungen vorhanden

7. BIBLIOGRAPHIE

MAIR, Patrizia, Diplomarbeit: Die Baumeisterfamilie Delai und ihre Sakralarchitektur des 17. Und 18. Jahrhunderts in Südtirol, April 1997
SAUR, Allgemeines Künstlerlexikon, Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völke, Band 25, München/Leipzig 2000WIDMOSER, Eduard, Südtirol A-Z, Band 1 A-F, Innsbruck 1982

 
©Sarah Tappeiner, August 2009

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