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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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CROCE, Johann Nepomuk della

 

1. CROCE, Johann Nepomuk della

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Maler, Zeichner

3. BIOGRAPHIE

Johann Nepomuk della Croce wurde am 7.8.1736 in Pressano/Trient geboren und verstarb am 4.3.1819 in Linz/OÖ.

1753/54 absolvierte er eine Lehre bei seinem Onkel Peter Anton Lorenzoni in Salzburg. Ab dem Jahre 1755 stand er in Burghausen bei dem Maler Johann Wolfgang Xaver Kröz im Dienst. 1758 erlangte er das Bürgerrecht und erwarb die
kröz´sche Malergerechtigkeit, trotz des Einspruchs des Malerls Innozenz Anton Warathi. 1758 bis 1762 Streit wegen der Ausführung des Probe-Gemäldes mit dem Maler Johann Martin Seltenhorn. Aus seiner ersten Ehe mit Barbara Stainer, die
1760 geschlossen wurde, gingen sieben Kinder hervor. Seine zweite Frau Magdalena Kellhammer (Heirat 1772) gebar ihm
13 Kinder.

Nach dem Tod von Magdalena übergab er 1811 die Werkstatt an seinen Sohn Clemens Johann Evangelist della Croce. Mit seinem Sohn Peter Anton geht er 1813 als Porträtist nach Linz, von wo aus er bis zu seinem Tod Auftragsreisen unternimmt.

1809 verfasste er seine erste Selbstbiographie, die verändert 1810 in das Lexikon von F.J. Lipowsky einging (falsche Angaben zur Reisetätigkeit). Croce war v.a., Altarblatt- und Historienmaler nach zeichnerischen Vorlagen barocker Meister zwischen München, Passau, Wien und Trient, die er geschickt in eine enge typische Art umsetzte. Er durchging auch eine Wandlung
von einem barocken zu einem klassizistischen Maler.

Um 1770 unternahm er vermutlich eine Reise nach Italien. Im Jahre 1779 hielt er sich in Trentino auf. Zwischen 1772 und
1780 war seine Schaffenskraft reduziert aufgrund von 3 persönlichen Streitfällen. Den Höhepunkt seiner künstlerischen Schaffenskraft als Altarblattmaler und Porträtist erreichter er zwischen 1785 und 1803 ( SAUR, 1999, Bd.22, S.371-372).
 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Er war der Vater von Clemens Johann Evangelist und Peter Anton della Croce, denen er selbst das Handwerk beibrachte.
Über seine Mutter war er mit der Malerfamilie Lampi verwandt.

Croce erhielt zahlreiche Impulse durch Bilder von Johann Michael Rottmayr und war der gefragteste Porträtist in der Region
für Adel, Beamte, kirchliche Würdenträger und das gehobene Bürgertum. Einen großen Förderer fand er im Trentiner Lands-mann Laktanz Graf von Firmian ( SAUR, 1999, Bd.22, S.371-372).
 
5. WERKE (OBERÖSTERREICH)

5.1 ACH, Pfarrkirche Mariae Heimsuchung (BH. Braunau)
Die Pfarrkirche wurde 1354, bei dem bereits 1180 urkundlich erwähnten Herrensitz, erbaut (auch 1404 als Baudatum
angegeben) und 1771 erweitert.

Das gotische Langhaus ist einschiffige und dreijochige konzipiert und wurde ca. 1404 vollendet. Das Netzrippengewölbe
wurde mit runden Schlusssteinen (Burghausener Schule) abgeschlossen. Die Rippen und Felder erhielten um 1630/40 eine Renaissance-Eierstab-Stuck-Verzierung.

1770/71 erfolgte der Anbau eines quadratischen flachkuppelgewölbten Zentralbaus mit abgeschrägten Ecken und des einjochigen tonnengewölbten Chores mit geradem Abschluss, durch Johann Konrad Schaffner, dem Hofmaurermeister von Burghausen. 1754 entstand der schlanke West-Turm mit einem spitz auslaufenden Zwiebelhelm.

Fresken:
Im Hauptraum befindet sich das Fresko Mariae Heimsuchung, bezeichnet 1771. In den Pendentifs hingegen sind die Evangelisten dargestellt. Vor dem Chor ist die Darstellung Mariae Verkündigung und im Chor die Geburt Christi zu finden.
Alle Arbeiten von Johann Nepomuk della Croce wurden 1942 restauriert und das Chorfresko freigelegt (im 19. Jh. mit einer
Hl. Familie übermalt). Der reiche Rokoko-Stuck stammt von Johann Konrad Schaffner .

Der Hochaltar mit plastischer Dreifaltigkeitsgruppe wurde von Johann Georg Lind 1771 gefertigt. Das gotische Gnadenbild
Maria mit Kind wird um 1480/90 datiert. Die Wechselbilder sind Johann Nepomuk della Croce zuzuschreiben (hl. Sebastian, 1772) und die Holzbildwerke Johann Georg Lind . Die Rokoko-Kanzel, gegenüber dem Patronatssitz mit Rokoko-Gitter wurde um 1770 gefertigt. Das schmiedeeisernes Abschlussgitter stammt aus dem 2. Viertel des 17. Jhs.

Der Epitaph mit dem Relief der Taufe Christi entstand 1655 in der Werkstatt von Johann Schweickart.

Die Kirche erfolgten in den Jahren 1853, 1895 und 1942 Restaurationen. (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 14)

5.2 Ach, Kapelle beim Hinterlohner in Geretsdorf (BH. Braunau)
Die Kapelle wurde 1840 erbaut und 1854 verschönert. Der Rokoko-Altar, um 1760/70 entstanden, stammt angeblich aus
der Pfarrkirche von Burghausen. Das Medaillonsbild entstand in der Art des Johann Nepomuk della Croc e. Die Votivbilder stammen aus der Mitte des 19. Jhs. und einige sind Joahnn Baptist Wengler zuzuschreiben . (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 14)

5.3 Burgkirchen, Pfarrkirche Hl. Maximilian (BH. Braunau)
Burgkirchen wird bereits 1130 urkundlich erwähnt. Die Kirche ist ein gotischer Tuffsteinbau der 1742 barockisiert wurde.
Das einschiffige fünfjochige Langhaus, ist mit einem leicht eingezogenen zweijochigen Chor mit 3/8-Schluss versehen.

Das gotische Gewölbe wurde barockisierte. Die gesamte Decke des Langhauses und Chores ist mit zarten Band- und Gitterwerkstukkaturen von Johann Michael Vierthaler (1742) versehen. Die Fresken wurden durch die Erneuerung verdorben.

Die dreiachsige West-Empore hat ein Sternrippengewölbe. Das östliche Langhaus-Joch ist an der Süd-Seite zu einer Kapelle geöffnet.

Der West-Turm wurde oben, nach einem Brand 1653, ins Achteck übergeführt und mit einem Zwiebelhelm bekrönt. Dem gotischen Süd-Portal ist eine Vorhalle mit Sternrippengewölbte vorgelagert. Das nördliche Portal stammt auch aus der Gotik.

In der Saristei befindet sich ein Sternrippengewölbe und die Tür ist mit gotischen Beschlägen verziert.

Der bemerkenswerte Hochaltar stammt aus dem Jahre 1645 und ist mit bedeutenden Bildwerken von Martin (und Michael?)
Zürn
versehen . Das an Stelle der ursprünglichen figuralen Mittelgruppe später eingesetzte Hochaltarbild, Martyrium des
Hl. Maximilian, entstand nach der Art des Johann Nepomuk della Croce (2. Hälfte 18. Jh.).

Die Seitenaltäre, entstanden 1665, wurden jedoch durch die Restauration verunstaltet. Die Kanzel ist 1742 zu datieren. Im
Chor ist eine bemerkenswerte figurale Kreuzgruppe (1651) aus der Zürn-Werkstatt zu sehen.

Im Inneren befindet sich ein spätgotischer Taufstein. Das Kirchengestühl entstand im Jahre 1742. Die Glocke wurde 1651 von Simon Lenzer aus Braunau gegossen. (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 48)

5.4 Handenberg, Pfarrkirche Hl. Martin (BH. Braunau)
Die Pfarrkirche Hl. Matrin wird bereits 1112 urkundlich erwähnt. Die zweischiffige gotische Hallenkirche, die möglicherweise
von Meister Oswald Bürkel erbaut wurde, wird 1453 geweiht. 1597 wurde der Turm errichtet und 1710 bis 1716 ausgebaut.

Das Langhaus besteht aus 4 ½ Jochen, die mit Sternrippengewölben mit runden Schlusssteinen versehen sind. Zusätzlich
ist ein zweijochiger netzrippengewölbter Chor mit 3/8Schluss eingezogen. Auf der dreiachsige West-Empore ist ein Kreuz-rippengewölbe mit abgetreppten Streben zu sehen. Der mächtige abgestufte West-Turm ist oben ins Achteck übergeführt
(vom Braunauer Baumeister Thomas Vilzkotter ausgebaut) und mit einem Zwiebelhelm bekrönt.

Dem gotischen Nord- und Süd-Portal ist jeweils eine sternrippengewölbte Vorhallen vorgelagert und weiters sind die Türen mit gotischen Beschlägen versehen. Neben der südlichen Vorhalle befindet sich ein ehemaliges Beinhaus (jetzt Lourdesgrotte) mit Netzrippengewölbe.

Der Hochaltar stammt von dem Tischler Sebastian Dusler von 1658 und dem Bildhauer Balthasar Mayr . Weiters stammen die Gemälde von Johann Miller . Der Tabernakel ist mit Wechselbildern nach der Art des Johann Nepomuk della Croce vom Ende des 18. Jhs. geschaffen.

Die Seitenaltäre wurden in der 2. Hälfte des 17. Jhs. verändert. Am rechten Seitenaltar befindet sich eine Sebastian-Statue
unter einem Baldachin, der nach Mitte des 18. Jhs. entstand. Der Altar im Chor ist um 1660 zu datieren, jedoch mit einem neuen Bild versehen. Die Kanzel entstand um 1740.

Das Chorgestühl ist ins 3. Viertel des 17. Jhs. zu datieren. Die Stuhlwangen der Kirchengestühle und die Beichtstühle entstanden um 1720/30. Einige Grabsteine entstanden zwischen dem 15. und 18. Jh.

Die Glocken wurden 1584 und 1596 gegossen. (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 108)

5.5 Haslach, Filial-(Wallfahrtskirche) Hl. Valentin (BH. Braunau)
Die Wallfahrtskirche wurde erstmals 1299 urkundlich erwähnt. Der gotische, im 15. Jh. errichtete Bau, war ursprünglich zweischiffig. 1690 wurden die Langhauspfeiler entfernt. 1774 wurde das vierjochige Langhaus neu mit Tonnen gewölbt und
durch Gurte und Wandpfeiler vervollständigt. Der eingezogene überhöhte dreijochige Chor wurde mit einem 3/8-Schluss abgeschlossen und dem gotischen Gewölbe wurden die Rippen entfernt.

Die zweiachsige geschwungene West-Empore ist zweistöckig. Im Langhaus und Chor befinden sich Fresken aus dem Leben des Hl. Valentin die um 1774 zu datieren sind und angeblich von Johann Nepomuk della Croce stammen.
Am Langhaus und Chor sind abgetreppte Strebepfeiler zu sehen. Der Turm im südlichen Chorwinkel besitzt einen achtseitigen Spitzhelm und eine netzrippengewölbte Turmhalle. Sowohl das gotische Süd- und Nord-Tor, als auch die Nord-Tür ist mit gotischen Beschlägen verziert.

Der Hochaltar wird ins 2. Viertel des 17. Jhs.(vielleicht der alte Hochaltar aus Ranshofen), und das Altarblatt um 1690 datiert.

Seitenaltäre, Kanzel und Beichtstühle sind im Stil es Rokokos entstanden. Auf dem 1. Seitenaltar befindet sich eine gotische Statue der Maria mit Kind aus dem 4. Viertel des 15. Jh. die jedoch überschnitzt wurde. Im Chor befindet sich ein Ölgemälde mit Darstellungen der Valentinslegende, mit interessanten Städtehintergründen (Haslach, Braunau, usw.), aus der 2. Hälfte
des 17. Jh.

Die Glocke wurde 1494 gegossen (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 110).

5.6 Helpfau, Pfarrkirche Hl. Stephan (BH. Braunau)
Die Pfarrkirche wurde um 1224 (?) urkundlich erwähnt. Die Kirche ist ursprünglich gotisch, jedoch kam es 1724 – 1735 zum Umbau des Turmes und dem Neubau der Kirche durch den Burghausener Hofmaurermeister Johann Baptist Canta .

Bei dem Brand im Jahre 1775 wurde die gesamte Einrichtung vernichtet. 1776 bis 1781 kam es zur Wiederinstandsetzung
durch den Burghausener Baumeister Franz Anton Glonner .

Das einschiffige vierjochige Langhaus ist mit Wandpfeilern mit gekuppelten Pilastern mit spätrokoko Stuckkapitellen, Korbbogengurten und dazwischen liegenden böhmische Kappen versehen.

Die West-Empore ist dreiachsige angelegt.

Der Triumphbogen mit Stuckvorhang ist um 1779 zu datieren. Der eingezogene Chor ist mit einem geraden Abschluss
versehen, wobei der Deckenstuck wohl vom ersten Bau 1735 stammt. Im Chor und Langhaus befinden sich Fresken mit Darstellungen der Stephanuslegende, und die Steinigung im Chor, die Johann Nepomuk della Croce zuzuschreiben sind.
Diese wurden allerdings 1891 durch Restaurationen verdorben, jedoch 1955 wieder auf den ursprünglichen Zustand zurückgebracht. Der Turm im südlichen Chorwinkel ist mit einem Zwiebelhelm bekrönt. Das Marmorsakristeiportal ist mit
1712 bezeichnet.

Der Hochaltar entstand im Jahre 1839: Das Altarblatt stammt von Johann Nepomuk della Croce (1779). Die spätrokoko Seitenaltäre entstanden um 1780 mit Gemälden von Johann Nepomuk della Croce . Das rechte ist 1783 bezeichnet.

Die Kanzel entstand Ende des 18. Jhs.

Im Chor befinden sich Oratorien mit prächtigen Holzgittern aus dem Jahre 1736. Ebendort steht die figurale Gruppe
Gekreuzigter und Schmerzhafte Muttergottes in der Art des Franz Matthias Schwanthaler aus der 2. Hälfte des 18. Jh.

Der schmiedeeiserne Apostelleuchter entstand Anfang des 18. Jhs. Die Turmtür ist mit gotischen Lilienbeschlägen verziert.

Die Glocke entstnd 1778. Die Kirche sowie die Einrichtung wurde 1955/56 restauriert (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 115-116).

5.7 Mattighofen, Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt (BH. Braunau)
Die Kirche wurde urkundlich 1379 erwähnt. Von der ursprünglich einschiffigen gotischen Anlage ist nur mehr der Chor und der Turm erhalten.
Seit 1649 kam es zu einer langsamen Barockisierung.

1774/79 wurde der Neubau des Langhaus und Querschiffs durch den Münchner Baumeister Franz Anton Kirchgrabner getätigt. Heute ist es ein dreischiffiges dreijochiges basilikales Langhaus, wobei das Mittelschiff stichkappentonnengewölbt ist und die Seitenschiffe mit Flachkuppeln versehen sind.

Das mächtige Querschiff beinhaltet eine quadratische flachhängekuppelgewölbte Vierung und tonnegewölbten Kreuzarme mit Halbkreis-Konchen. Der zweijochige stichkappentonnengewölbte Chor endet in einem 5/8-Schluss. In der Kirche sind korinthische Pilaster zu finden.

Der westliche achtseitige Turm ist im gotischen Stil erbaut und mit einem Spitzhelm bekrönt.

Die alte Sakristei beinhaltet gotische Gewölbe. Ebenso befindet sich ein gotisches Gewölbe und Fenster unter dem Dach der Anbauten. Die neue Sakristei ist mit einer stuckierten Flachdecke von Johann Michael Vierthaler , um 1710, versehen, wie
auch der Raum über der Sakristei.

Im Langhaus und Chor befinden sich Deckenfresken von Johann Nepomuk della Croce , 1780 bezeichnet (Mittelschiff: Einzug
in die Arche; Seitenschiff links: Bergpredigt, Barmherziger Samariter, Jakobsbrunnen; Seitenschiff rechts: Heilung des Blindgewordenen, Tochter des Jairus, Christus schreibt auf den Boden; Vierung: Königin von Saba; Queram: Eherne Schlange, Flucht aus Sodoma; Chor: Mariae Himmelfahrt). 1953 wurden die Fresken und die Einrichtung restauriert.

Einrichtung:
Der Hochaltar ist frühklassizistisch und mit einem Altarblatt von Ignaz Oefele , dem Hofmaler aus München, aus dem Jahre 1780 versehen.
Die beiden Statuen Hl. Petrus und Hl. Paul vom alten Hochaltar stammen urkundlich von Thomas Schwanthaler (1676).
Die Altatblätter (Hl. Josef, Hl. Maria), die sich an dem Seitenaltar an der Ost-Wand der Querschiffe (Spätbarock) befinden, stammen ebenfalls von Ignaz Oefele (1781).

In den Seitenkapellen des westlichen Langhaus-Joches ist links ein Marien-, und rechts ein Anna-Altar, die beide aus dem
3. Viertel des 18. Jhs. stammen. Aus der gleichen Zeit stammt das Abschlussgitter.
Die klassizistische Kanzel stammt aus dem Jahre 1780. Die figurale Kreuzgruppe entstand um 1700. In der Kirche befinden sich auch mehrere barocke Tragestangen.
Das schmiedeeiserne westliche Vorhallengitter ist um 1690 zu datieren. (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 193)

5.8 St. Georgen im Attergau, Pfarrkirche (BH. Vöcklabruck)
Die spätgotische Pfarrkirche wird 1229 urkundlich erwähnt.
Die Hallenkirche ist zweischiffige fünfjochige mit einem Netzrippengewölbe angelegt (erbaut unter Mitwirkung von Stephan Wultinger ). Das westliche Joch ist im Erdgeschoss hallartig (1710 Floriani-Kapelle, heute Liebfrauen-Kapelle) und quer zum Langhaus stehend, 3 1/2jochig angelegt. Darüber befindet sich eine Empore.

Der eingezogene dreijochige netzrippengewölbte Chor hat einen 3/8-Schluss. Die vierachsige West-Empore enthält ein Netzrippengewölbe, mit romanischen(?) Kapitellen.

Der spätgotische West-Turm (bezeichnet 1114?) wurde nach dem Brand von 1719 in den Jahren 1722/23 durch Jakob
Pawander
aus Passau erhöht und durch einen Zwiebelhelm 1823 vervollständigt.

Das reich versträbte spätgotische Süd-Tor hat eine mit netzrippengewölbte Vorhalle vorgelagert. Das West-Tor ist mit spätgotischen Gewänden versehen.

Eine Kreuzkapelle befindet sich nördlich des Chores, die 1728 von Franz Jos. Ign. Holzinger aus St. Florian mit Statuen
des Hl. Petrus und Hl. Stephan verziert ist.

Das Altargemälde des Hl. Georgs stammt von Bartolomeo Altomonte, 1755 bezeichnet. (Wechselbilder: Anbetung der
Hl. Drei König, bezeichnet (Johann Nepomuk) della Croce 1794; die übrigen Werkstattarbeit) Am rechten barocken Seiten-
altar befindet sich eine Immaculata aus der Mitte des 18. Jhs.

Die Kanzel entstand 1709 in der Werkstätte von Meinrad Guggenbichler .

In der Kreuzkapelle ist eine überlebensgroße Statue des hl. Josef aus der Mitte des 18. Jhs. zu sehen - eine schwache Guggenbichler - Nachfolge.

In der Liebfrauenkapelle steht auf dem Altar eine Pietà mit 2 Engeln, um 1706, aus dem Guggenbichler-Kreis. Die Nischen-statue des hl. Johannes stammt von Nepomuk und wurde in barocker Tradition gefertigt. Das Schmiedeeisengitter stammt
aus dem 2. Viertel des 18. Jhs. und ist beginnendes Rokoko.

An der Kirchenmauer sind 2 stark zerstörte spätromanische Reliefs “Engelsalch von Attergau und Frau“ zu sehen.

Ebenso befinden sich ein Fresko des hl. Georgs aus dem 3. Viertel des 17. Jhs. und Wappengrabsteine die zwischen dem
16. bis zur Mitte des 19. Jhs. entstanden, in der Kirche (HAINISCH: Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958,
S. 276 – 277).
6. BIBLIOGRAPHIE

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S. 30, 63, 104, 154, 156, 158, 372, 538, 872, 876, 972, 1000, 1012, 1135, 1138

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GOERGE, D.: Studi trentini 64: 1985, 157-162
Grassau, Pfarr-Archiev
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Jahresbericht des Salzburger Mus. Carolino Augusteum 1862, 32 s.(Selbst-Biographie von 1809)
Johann Nepomuk della Croce. 1736-1819, (K SM), Burghausen 1986
KALTENBRUNNER, R.: Kunst-Jahrbuch der Stadt Linz 1990/91, 9-74
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Tioler Künstlerlexikon, 1830

©Christina Huber, November 2004

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