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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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CROCE, Clemens Johann Evangelist della

 

1. CROCE, Clemens Johann Evangelist della

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Maler, Zeichner

3. BIOGRAPHIE

Der deutsche Maler und Zeichner Clemens Johann Evangelist della Croce wurde am 28. Dezember 1782 in Burghausen/
Bayern als 16. Sohn von Johann Nepomuk della Croce geboren. Er verstarb am 9. März 1823.

Ab dem Jahre 1809 war er als Zeichenlehrer an der Realschule von Burghausen tätig. 1811 erhielt er die Malergerechtigkeit,
das Wohnhaus seiner Eltern sowie das Bürgerrecht. Am 12. Juni ehelichte er Josepha Carolina Beck, die Tochter eines kgl. Medizinalrates und Stadtgerichtsphysikus. Josepha gebar ihm fünf Kinder, wobei ihr Sohn Karl Klemens della Croce 1840
die Werkstatt übernahm. Nach dem Tod von Clemens Johann Evangelist hatte seine Frau unter dem Maler J.B. Detter diese weitergeführt.

Croce war in der Garnison Burghausen als Oberleutnant der bayrischen Landwehr stationiert. Von seinem Vater übernahm er einerseits die barock-klassizistische Malweise und andererseits entlehnte er sich auch dessen Motive. Clemens schuf nur wenige Fresken und Gemälde weltlichen Inhalts, jedoch zahlreiche Altarbilder und Porträts.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Einer seiner Brüder wurde unter dem Namen Peter Anton della Croce bekannt.
Einer seiner Söhne wurde unter dem Namen Karl Klemens della Croce bekannt.

 
5. WERKE (OBERÖSTERREICH)

5.1 GILGENBERG am Weilhart, Pfarrkirche hl. Ägidius (BH. Braunau)
Die Pfarrkirche wird erstmals 1195 urkundlich erwähnt. Die Kirche ist eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche, die aus Tuffquadern erbaut wurde. Das von Lienhart Zachenperger erbaute Langhaus wurde 1466 geweiht und der Chor erst 1473.
Die Errichtung des barocker Turms erfolgte von 1698 bis 1708.

Das Langhaus ist dreischiffige und dreijochige. Vom Grundriss her gesehen ist dieser Bauteil fast quadratischen (Vierstützenbau).
Das Mittelschiff ist sternrippengewölbt, im Gegensatz zu den Seitenschiffen die netzrippengewölbt sind.
Das östliche Mittelschiff-Joch des Chores ist breiter angelegt als das Mittelschiff, und mit 3/8 Schluss und Maßwerkfenstern abgeschlossen. Die vierachsige West-Empore mit Kielbögen, ist mit Kreuz- und Netzrippengewölbe abgeschlossen.
Der West-Turm besitzt einen hohen barocken acht-seitigen Aufsatz, der 1857 mit einem Spitzhelm bekrönt wurde. In der Sakristei befindet sich ein Netzrippengewölbe.
Jeweils dem gotischen Süd- und Nord-Portal ist eine Vorhalle vorgelagert, wobei das Südliche stern-, und das Nördliche netzrippengewölbt ist. Sowohl an den Türen als auch in der Sakristei befinden sich gotische Beschläge. Außen an der Kirche unter dem Gesims ist ein Sgraffitomaßwerkfries zu sehen.
An der Südseite der Kirche befindet sich ein zweijochiger sternrippengewölbter Beinhausanbau.
Der Hochaltar, gefertigt vom Bildhauer Balthasar Mayr (aus Burghausen), und die Seitenaltäre entstanden 1665. Das Oberbild des Hochaltars stammt von Johann Miller aus dem Jahre 1665 (aus Burghausen) und das Hauptbild von J. Geiger von 1745.
Die Seitenaltäre stammen wohl von den gleichen Meistern. Am rechten Seitenaltar befindet sich die Statue des hl. Sebastian, aus der Mitte des 18. Jh., unter einem geschnitzten Baldachin. Im Langhaus steht die von 1520 bis 1530 entstandene gotische Figur des hl. Leonhard und weiters eine Statue der Maria mit Kind aus dem 2. Drittel des 17. Jhs.

Am Fronbogen befindet sich eine Immaculata aus der Mitte des 18. Jhs.
Die Apostelbilder stammen von Clemens della Croce , von 1815.
Am Chorhaupt außen ist ein figuraler Ölberg, wohl aus dem Jahre 1649.
1469 wurde eine Rotmarmorplatte mit dem Meisterzeichen des Baumeisters der Kirche L. Zachenperger, ebenfalls am Chorhaupt angebracht (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 89).

5.2 HART, Filial-(Wallfahrts-)Kirche zum allerheiligsten Altarsakrament (BH. Braunau)
Der Baubeginn der gotischen Kriche erfolgte 1510. 1515 wurde mit dem Chor und 1519 mit dem Langhaus und dem Turm begonnen. 1640 erfolgte ein Sarkisteianbau.
Das Langhaus erscheint weit einschiffig dreijochig angelegt, mit einem leicht eingezogenen einjochigen Chor mit 5/8-Schluss, wobei beide mit reichem Netzrippengewölbe geschlossen sind.
Die dreiachisige West-Empore ist mit Kreuz- und Sternrippengewölbe abgeschlossen. Im West-Bau ist der barocke Aufbau
ins Achteck übergeführt und endet in einem Zwiebelhelm.

Dem Gotischen Süd-Tor ist eine Vorhalle mit Sternrippengewölbe vorgelagert und weiters ist die Tür mit reichen gotischen Beschlägen versehen.
Am Hochaltar und an den Seitenaltäre aus dem Jahre 1716 befinden sich Statuen vom Braunauer Bildhauer Sebastian Hagenauer.
Das Hochaltarblatt ist bezeichnet mit J. B. Masthueber 1716. Die Seitenaltargemälde entstanden in der Art des Clemens
della Croce
.

Die Kanzel entstand um 1716 und das bemerkenswerte Orgelgehäuse, bezeichnet 1628, ist zusätzlich mit einer gleichzeitige entstanden Marienstatue und 2 Engeln versehen. Das Chorgestühl und das Beichtgestühle ist um 1646 zu datieren.
Die sich in der Kirche befindliche Statue der Maria mit Kind stammt aus dem 3. Viertel (?) des 17. Jhs. Das Kruzifix,
vermutlich von den Gebrüdern Zürn, entstand in der Mitte des 17. Jh.
Das alte Hochaltarbild ist bezeichnet 1626 A. E.
Das kostümgeschichtlich bemerkenswerte Tafelbild, mit den Darstellungen der Geschichte der Wallfahrt, ist um 1620 anzusetzen.
Das schmiedeeiserne Chorgitter, von einem Burghausner gefertigt, ist mit 1637 bezeichnet. (HAINISCH, Dehio-Handbuch. Oberösterreich. Wien 1958, S. 108)

ALTARBILDER
Pfaffstätt/OÖ, 1799
Schwand/OÖ,1819

PORTRÄTS u.a. GEMÄLDE
Braunau, St. Stephan, Pfarrhof
Gilgenberg/OÖ
Salzburg, Museum Carolino Augusteum
Schwandt/OÖ, 1819
Transdorf/OÖ, Pfarrkirche

6. BIBLIOGRAPHIE

Dehio Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
Dehio Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. OÖ. Wien 1956
DEHIO, G.: Handbuch der Deutschn Kunstdenkmäler. Bayern II: Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag 1988, S. 8, 113
GOERGE, D.: Das Salzflass (Laufen an der Salzach) 30: 1996 (1) 47-58
HAINISCH, E.: Dehio-Handbauch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Oberösterreich. Wien 1958, Verlag Anton Schroll & Co.
HUBENSTEINER, B.: Reichenhaller Anz. 1949 (3; Beilage)
Kunstdenkmäler von Bayern, I 2325 f., 2592, 2670
LIEDKE, V.: Ars Bavarica 3: 1975, 94-110
LIPOWSKY, F.J.:Bairisches Künstler und Gelehrten-Lexikon. München 1810
Neuburger Kollektaneenblatt 141: 1993, 192-207
Österreichische Kunsttopographie. Bd. XXX, Wien 1947
SAUR, K.G.: Allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. München, Leipzig 1999, Bd.22, S. 369 THIEME, U.; BECKER, F.: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd.8,
Leipzig 1913

©Christina Huber, November 2004

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