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CHERUBINI, Giovanni Battista

 

1. CHERUBINI, Giovanni Battista (Johann Baptist; Baptista)
Cherubin, Kheräbin, Serafin, Seraphim

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Stuckateur

3. BIOGRAPHIE

* 1660
† 5.7.1696 Straßgang bei Graz (Steiermark)

Steirischer Stuckateur italienischer Herkunft. Vermutlich um 1650 ansässig in Judenburg/Stmk, 1656 erwähnt als Bürger. Mindestens ab 1657 tätig für das Stift St.Lambrecht/Stmk. Beabsichtigte 1664 den Verkauf seines Hauses und Rückgabe des Bürgerrechts in Judenburg. Am 2.12.1670 beschwert er sich über die Konkurrenz eines jüngeren Stuckateurs,  Dominikus Lagi, der sich anbot für die Verleihung des Bürgerrechtes den oberen Boden des Rathauses zu stuckieren (cf. Kohlbach). Bot 1673 nochmals sein Haus zum Verkauf an, jedoch 1674 noch erwähnt.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Bis Ende 17.Jh. besaß Cherubini  eine Werkstatt in Straßgang. Einer Rechnung (Judenburg, Pfarr-Archiv) zufolge war Anfang des 18.Jh. eine Forderung über 500 fl. noch nicht beglichen.

Ausgehend von seinen archival. gesicherten Werken im Stift St.Lambrecht, dem reichen und qualitätvollen Stuck der Sakristei (1657), der etwas einfacheren Dekoration des dortigen Kapitelsaales (1658) und der Stuckrahmung eines Madonnenbildes an der Kirchenwand im Gang des Stiftes, lässt sich Cherubini ein umfangreiches Oeuvre zuweisen. Eine Beeinflussung Cherubinis durch die ebenfalls dort tätige Werkstatt von Matteo Camin ist nicht auszuschließen. Seine auch technisch ausgezeichneten Arbeiten sind gut gegliedert, klar überschaubar und wirken auch auf kleinem Raum monumental. Sie sind reich an ornamentalen, vegetabilen und figuralen, stark plastisch durchgebildeten Einzelformen, die auch in italienischen Stuckdekorationen zu finden sind.

Aus der Zeit der Werkstatt in Straßgang gibt es kein gesichertes Werk.

 

5. WERKE

(STEIERMARK)

5.1  St. Lamprecht (Murau), Stiftskirche Weihe verm. 1160
Sakristei mit Stichkappentonne. Vorzügliche einheitliche Ausstattung. Reiche Stuckierung von Johann Baptist Cherubin 1657.

5.2  Pöls, Gem. Zwaring-Pöls (Pol. Bez. Graz)
Schloss auf einer kleinen Anhöhe am rechten Ufer der Kainach. Als Salzburger Zehenthof urk. 1244.
Im ersten OG des Nordflügels ehemalige Kapelle, mit 2 gekuppelten Rundbogenfenstern. Reicher Stuck, um 1660 - 1670,
mit Arbeiten des Johann Baptist Cherubini verwandt.

5.3  Schloss Weyer, im Feeberggraben, Ende 16. Jh.
Die kleine ehemalige Kapelle mit Stichkappentonnengewölbe und reichem 1650 datiert, bemerkenswerter Stuck in der Art
des Giovanni Battista Cherubini.

5.4  Judenburg, Ehemalige Jesuitenkirche und Jesuitenkolleg, 1357 gegründet als Augustiner Eremitenkloster,
1620 den Jesuiten übergeben, 1773 aufgehoben.
Ehemaliges Klostergebäude um Rechteckhof, 1658 - 1662 in die heutige Form gebracht.
Ehemalige Prunkstiege im Westtrakt mit Stuck in der Art des Giovanni Battista Cherubini, (lt. Chronogramm 1651-53)
.

5.5  Judenburg, Ehemalige Jesuitenkirche
Stuck (M.17.Jh., heute übermalt) der 1. bzw. 3.Seiten-Kap. der ehem. Jesuitenkirche (heute Saal des Veranstaltungs-
zentrums) in Judenburg
.

5.6  Judenburg , Stadtpfarrkirche, Hl. Nikolaus, urk. 1148
Seitenkapellen (Rundgang). Johann-von-Capistran-Kapelle. Stuck um 1680 dem Giovanni Battista Cherubini zugeschrieben.

5.7  Spielberg bei Knittelfeld, Schloss, schon 1330 ein Hof zu Spielberg erwähnt.
Kleine Kapelle im Osttrakt erkerartig vortretend, reicher Stuck um 1660 - 1670, dem Josef Baptist Cherubini zugeschrieben.

5.8  Schloss Strechau, Gemeinde Lassing im Ortsteil Burgfried ca. 2.Hälfte des 11. Jh.
In der Art des Cherubini sind auch die Stuckdekorationen des großen (Ritter-)Saals in Schloss Strechau.

6. ABBILDUNGEN

keine weiteren Angaben

7. BIBLIOGRAPHIE

AKL XVIII, 1998
IKD (http://www.saur.de/akl/)
Dizionario Biografico Degli Italiani
KOHLBACH, Rochus (1961): Steirische Baumeister. tausendundein Werkmann. Graz: Grazer Dom-Verlag
LIST, Rudolf (1967): Kunst und Künstler in der Steiermark. ein Nachschlagewerk. 2 Bände. Ried im Innkreis: OÖ. Landesverl. (1)
HEMPEL, Eberhard (1956): Steiermark. 4. korr. Aufl. Wien u.a.: Schroll (Dehio-Handbuch : Die Kunstdenkmäler Österreichs)
FREY, Dagobert; GINHART, Karl; DEHIO, Georg; GALL, Ernst (1933): Die Kunstdenkmäler in Kärnten, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg. München: Dt. Kunstverl (Österreich / hrsg. von Dagobert Frey, Bd. 3)
WOISETSCHLÄGER, Kurt (1982): Steiermark. (ohne Graz). Wien: Schroll (Dehio-Handbuch)
MEIßNER, Günter (1997): Saur Allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. München u.a.

 
©Brigitte Altrichter, Dezember 2006

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