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CASOLANI, Alessandro

 

1. CASOLANI, Alessandro
Casolano; Alessandro di Agostino, Alessandro della Torre

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Maler, Zeichner

3. BIOGRAPHIE

* 1552 oder 1553 (Mensano/Siena)
† 20.1.1607 (1606?)

Alessandro Casolani entstammt angeblich der Familie der Arringhieri, wobei an anderer Stelle (SAUR Allg. Künstlerlexikon)
der Name seines Vaters – Agostino die Cipriano di Mariano – angegeben wird, was seinen Beinamen erklären würde.
In Siena und Casole, wo er einen Teil seiner Jugend verbringt, begegnet Casolani den Künstlern Arcangelo Salimbeni,
Cristofano Roncalli (Rancalli), genannt il Pomarancio, und später dem Bildhauer Prospero Antichi. Mit letzterem geht er
um 1578 bis 1581 nach Rom, um die Werke der Künstler des Cinquecento zu studieren (NACHWEIS!).

Nach der Rückkehr nach Siena und seiner Heirat im Jahre 1582 beginnt eine fruchtbare Schaffensphase. Als frühes Beispiel
sei die Tafel der Heiligen Katharina erwähnt, die für die Compagnia di S. Caterina in Fontebranda entstand, dessen Mitglied
der Künstler 1584 wurde. Um 1590 zieht sich Casolani nach Radicondoli und Casole zurück und arbeitet dort weiter.

Seine Aufträge führen ihn auch nach Pavia, Fermo, Neapel, Genua, Augsburg und Nürnberg. 1591 wird er in die Compagnia
di San Girolamo aufgenommen.

1603 tritt Casolani der Accademia senese degli Intronati bei. Er arbeitet bis zu seinem Tod; manche unvollendete Werke
sollten von seinem Sohn Ilario und anderen Künstlern vollendet werden.
Heute ist eine Straße in Casole bei Siena nach
dem Künstler benannt: Via Alessandro Casolani.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Alessandro Casolani heiratet 1582 die Tochter des Malers Lorenzo Rustici (laut SAUR Allg. Künstlerlexikon: Mustico); ihr
Name ist nicht überliefert. Sie haben zwei Söhne: Cristoforo und Ilario Casolani.

Im seinem Umfeld bewegen sich die Künstler Arcangelo Salimbeni, Cristofano Roncalli (Rancalli), genannt il Pomarancio und der Bildhauer Prospero Antichi. Il Pomarancio soll sein Lehrer gewesen sein und Casolanis Asistenz bei den Bildern im Dom und der Kirche Degli Angeli in Siena in Anspruch genommen werden. In seiner Zeit in Rom beeinflussen ihn Werke der Künstler Raffaelino da Reggio, Giovanni de Vecchi, Girolamo Musiano und Cesare Nebbia. Später arbeitet er  zeitweise mit Pietro Sorri
in Pavia zusammen (Deckenfresken in der Certosa/Pavia). Künstlerische Vorbilder sind außerdem Sodoma und Beccafumi.
Sein Beiname Alessandro della Torre rührt von seinen Arbeiten im Torre dell’Orivolo zu Siena.

Alessandro Casolani arbeitet unter anderem im Auftrag von Francesco Piccolomini (Kreuzigung für die Kirche S. Francesco in Siena), für die Compagnia die S. Caterina in Fontebranda, die Suora Onesta Longhi und Pfarren in seiner Umgebung (Casole, Radicondoli, Monte Castelli, Monte Guidi). Neben der Tätigkeit als Freskenmaler ist Alessandro Casolani auch Holzschneider und Zeichner. Viele seiner religiösen Darstellungen dienen als Vorlagen für Stecher (z.B. Zecchi und Zignani). Manche dieser Ausführungen sind mit dem Kürzel ACI versehen (A. Casolani invenit).
Eines von Casolanis letzten Werken ist das 1604 entstandene Martyrium des Bartolomäus (Siena, Carmine).

 

5. WERKE (SALZBURG)

Über eine Tätigkeit Casolanis in Salzburg ist nichts bekannt.
Im DEHIO Salzburg wird folgendes erwähnt (DEHIO Salzburg, 1986, 563): Franziskanerkirche/Kreuzkapelle - Das Bild
"Die Beweinung" wird Anfang des. 17. Jahrhunderts nach seinem Vorbild ausgeführt.

6. BIBLIOGRAPHIE

DEHIO Salzburg, Stadt und Land, 1986
DEHIO Salzburg, 1963
DEHIO, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler/Österreich, Band 1: Kärnten, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg/1933
BAROCK in Salzburg, 1977
MARTIN Franz, Kunstgeschichte von Salzburg, 1925
THIEME BECKER, Künstlerlexikon
SAUR, Allgemeines Künstlerlexikon

 
©Maria Markl, 2005

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