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CARLONI, Tommaso

 

1. CARLONI, Tommaso (Thommaso, Tomaso)
Carlone

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Steinmetz, Stuckateur (Thieme), Bildhauer, Architekt (Saur)

3. BIOGRAPHIE

Lt. Tietze ist Carloni Tommaso ein Bildhauer im 17. Jahrhundert.

Tommaso ist ein Spross aus der Künstlerfamilie Carlone, dabei aus dem Familienzweig des Giovanni Carlone aus Rovio, er ist der Sohn des Giuseppe Carlone. Carloni Tommaso starb im April 1667 in Turin (Thieme, 1912, S 3).

Seine Ausbildung hatte er vermutlich in der Werkstatt seines Vater Giuseppe Carloni in Genua. Er gehört im 17. Jahrhundert zu den führenden Bildhauern in Genua (Saur, S 449). In seinen letzten Lebensjahren stand er in hoher Gunst beim Herzog von Saavoyen, für den er in Turin arbeitete (Thieme, S 10).

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Lt. Saur wird er in der Literatur zum Teil mit dem Tommaso Carloni identifiziert, der 1606 im Palazzo des Kardinals Cesarini in Rom und 1632 in Mailand für die Dombauhütte tätig ist. Zwischen 1633 und 1635 wird er erstmal in Turin als Restaurator von Statuen im Palazzo Ducale und mit der Ausführung des Hauptaltars in S. Maria al Monte di Capuccini beauftragt. In Saur werden ausführlich seine Werke und Auftraggeber in Genua und Turin beschrieben. Der Edelsitz Wohlgemuth in Eppan wird bei Saur nicht erwähnt. Die Grabmahlinschrift nennt Carloni als „Architectus et Artfex“ der Cappella del Crocisfisso e die S. Giuseppe ed Agostino (Saur, S 449).

 

5. WERKE

(SÜDTIROL)

5.1 Wohlgemuth, Edelsitz in St. Michael in Eppan
Die Bauverträge werden lt. Rasmo (1985) gemeinsam von einem Maurermeister und einem Steinmetzen unterzeichnet, die sich die Ausführung des Bauwerks teilen. Bei der Erbauung des Ansitz Lanser, jetzt Wohlgemuth waren dies Gian Maria Gallo und Tommaso Carloni, um 1620 (Rasmo, 1985, S 57).
Der Edelsitz war um 1550 im Besitz des Jorg Lanser, wurde 1880 an Johann Maier verkauft und von dessen Tochter an die von Wohlgemut 1899 versteigert.

Er besteht aus einem älteren Nordbau und einem jüngeren Südtrakt die durch einen Loggiengang verbunden sind. Die Loggien haben Kreuzgratgewölbe mit Rundbogen und Säulchen und sind auf beide Seiten hin geöffnet (Amonn, S 198). In den Innenhof führt ein Rundbogentor mit dem Wappen der Lanser und der Jahreszahl 1620, die Nebentür hat eine Rusikarahmung. Der Nordbau verfügt über Ortstein- und Fenstereinfassung in Sgraffito sowie steingerahmte Viereckfenster; der Südbau über steingerahmte Fensteröffnungen, an der Nordwestecke über einen runden Treppenturm, im Nordosten über einen polygonalen Eckerker mit Türmchenabschluss (Weingartner, 1991, S 229 – 230).

In „Die Burgen Tirols“ wird der Ansitz Wohlgemut von Weingartner (1981) als eine der anmutigsten Bauten des „Überetscher Stil“ beschrieben, als eine Verbindung althergebrachter Bauformen mit den Elementen der italienischen Renaissance die besonderen Reiz verleihe (Weingartner, 1981, S 330).

6. ABBILDUNGEN

(SÜDTIROL)

6.1 Skizze Wohlgemuth, in Eppan
In: Weingartner Josef, Zinner Robert: Südtirol – Landschaft – Kunst – Kultur.
3. Auflage, Wien, 1950, S 126

6.2 Wohlgemuth, in Eppan
In: Weingartner Josef, Hörmann-Weingartner Magdalena: Die Burgen Tirols. Ein Burgführer durch Nord-, Ost- und Südtirol.
3. Auflage, Innsbruck-Wien-München, 198, S 315


6.3 Wohlgemuth Loggiengang, in Eppan
In: Amonn Walther (HG): Burgen, Schlösser und Ansitze in Südtirol.
München, 1978, S 198. Fotografiert von Günter von Voithenberg

7. BIBLIOGRAPHIE

Amonn Walther (HG): Burgen, Schlösser und Ansitze in Südtirol. München, 1978
Rasmo, Nicolò: Kunst in Südtirol. Eine Auswahl der schönsten Werke. Aus dem Italienischen übersetzt von Adelheid
Zallinger-Thurn. Bozen: Sparkasse der Provinz Bozen o.J.

Rasmo, Nicolò: Kunstschätze Südtirols, Rosenheim, 1985
Saur, Allgemeines Künstlerlexikon – die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 16, München Leipzig, 1997
Thieme Ulrich (HG), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Sechster Bank,
Leipzig, 1912

Weingartner Josef: Die Kunstdenkmäler Südtirols, Band 2, Bozen und Umgebung – Unterland – Burggrafenamt – Vinschgau, 7. Auflage, Bozen, 1991
Weingartner Josef, Hörmann-Weingartner Magdalena: Die Burgen Tirols. Ein Burgführer durch Nord-, Ost- und Südtirol.
3. Auflage, Innsbruck-Wien-München, 1981

Weingartner Josef, Zinner Robert: Südtirol – Landschaft – Kunst – Kultur. 3. Auflage, Wien, 1950

 
©Andrea Fink, Dezember 2008

 

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