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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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CARLONE, Peter

 

1. CARLONE, Peter
Carlan, Pietro; Carlaun, Pietro; Carlon, Pietro; Khorlan, Pietro; Kharlon, Pietro; Carlone, Peter der Jüngere (List, 1967)  

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Baumeister

3. BIOGRAPHIE

* 1567.Scaria (Val d'Intelvi)?
† 04.12.1628, Leoben (AKL XVI, S. 444, 1997, 446, Lanfranconi)

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Großvater von Carlo Antonio Carlone. Vater von Pietro Francesco und Joannes Antonio Carlone.
Vermutlich Sohn eines gleichnamigen Baumeisters und laut Kohlbach identisch mit dem gleichnamigen Baumeister, der 1588
in Deutschlandsberg, Steiermark am Bau des Kirchturms tätig und in einen Raufhandel verwickelt ist. Eventuell identisch auch mit Meister Peter, der 1594 bis 1598 das Schloss Hohenbrugg an der Raab errichtet sowie mit dem Maurer Carlone, der 1609 die Kaiserau bei Admont, Steiermark kaufen will und mit dem Baumeister, der 1609 für das Stift Admont arbeitet.

Ersucht 1612 in Leoben um Wohnrecht, kauft ein Haus und holt seine Frau Franziska mit den Kindern aus Italien. 1625 bis
1628 verklagt ihn die Maurerzunft in Bruck an der Mur mehrmals wegen Versäumnis der Zunftsitzungen.

Aus der zweiten Ehe gehen die Söhne Hans Christoph (meist Johann Baptist genannt, *5.6.1626, beantragt 1641 Bürgerrecht
in Frohnleiten) und Peter (*4.10.1627) hervor. Sein Test vom 3.12.1628 erweist fünf Kinder aus erster Ehe, u.a. Anton (Joannes Antonio) Carlone sowie Peter Franz (Pietro Francesco) Carlone, der den Besitz in Italien erbt.

 

5. WERKE (STEIERMARK)

Eine Aussage zur Stilistik ist schwierig, da fast alle seiner gesicherten oder ihm zugeschriebene Bauten später stark verändert bzw. abgebrochen wurden. Die von Kohlbach vermutete Tätigkeit im Stift Seckau ist archivalisch nicht gesichert.

5.1 Wölbt 1605-12 die zum Stift Admont gehörige Pfarrkirche in Mautern neu.
5.2 Baute 1613 den südlichen Münsterturm in Admont.
5.3 Errichtet 1611-14 das neue Konventsgebäude des Benediktinerinnenstiftes in Göss bei Leoben.
5.4 1614 Bürgereid und kostenlose Reparatur des Zwingertors in Leoben.5.5 Liefert außerdem Pläne und Kostenanschläge für den Neubau des Schloßturms von Ehrnau bei Mautern und ist am S-Turm der Stiftskirche in Admont tätig, wo Carlone auch die Barockisierung des Stiftsgebäudes (1615-26) und des romanischen Münsterturms zugeschrieben wird.
5.6 In Leoben erbaut Carlone 1615/1616 den Mautturm (sog. Schwammerlturm) der Murbrücke.
5.7 1621 ein Haus für Ulrich Zwitner.
5.8 1624 ein Haus für Familie Paulitsch.
5.9 Vermutlich Planverfasser des Noviziatsgebäudes der Jesuiten (dat.1623), deren um einen quadratischen Hof gelegene Kollegiatsgebäude (Osttrakt erhalten) im 2. Viertel des 17. Jh. vermutlich von Carlone und seinem Sohn umgebaut oder neu errichtet worden ist.

 
6. BIBLIOGRAPHIE

ThB6, 1912. List, 1967
ÖKL IV, 1978.
P.J. Wichner, Das Nonnenkloster Göß b. Leoben in Stmk, Brünn 1892;
id./R. Schmelzer, Beitrag zu Geschehnissen der Stadt Leoben, Graz 1912;
J.H. Tuschnig, Obersteir. Volks-Ztg v. 31.2.1934; id., Die steir. Zweige der Künstler-Fam. Carlone, Diss., Typoskript,
Graz 1935, 27;

H. Riehl, in: K. Ginhart, Die bild. Kunst in Österreich, Renaiss. Und Barock, Baden 1939;
R. Kohlbach, Die Stifte Steiermarks, Graz 1953; Kohlbach, 1961; B. Roth, Seckauer geschichtl. Stud., H. 17,
Seckau 1962, 7;

Dehio-Stmk, 1982;
M. Martin, Stift Admont. Unters. zur Entwicklungsgeschichte, Ausstattung und Ikonogr. der Klosteranlage, M. 1989
(Beitr. zur Kunstwiss., 31).

Graz, Amt des Landeskonservators für Stmk: R. Kohlbach, Unveröff.. Mss., II: Kirchen- und Schlösserrechnungen,
s.a. 277. – Mitt.

J. Sturm, Vorchdorf (Brief von Cav. G.B. Lanfranconi, Scaria 1966).

 
©Stefan Üner, Februar 2006
 

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

AKL XVI Allgemeines Künstlerlexikon, Band 6
Ikonogr. Ikonographie
Stmk. Steiermark
TbB6 Thieme-Becker Künstlerlexikon, Band 6

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