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CANAL, Albert

 

1. CANAL, Albert

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Baumeister und Bauunternehmer in Bozen (Neumann 2007, 440; Waibl 1997, 61)

3. BIOGRAPHIE

* 26.05.1849, Neumarkt
† 21.03.1919, Bozen

Albert Canal wurde am 26.05.1849 in Neumarkt geboren und starb am 21.03.1919 in Bozen.

Dort betrieb er zusammen mit Gruber ein erfolgreiches Bauunternehmen, Canal & Gruber, und beschäftigte zeitweise bis
zu 400 Mitarbeiter (Malfér 1984, 143; Waibl 1997, 61).

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Canals Auftraggeber kamen zum einen aus dem öffentlichen Sektor (z.B. Bau des Justizgebäudes) und zum anderen aus dem privaten Bereich (Beispiel Bau des Hauses der Mayerlischen Stiftung).

In beiden Fällen handelte es sich meist um prestigeträchtige Unternehmungen (z.B. Bau Hotel Bristol), was zu seinem Bekanntheitsgrad wesentlich beitrug (Malfér 1984; 143; Waibl 1997, 61).

 

5. WERKE

(SÜDTIROL)

5.1 Neubauten (Malfèr 1984, 143f)

  • Bürgersäle, 1884. Dieses Projekt umfasste einen großen Festsaal (Neurenaissancestil), eine Galerie mit
    Sitzplätzen, Nebensäle und ein Restaurant. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bürgersäle durch Bomben zerstört
    und die Ruinen 1957 vollständig abgetragen.
  • Konservenfabrik Josef Ringler Söhne, 1885. Heute nicht mehr existent.
  • Rainerum in der Carduccistraße nach einem Projekt von Scrinzi, 1889. Im Krieg zerstört.
  • Wohnhausreihe zwischen Caruccistraße und Dantestraße, 1889.
  • Waltherdenkmal, 1889.
  • Hauptpostamt, 1889/90.
  • Wohnhaus in der Raingasse Nr. 11, 1890.
  • Landesschützenkaserne nach einem Projekt von Ing. Vaja, 1891.
  • Turnhalle mit neugotischer Front nach dem Projekt des Architekten König in Wien, 1892. Während des Faschismus wurde diese Front neu gestaltet.
  • Mayerlische Stiftung 1895, Ecke A.-Hofer-Straße und Weggensteinerstraße.
  • Justizgebäude und Gefangenenhaus nach Plänen von Ing. Luckner aus Wien, 1897.
  • Hotel Bristol nach Plänen des Wiener Architekten Ing. Ludwig Schöne, 1898. Das Jugendstilgebäude wurde in den
    70ern durch ein Bürohaus ersetzt.
  • 1899/1902 Kompatscherhaus, Ecke Sparkassenstraße und Leonardo-da-Vinci-Straße und das in dieser Straße anschließende Haus nach Plänen des Architekten Julius Mayereder aus Wien.
  • Kögelhaus, Rosengartenstraße, 1900.
  • Villa Canal, Runkelsteinerstraße Nr. 14, 1902. Die Villa ist charakterisiert durch die Kombination verschiedenster Stile: Elemente der deutschen Renaissance (Giebelfront), der Gotik (Loggia) sind ebenso zu finden wie Elemente des Barock (Welsche Haube mit Laterne dient als Dach des Eckturmes) und des Jugendstils (Palmettengiebel) (Waibl 1997, 145f; Zeno 1974, 25).
  • Zinshaus in der Dantestraße Nr. 20, 1902.
  • Elisabethinum 1902, Runkelsteiner Straße.
  • 1905 Wohnhaus in der Talfergasse. Wurde 1982 abgerissen.
  • Neumarkt: Villa für Canals Halbbruder, 1906.

5.2 Anbauten (Malfèr 1984, 143)

  • Erkeranbau am Haus Settari am Kornplatz, 1888.
  • Aufbau des Hauptgebäudes von Graf Thun, 1897.

5.3 Umbauten (Malfèr 1984, 143)

  • 1888 Gasthof „Zum Riesen“, Ecke Goethestraße und Poststraße. Wegen Kriegsschäden heute umgebaut.

6. ABBILDUNGEN

(SÜDTIROL)

6.1 Villa Canal, 1902
Bildnachweis; Foto von Sabine Waibl, in: WAIBL, Sabine, Bozner Villen und Rittner Landhäuser zwischen Historismus und Moderne, (Dipl. Arbeit), Innsbruck 1997, 147

7. BIBLIOGRAPHIE

Architektur in Südtirol, 1900 bis heute, hrsg. von der Architektenkammer der Provinz Bozen, Bozen 1993
MALFÉR, Viktor, Bautätigkeit in Bozen, Gries 1850-1914, in: Der Schlern, Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde,
58. Jg., März 1984, Heft 3, 139-149
NEUMANN, Gabriele, Architektur des Historismus, in: Naredi-Rainer, Paul, Lukas Madersbacher (Hg.), Kunst in Tirol,
Band II, Innsbruck-Wien 2007, 433-449
WAIBL, Sabine, Bozner Villen und Rittner Landhäuser zwischen Historismus und Moderne, (Dipl. Arbeit), Innsbruck 1997
WEINGARTNER, Josef, Die Kunstdenkmäler Südtirols. Bozen und Umgebung, Unterland, Burggrafenamt, Vinschgau,
Band II, Bozen 71991
ZENO, Abram, Frühe Moderne, in: Preims, Paul (Red.), Architektur in Südtirol ab 1900, Meran 1979, 25

 
©Sabine Moser, Oktober 2008

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