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CALOVI, Simon

 

1. CALOVI, Simon

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Kaiserlicher Stuck- und Glockengießer (Christanell 1924, 237).

3. BIOGRAPHIE

Die genauen Geburts- und Sterbedaten Calovis sind unbekannt. Gesichert ist, dass er in Bozen als Sohn eines Müllers zur
Welt kam und dort vermutlich 1716 verstarb. In diesem Jahr wird zumindest dem Gesuch seiner Witwe um Fortführung des Gewerbes vom Stadtrat stattgegeben (Christanell 1924, 237f).

Calovis Frau war Barbara Zeberethin, die er um 1700 in Pairsberg im Dorf heiratete. Dem Eintrag im Trauungsbuch zufolge, war er als kaiserlicher Stuck- und Glockengießer in Wien tätig. Vier Jahre später kehrte er nach Bozen zurück und wurde dort vom Stadtrat als Glockengießermeister aufgenommen, als Nachfolger von Thomas Zwelfer (Christanell 1924, 273).

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

keine weiteren Angaben

 

5. WERKE

(SÜDTIROL)

5.1 Große Glocke von Siffian, 1712 – im Ersten Weltkrieg zerstört
Laut einer Beschreibung von Christanell (Christanell 1924, 273f) waren die Henkel mit Engelsköpfen verziert. Unter dem Helmrand befand sich eine gezackte Borte, darunter eine Perlenschnur sowie eine lateinische Inschrift: „FIAT PAX IN VIRTUE TUA ET ABUNDANTIA IN TURRIBUS TUIS.“ (Christanell 1924, 273). Weiters schmückten tanzende Engel mit Fruchtbündel, eine Kreuzigungsgruppe und der Hl. Martin die Glocke. Eine weitere Inschrift belegt Calovi als Gießer: „Simon Calovi goß mich in Bozen Anno 1712“ (Christanell 1924, 273). Die Glocke maß 101 Zentimeter im Durchmesser und hatte den Ton Fis (Christanell 1924, 273f). 

5.2 Mittlere Glocke von Siffian, 1712
Diese Glocke befindet sich noch heute an ihrem ursprünglichen Ort und gleicht der unter 5.1 beschriebenen Glocke. Ausnahmen bilden die Henkel, die hier statt mit Engeln, mit Fratzen verziert sind. Auch gibt es keine Signatur Calovis.
Die Glocke hat einen Durchmesser von 78 Zentimetern und den Ton H (Christanell 1924, 273f).
 

5.3 Weitere Werke

  • Glocke in der Pfarrkirche in Neumarkt, 1707 (Fontana 1993, 176; Kierdorf-Traut 1967, 578; Saur 1997, 618).
  • Glocke für St. Agatha in Deutschnofen, 1708 (Kierdorf-Traut 1967, 578).
  • Glocke für die Kuratenkirche in St. Felix, 1710 (Kierdorf-Traut 1967, 578; Saur 1997, 618).
  • Zwei Glocken in Griesen, 1711. Die Glocken klangen in den Tönen A und Cis. Sie sind heute wegen Umgusses zerstört (Christanell 1924, 274).
  • Glocke für Bozner Pfarrturm, 1713. Umguss der gesprungenen Weinglocke (Christanell 1924, 274).
  • Glocke in Karneid, 1713 (Christanell 1924, 274).
  • Sterbeglocke für Bozner Pfarrturm, 1714. Der Durchmesser beträgt 58 Zentimeter und hat den Ton E (Christanell 1924, 274).
  • Glocke für die Kirche in Tschars, 1715 (Kierdorf-Traut 1967, 578; Saur 1997, 618; Weingartner 71991, 752). Christanell datiert diese Glocke bereits ins Jahr 1706 (Christanell 1924, 274).

6. ABBILDUNGEN

(SÜDTIROL)

keine weiteren Angaben

7. BIBLIOGRAPHIE

CHRISTANELL, Willi, Die Bozner Glockengießer, in: Der Schlern, Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde, 5. Jg., September 1924, Heft 9, Bozen, 271-276
FONTANA, Josef, Neumarkt 1848-1970. Ein Beitrag zur Zeitgeschichte des Unterlandes, Bozen 1993
KIERDORF-TRAUT, Georg, Südtiroler Glocken-und Hafengießer, in: Der Schlern, Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde, 41. Jg., Dezember 1967, Heft 12, Bozen, 572-579
SAUR, Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band XV, München/Leipzig 1997
WEINGARTNER, Josef, Die Kunstdenkmäler Südtirols. Bozen und Umgebung, Unterland, Burggrafenamt, Vinschgau, Band II, Bozen 71991

 
©Sabine Moser, Oktober 2008

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