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Institut für Kunstgeschichte Innsbruck
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BUSSI, Antonio Gaetano

 

1. BUSSI, Antonio Gaetano (Cajetan, Antonio Cajetano)

2. BERUFSBEZEICHNUNG

Bildhauer, Stuckateur

3. BIOGRAPHIE

* 1692, ?
† 7.2.1739, Wien (Wallnerstr., Esterházysches Haus)

Das genaue Geburtsdatum sowie der Geburtsort Antonio Gaetano Bussis sind unbekannt.
Er wurde am 18. Februar 1723 Bürger von Wien und wird seit 1724 als Meister geführt. Von 1723 bis 1730 wohnte er am Spittelberg, 1731 in der Pipingerstraße und 1737 sowie 1738 in der Walchstraße. Bis 1729 ist sein Betrieb als Kleinbetrieb,
in der Folge als Mittelbetrieb anzusprechen.

Bussi arbeitete 1733 in Guntramsdorf, 1735/36 bei den Barmherzigen Brüdern in der Leopoldstadt und 1738/39 im Stift Klosterneuburg. Anläßlich einer Hochzeit am 10. August 1738 wird er als portugiesischer Stuckateur bezeichnet (Hajdecki 9376). Nachweisbar sind auch Arbeiten von 1735 in Pest (zerstört).

Bussi starb am 7. Februar 47-jährig an hitzigem Gallfieber im Esterházy'schen Haus in der Wallnerstraße (Hajdecki 13578; Sailer). Bussi hinterließ sechs Kinder. Zwei von ihnen, Giovanni Battista und Josef waren Stuckateure, seine Tochter Theresia war mit dem Stuckateur Girsinger verheiratet.
Nach Sailer ist der Todfallsaufnahme seiner am 14. September 1769 verstorbenen Witwe zu entnehmen, dass diese auf
Kosten der Kinder erhalten und begraben worden war.

 

4. FAMILIEN-, FREUNDES- UND AUFTRAGGEBERKREIS

Zwei von Antonio Gaetano Bussis Kinder, Giovanni Battista und Josef (tätig 1739 bis 1769 Wien; 1758 Schüler der ABK
Wien) waren Stuckateure, seine Tochter Theresia war mit dem Stuckateur Girsinger verheiratet.

Für den 9. Oktober 1724 ist die Taufe Bussis Tochter Anna Johanna Margaretha verzeichnet (Hajdecki 10412). Am 4. April
1731 wird Bussis Tochter Anna Barbara (Hajdecki 9644), am 24. September 1731 sein Sohn Franz Anton getauft (Hajdecki 9654). Mutter der Kinder ist Bussis Gattin Anna Maria bzw. Maria Anna. Die Totenregister der Stadt Wien erwähnen den Tod zweier Kinder Bussi in den Jahren 1733 und 1735 (Hajdecki 13156 und 13339).

Am 12. September 1734 ist Antonio Gaetano Bussi zusammen mit dem Baumeister Joseph Krauß als Trauzeuge von Peter Orsatti, Sohn des Stuckateurmeisters Sebastian Orsatti erwähnt (Hajdecki 8335). Am 27. Juli 1738 wohnt er mit als Zeuge
der Hochzeit des Bildhauers Petrus Antonius Gamba bei (Hajdecki 9032). Diese Heirat wird noch einmal für den 10. August
des selben Jahres angeführt (Hajdecki 9376).

Antonio Gaetano Bussi ist mit dem Stuckateur Santino Bussi nicht verwandt.

 
5. WERKE (WIEN)

5.1 Barmherzige Brüder, Taborstr. bei 16, 1020 Wien
Die Kirche der Barmherzigen Brüder im 2. Bezirk in Wien ist dem hl. Johannes dem Täufer geweiht.
Der Hochaltar mit Triumphbogenarchitektur trägt eine Taufe Christi, ein Ölgemälde Daniel Grans von 1736. Die vier Marmor-statuen an der Seite wurden von Lorenz Mattielli geschaffen und stellen Joachim, Zacharias, Elisabeth und Anna dar.
Riesenhuber, Schnerich wie auch Dehio 1954 schreiben Antonio Gaetano Bussi die Engelsfiguren am Hochaltar zu.
Dehio 1993 allerdings nennt Santino Bussi als Schöpfer dieser Stuckengel. Saur gibt als Entstehungsdatum der Engels-
figuren die Jahre 1735/36 an.

Bauten außerhalb Wiens:
5.2 Bratislava: Trinitarierkirche: Hochaltar, 1728 (Aggházy, 102)

5.3 Klosterneuburg: Museum des Chorherrenstifts: Stuckdecken des Kaiserzimmers
(Riesenhuber: 16. April 1736ff. im Stift Klosterneuburg tätig). Zusammenarbeit mit Santino Bussi und Giovanni B. Allio
Sailer erwähnt, dass Antonio Gaetano Bussi 1733 in Guntramsdorf tätig war. Als Quelle gibt er jedoch nur eine persönliche Mitteilung des Herrn Ministerialrat Dr. Wilhelm an.

6. BIBLIOGRAPHIE

AGGHÁZY, Maria G., Stuccatori e scultori com'aschi in Ungheria, in: Arte Lombarda 10:1965.
DEHIO-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Wien, Wien 1954.
HAJDECKI, A., Exzerpte zur österreichischen Kunstgeschichte aus Wiener Pfarrmatrikeln und den Totenbüchern der Stadt Wien, Wien 1908 (Quellen zur Geschichte der Stadt Wien, I. Abt. VI. Band).
ÖKL 1976, Österreichisches Künstlerlexikon von den Anfängen bis zur Gegenwart, verfasst von Rudolf Schmidt, Band 3, Wien 1979, 286.
RIESENHUBER, M., Die kirchliche Barockkunst in Österreich, Linz 1924.
SAILER, Leopold, Die Stukkateure (Die Künstler Wiens I), Wien 1943.
SAUR, Allgemeines Künstler-Lexikon, Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Band 15, München-Leipzig 1997.
SCHNERICH, Alfred, Wiens Kirchen und Kapellen, Wien 1921.

 
©Veronika Koch, April 2002

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